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Tempus Fugit #291

So ein ganzes freies Wochenende ohne Verpflichtungen ist doch herrlich. Da habe ich auch für meine Verhältnisse relativ viel gelesen bekommen. Allerdings habe ich mal wieder Bücher gelesen, die viel Potenzial für weitergehende Recherchen bieten, weswegen ich zwischendurch viel Zeit bei Wikipedia verbringe… (ich musste gestern Abend einfach rausfinden, ob das in Days Without End vorkommende Massaker an Indianern eines von denen war, die Dee Brown beschrieben hat). Lasst ihr euch auch von solchen „Nebenrecherchen“ ablenken?

Diese Woche (aus-)gelesen: 1

  • Bill Bryson: Made in America. Ich muss gestehen, dass mich die späteren Kapitel nicht mehr ganz so gefesselt haben wie die ersten, in denen es direkt um die Entwicklung aus dem damaligen British English (das ja so ganz anders war als heute) ging. Trotzdem ein sehr interessantes und kurzweiliges Sachbuch. Rezension folgt.

Ich lese gerade:

  • Sebastian Barry: Days Without End. Ein ganz, ganz anderes Buch als The Secret Scripture, die Sprache ist allerdings auch hier umwerfend, obwohl die Hauptfigur ungebildet ist und Slang spricht.

Neuzugänge: *räusper* 6

  • Margaret Atwood: The Handmaid’s Tale. Damit ich endlich mal die Serie anschauen kann.
  • Kate Atkinson: Life After Life
  • Anya Seton: Katherine. Ein klassischer historischer Roman über die Mätresse und spätere Ehefrau von John of Gaunt (eine der Hauptfiguren aus Rebecca Gablés „Das Lächeln der Fortuna“)
  • Sofi Oksanen: Fegefeuer. Stand schon ewig auf meiner Wunschliste.
  • James Rebanks: The Shepherd’s Life. A Tale of the Lake District.
  • Clare Clark: The Nature of Monsters. Auch schon ewig auf meiner Wunschliste.

Ja, ich habe gemedimopst. Ab und zu brauch ich das einfach. Und ich habe für 3 Hardcover und 2 Paperbacks nur knapp 15 Euro bezahlt. Seufz. Sind schöne Bücher. Medimopsen läuft bei mir so: Meine Wunschliste bei goodreads ist 40 Seiten lang. Ich suche immer abwechselnd nach Titeln vom Anfang, vom Ende und der Mitte der Wunschliste. So werden auch Bücher berücksichtigt, die ich der Wunschliste schon vor langer Zeit hinzugefügt habe. War hier z. B. bei The Nature of Monsters so. In der Regel bestelle ich so viel, wie für den Mindestbetrag für eine Aktion nötig ist (waren hier 15 Euro für 10% Rabatt). Wie behaltet ihr eure Wunschliste im Überblick und vermeidet, dass ältere Hinzufügungen unberücksichtigt bleiben?

Diese Woche (aus-)gehört: 0

Ich höre gerade:

  • Zadie Smith: Swing Time. Gefällt mir wieder etwas besser als zwischenzeitlich, aber so gut wie am Anfang wird es wohl nicht mehr.

Hörbuchneuzugänge: 0

Geguckte Filme/DVDs:

  • Sherlock, Staffel 3, Folge 3. Bäääm! Das war ja wohl der Hammer! Mary!

Gerichte der Woche:

Risotto mit Tomaten und weißen Bohnen

Überbackene Auberginen und Tomaten

Frittata mit roten Zwiebeln und Tomatensalat. Das war mein Ausprobiergericht für diese Woche, sehr lecker!

So. Muss mich sputen. Werde meine Schwester aufsuchen. Und heute Abend dann wahrscheinlich wieder zu müde zum Lesen sein, weil wir Cremant trinken werden. Hmpf.

Ich wünsche euch einen schönen Restsonntag und eine gute Woche!

Tempus Fugit #290

Ein Hauch von Herbst lässt mich aufatmen – ich brauche die Sommerhitze nicht. Der Herbst ist für introvertierte Bücherfans ja doch irgendwo die schönste Jahreszeit.

Diese Woche (aus-)gelesen: 1

  • George Saunders: Lincoln in the Bardo

Ich lese gerade:

  • Bill Bryson: Made in America. Ich hatte eigentlich ein Buch über das „Amerikanersein“ erwartet, tatsächlich geht es aber hauptsächlich um die Entwicklung der englischen Sprache in Amerika. Gemischt mit der Aufklärung einiger geschichtlicher Mythen. Vor allem die ersten Kapitel fand ich sehr spannend, bin etwa in der Hälfte.

Neuzugänge: 0

Diese Woche (aus-)gehört: 0

Ich höre gerade:

  • Zadie Smith: Swing Time. Fing sehr gut an, ist aber im Begriff, stark nachzulassen…

Hörbuchneuzugänge: 1

  • Zadie Smith: Swing Time

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix

Gerichte der Woche:

Gurken-Kartoffel-Ragout mit Senf und Dill

Morgen habe ich mal wieder einen Angsttermin, mal sehen, was dabei herauskommt.

Euch wünsche ich eine schöne Lesewoche!

(c) Bloomsbury

Ich konnte noch keine Informationen zu einer deutschsprachigen Veröffentlichung finden.

Washington im Februar 1862: Willie, der Sohn des Präsidenten der Vereinigten Staaten Abraham Lincoln verstirbt im Alter von 11 Jahren an Typhus. Der Präsident und seine Frau sind untröstlich. Mehrfach begibt Lincoln sich auf den Friedhof, um den kleinen Jungen noch einmal in den Armen zu halten. Doch er ist nicht allein auf dem Friedhof. Die Seelen zahlreicher Verstorbener bewohnen den Friedhof. Sie befinden sich im Bardo, der nach tibetisch-buddhistischer Vorstellung eine Zwischenexistenz zwischen Diesseits und Jenseits darstellt. Sie ahnen im Innersten, dass sie tot sind, weigern sich jedoch, dies anzuerkennen. Als die Seele des kleinen Willie im Bardo eintrifft, beratschlagen sie, was sie für ihn tun können.

Für mich war George Saunders‘ erster Roman auch die erste Lektüre dieses Autors, daher war ich nicht mit seinem experimentellen Stil vertraut. Ich hatte jedoch in einigen Rezensionen gelesen, dass es sich hier um ein höchst ungewöhnliches Werk handelt. Tatsächlich war ich gleich auf der ersten Seite verwirrt: Wer ist denn hier der Erzähler? Irgendwann taucht der Name „hans vollmann“ auf. Die Suchmaschine führte mich zu einem Artikel im New Yorker, in dem das Konzept des Buches erläutert wird. Nach der Lektüre dieses Artikels fand ich mich in dem Buch zurecht. Hans Vollmann ist einer der Verstorbenen, die auf dem Oak Hill Cemetery in Washington im Bardo verweilen. Diese Verstorbenen sind die Erzähler des Romans, ähnlich wie in einem Drama kommen sie abwechselnd zu Wort und wer gerade sprach, wird hinter der jeweiligen Passage angegeben. Diese Kapitel erinnern daher an ein Drama, ja, an ein altgriechisches Drama, denn die Stimmen ergeben zusammen einen Chor. (Von selbst bin ich darauf ehrlich gesagt nicht gekommen, bei diesem Buch lohnt es sich, im Netz ein wenig die Hintergründe zu recherchieren.)  Unterbrochen wird der Chor durch Kapitel, in denen Auszüge aus (fiktiven?) historischen Zeugnissen Lincoln und seine Familie sowie die Krankheit und den Tod des Kindes beschreiben. Erstaunt war ich, auch in diesem Buch wieder auf das Thema der unzuverlässigen Geschichtsschreibung zu stoßen. So wird die Mondphase in der Nacht von Willies Tod einmal als Halbmond, mal als Neumond, mal als Vollmond beschrieben. Auch die Aussagen zum Äußeren von Abraham Lincoln widersprechen sich drastisch, was zeigt, wie stark geschichtliche Zeugnisse von der individuellen Wahrnehmung abhängen.

Die Themen, die Lincolns Leben bestimmten, kommen durch den Chor zur Sprache: die sehr rührend beschriebene Trauer des Präsidenten, der Bürgerkrieg, die Tatsache, dass viele Bürger es Lincoln sehr übel nahmen, dass er ihre Söhne wegen Sklaven in den Tod schickte und natürlich auch die Sklaverei selbst. Interessant ist, dass einer der Schwarzen im Chor die eloquenteste Sprache aufweist.

Die Struktur des Romans macht ihn besonders interessant, die Sprache ist wunderbar und der immer wieder aufblitzende Humor von George Saunders, der sich vor allem in der Weigerung der Seelen äußert, ihren Tod zu akzeptieren, gefiel mir sehr. Nach einer Weile wurde das Lesen jedoch ermüdend für mich, die Begeisterung und der Lesegenuss ließen nach. Obwohl die Seiten nicht eng beschrieben und das Buch daher nicht sehr umfangreich ist, war ich froh, als ich das Ende erreicht hatte. Mein Fazit ist, dass das Buch wahnsinnig interessant gemacht und sprachlich meisterhaft geschrieben ist, jedoch nur begrenzt zugängig.

Aufgrund dieser mangelnden Zugänglichkeit sehe ich das Buch durchaus auf der Shortlist, aber nicht unbedingt als Sieger.

P.S.: Die Hörbuchadaptation des Romans scheint sehr interessant zu sein, da ein ganzes Ensemble von Schauspielern die Rolle des Chors übernimmt.

(c) Bastei Lübbe

England im Jahre 1360: Der zwölfjährige Robin von Waringham wird in einem Kloster erzogen. Die Nachricht vom Tod seines Vaters trifft ihn besonders hart, da dieser Verrat begangen und sich danach selbst gerichtet haben soll. Der Verrat geht mit dem Verlust des Adelstitels und des Besitzes der Familie einher. Obwohl Robins Mutter schon lange verstorben ist und seine Schwester in einem Kloster an der Grenze zu Wales lebt, kehrt Robin nach Waringham zurück, um sich als Stallbursche zu verdingen. Der neue Earl of Waringham ist ihm gegenüber freundlich gesinnt, ganz anders als sein Sohn Mortimer…

Rebecca Gablés erster Roman in der Waringham-Saga ist inzwischen 20 Jahre alt, ich bin also ziemlich spät auf den Zug aufgesprungen. Das Setting des ersten Bandes interessiert mich sehr: England unter der Herrschaft der Plantagenets, während des Hundertjährigen Krieges. Auch wie das Buch angelegt ist, ist genau mein Ding: fiktive Figuren in Interaktion mit historischen. Dementsprechend war ich zuversichtlich, dass mir das Buch gefallen wird. Und tatsächlich gefielen mir sowohl die fiktiven Charaktere, besonders Robins Schwester Agnes, als auch die Darstellung der historischen Persönlichkeiten, von denen John of Gaunt, der Sohn des Königs Edward III. und Duke of Lancaster, der wichtigste ist. Er wird häufig negativ dargestellt, in Gablés Roman ist er in eingeschränkter Form ein Sympathieträger. Mortimer, der Bösewicht des Romans, ist eine dieser Figuren, die man mit Vergnügen hasst, ich musste des Öfteren an Joffrey aus The Song of Ice and Fire aka Game of Thrones denken. Doch Gablés Charaktere sind erfreulicherweise nicht eindimensional, wir lernen auch Mortimers verletzliche Seite kennen.

Wie bereits erwähnt, gefällt mir die lebendige Darstellung der historischen Charaktere und Ereignisse sehr gut, der Leser erfährt viel über englisch-europäische Geschichte und Politik, Gablés Recherche ist tadellos.

Was mich dazu veranlasst, dem Buch nur 3 von 5 Sternen zu geben, ist der Plot, der vor allem auf Spannung und die Feindschaft zwischen Robin und Mortimer angelegt ist. Hierdurch wird leider vieles auch sehr vorhersehbar und klischeehaft, was vor allem für die wichtigste Liebesgeschichte gilt. Als sich diese andeutete, dachte ich nur: „stöhn, bitte nicht“. Da ich nicht spoilern will, äußere ich mich hier nicht näher dazu, aber es handelt sich um ein gängiges Plot-Device, das mich wirklich sehr genervt hat. Auch die Feindschaft zwischen Robin und Mortimer ist so ein Plot-Device, ein Klischee, das in dem Buch etwas zu stark strapaziert wird. Und leider auch etliche Längen in dem 1300-Seiten-Wälzer erzeugt.

Nichtsdestotrotz werde ich auch den zweiten Teil der Saga lesen, denn Gablés Werke sind wegen ihrer guten historischen Darstellung definitiv lesenswert. Vielleicht gelingt es Rebecca Gablé im nächsten Band besser, mich zu überraschen.

Ich bin fertig mit dem 1300-Seiten-Schinken! Und das nächste Buch hat unter 400! Das bedeutet, dass ich tatsächlich mal vorankommen kann 😉

Diese Woche (aus-)gelesen: 1

  • Rebecca Gablé: Das Lächeln der Fortuna. In den sozialen Netzwerken haben mir viele gesagt, wie toll sie das Buch finden. Ich selbst konnte leider nur 3 von 5 Sternen vergeben. Warum, werde ich in der Rezension erklären. Ich nehme gleich vorweg, dass es NICHT an verfälschter Geschichte lag, da scheint mir Gablé sehr gewissenhaft.

Ich lese gerade:

  • George Saunders: Lincoln in the Bardo. Saunders schreibt – anders. Zu Beginn der Lektüre war ich etwas ratlos, doch ein Artikel über das Buch im New Yorker half mir weiter. Mir gefällt es durchaus, aber 1300 Seiten könnte ich davon nicht lesen 😉

Neuzugänge: 2

  • V. H. Leslie: Bodies of Water (gehört noch in den Juli, hab ich letzte Woche ganz vergessen zu nennen. Hab ich als günstige Kindle-Ausgabe heruntergeladen.)
  • Margaret Atwood: The Penelopiad. Jahaa, die Sache mit der griechischen Mythologie 😉 Ich habe das Buch gebraucht über abebooks bei BetterWorldBooks bestellt. Hatte ein bisschen Bedenken, da es sich um ein ehemaliges Büchereibuch handelt. Der Zustand ist aber angesichts des geringen Preises gut und ich fand es irgendwie, äh, „charming“ (sorry, Wortfindungsstörungen), den eingeklebten Büchereileihzettel der Limerick Public Library darin vorzufinden 🙂 Ich hab regelrecht Lust, mir mehr Bücher dort zu bestellen, um Bücher von weiteren interessanten Vorbesitzern zu bekommen 😀

Diese Woche (aus-)gehört: 1

  • Philip Pullman: Northern Lights. Hachz. Ich muss glaub ich nicht viel dazu sagen. Meine liebste Buchreihe (Der Herr der Ringe ist eigentlich keine Reihe.)

Ich höre gerade:

  • Den Podcast „The Readers“ von Simon Savidge und Thomas Otto. Wollte ich mir schon länger mal anhören (ich liebe Simons Blog und YouTube-Kanal) und da ich mein neues Audible-Guthaben erst in 22 Stunden bekomme, überbrücke ich damit. Die aktuelle Folge hat mir schon einmal seeehr gut gefallen. So wunderbare Buchmenschen!
  • Danach geplant: Zadie Smith: Swing Time. Dann mein 2. Man Booker-Read 🙂

Hörbuchneuzugänge: 0

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix (keine Zeit, muss (und will) lesen!

Gerichte der Woche:

Buntes Ofengemüse mit Basilikum-Quark-Dip. Aus der aktuellen Köstlich vegetarisch.

Zucchini-Quinoa-Topf mit Feta

Letzten Dienstag war ich außerdem bei der lieben Katja, die mich ganz phänomenal bekocht hat:

Herrlicher Salat mit leckeren Rote-Linsen-Walnuss-Bällchen!

Schakschuka!

Und Käsekuchen mit Heidelbeeren!

Alles war wahnsinnig lecker und ich hinterher am Platzen 😉 Noch mal vielen Dank für die Einladung, Katja! ❤

Heute Morgen war es so schön kalt, dass ich erste Herbsthoffnungen habe. Ich sag es lieber nicht zu laut, letztes Jahr ist es um diese Zeit erst richtig heiß geworden. Ich freue mich so auf den Herbst, wenn er nur nicht immer so schnell vorbei wäre!

Natürlich möchte ich bis, im Oktober der Sieger gekürt wird, meine ausgewählten Titel aus der Man Booker Prize-Longlist lesen. Und dann gab es ja da noch den deutschen Buchpreis. Hm. Mal schauen, wie ich das alles und den SuB-Abbau unter einen Hut bekomme 😉

Ich wünsche euch eine spätsommerliche Lesewoche!

(c) Faber & Faber

Deutscher Titel: Ein verborgenes Leben

Irland zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Der Psychiater Dr. Grene arbeitet in einer psychiatrischen Klinik, die demnächst abgerissen werden sollen, und kümmert sich um den Verbleib der Patienten. Hierzu sucht er unter anderem die einhundert Jahre alte Roseanne McNulty auf, die schon seit vielen Jahrzehnten in der Klinik lebt. Er vermutet, dass sie gar nicht psychisch krank ist, und erwägt, sie zu entlassen. Gleichzeitig schreibt Mrs McNulty ihre Lebensgeschichte in einem geheimen Tagebuch auf. Langsam kommt ans Licht, wie es damals zu ihrer Einlieferung kam. Wir erfahren dies abwechselnd aus Roseannes Aufzeichnungen und aus Dr. Grenes Sicht.

Sebastian Barry ist zweifellos ein großartiger Autor, seine Formulierungen sind wunderbar, stellenweise poetisch, es macht Spaß, seinen Text zu lesen. Gut gefallen hat mir an dem Buch außerdem die kluge Diskussion der Unzuverlässigkeit von Geschichte und Erinnerung, ein Thema, auf das ich immer häufiger in Büchern stoße und das ich sehr interessant und wichtig finde.

Sätze wie diesen finde ich fabelhaft:

„For history as far as I can see is not the arrangement of what happens, in sequence and in truth, but a fabulous arrangement of surmises and guesses held up as a banner against the assault of withering truth“. (Seite 55)

In diesem Zusammenhang erleben wir Roseanne als unzuverlässige Erzählerin, ihren Erinnerungen ist nicht zu trauen:

„I have to be very careful with these ‚memories‘ because I realise there are a few vivid remembrances from this troubled time that I know in my heart cannot have happened.“ (Seite 242).

Weitere Themen, die Barry in seinem Buch behutsam behandelt, sind Liebe und Tod sowie die Ungerechtigkeiten und rigiden Moralvorstellungen, unter denen im katholischen Irland vor allem Frauen zu leiden hatten. Selbstverständlich spielen in den Rückblicken auf Roseannes Leben auch der irische Bürgerkrieg sowie die Weltkriege eine wichtige Rolle.

Trotz all dieser positiven Aspekte konnte ich nicht mehr als 3 von 5 Sternen für das Buch vergeben. Vielleicht habe ich zu viele „Familiengeheimnis-Romane“ gelesen, jedenfalls konnte ich schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Auflösung des Geheimnisses vorhersagen. Eine Zeit lang hoffte ich noch, dass es einen Twist geben würde, der mir nicht klar war, aber tatsächlich endete das Buch genau so, wie ich es vermutet hatte. Und ich muss sagen, diese Auflösung war mir zu weit hergeholt und auch zu kitschig. Die Sprache des Romans ist sicherlich von einer Qualität, die das Buch für Buchpreise qualifiziert (Sieger Costa Book Award 2008, Shortlist Man Booker Prize 2008).

Der Plot kann da jedoch meiner Meinung nach nicht mithalten. Ein schön geschriebenes, aber vorhersehbares Buch.

Oje. SuB-Aufbau ist das Motto… Ich habe mich außerdem entschieden, zukünftig nicht die komplette Seitenzahl eines Buches in den Folgemonat zu übernehmen, wenn ich es nicht ausgelesen habe. Ich habe nämlich im Juli 924 der knapp 1300 Seiten von „Das Lächeln der Fortuna“ gelesen und wenn ich die nicht zähle, wird meine Seitenzahl katastrophal aussehen 😉 Ist ja auch eigentlich sinnvoller so. Nur bei Hörbüchern bleibe ich bei der alten Vorgehensweise, da man da ja nicht die genaue Seitenzahl kennt.

Gelesen: 3

  • Sebastian Barry: The Secret Scripture, 3 Sterne
  • Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen, 4 Sterne – Rezension
  • Allie Brosh: Hyperbole and a Half, 4 Sterne

Außerdem:

  • 41 Seiten von Charles Dickens‘ „Our Mutual Friend“
  • 924 Seiten von Rebecca Gablés „Das Lächeln der Fortuna“

 

Neuzugänge: 7

  • Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen (Rezensionsexemplar)
  • Natalie Haynes: The Children of Jocasta
  • Sebastian Barry: Days Without End
  • Emily Fridlund: History of Wolves
  • George Saunders: Lincoln in the Bardo
  • Colson Whitehead: The Underground Railroad
  • V. H. Leslie: Bodies of Water (hab ich am Sonntag ganz vergessen)

Gehört: 1

  • Helmut Schmidt: Was ich noch sagen wollte, 4 Sterne

Hörbuchneuzugänge: 1

  • Philip Pullman: Northern Lights

Stand Roman-SuB: 102 (+4)

Stand Sachbuch-SuB: 47 (+/- 0)

SuB-Abbau: +4. Hmpf!

Gelesene Seiten: 2419

Seiten pro Tag: 78

Zufrieden bin ich damit nicht, aber nix zu machen. SuB-Abbau hoffentlich wieder im nächsten Monat! Ich wünsche euch einen phänomenalen Lesemonat August!