Ich habe zugegebenermaßen Schwierigkeiten damit, mich für Bücher zu begeistern, für deren Hauptperson man keine wirkliche Sympathie entwickeln kann. Auch die geschilderten Beweggründe der Gesche Gottfried sind nur sehr schwer nachzuvollziehen – aber wann kann man die Beweggründe von Massenmördern schon nachvollziehen? Tatsache bleibt: Der Roman beruht auf einer wahren Geschichte und alle Morde haben tatsächlich so stattgefunden. Gesche Gottfried war zunächst als “Engel von Bremen” bekannt, da sie scheinbar so aufopferungsvoll ihre erkrankten Familienmitglieder pflegte und so viele Verluste verkraften musste. Bis sich herausstellte, dass sie alle mit Arsen vergiftet hatte. Die Geschichte der letzten in Bremen öffentlich hingerichteten Verbrecherin übt eine gruselige Faszination aus und macht fassungslos. Die Schilderung der Lebensumstände im Bremen des frühen 19. Jahrhunderts ist anschaulich und überzeugend.
Fazit: Empfehlenswert


