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Tempus Fugit #244

Und schon brennt das zweite Kerzchen! Aufgrund eines Restaurantbesuchs am Freitag und des Besuchs meiner Schwester aus Hessen bin ich Freitag und Samstag überhaupt nicht zum Lesen gekommen. Ansonsten genieße ich es aber sehr, abends beim Licht der Kerzen und meiner beiden Lichtsterne an den Fenstern zu lesen. Das ist so ziemlich das Beste an der Weihnachtszeit, finde ich 🙂

Diese Woche ausgelesen: 0

Ich lese gerade:

  • Edward Rutherfurd: New York

Neuzugänge: 1

Jimmy Nelson: Before They Pass Away. Diesen großartigen Bildband über die letzten Naturvölker wollte ich schon lange haben, er war aber immer seeehr teuer. Jetzt gibt es eine Ausgabe für 50 Euro, und da ich noch einen 30-Euro-Gutschein hatte, habe ich zugeschlagen🙂

Diese Woche (aus-)gehört: 0

Ich höre gerade:

  • Thomas Hardy: Tess of the D’Urbervilles. Noch eine Viertelstunde hab ich.

Hörbuchneuzugänge: 0

Geguckte Filme/DVDs: die sechste Folge der sechsten Staffel von Game of Thrones

Gerichte der Woche:

Spaghetti mit Grünkohl-Walnuss-Pesto. Aus der aktuellen Köstlich vegetarisch.

Spaghetti mit Grünkohl-Walnuss-Pesto. Aus der aktuellen Köstlich vegetarisch.

Würzige Pilz-Reis-Pfanne. Aus der Köstlich vegetarisch 6/15.

Würzige Pilz-Reis-Pfanne. Aus der Köstlich vegetarisch 6/15.

Heute werde ich nur noch duschen und danach einen Booktube-Marathon machen. Und dabei stricken. Den Fortschritt seit letzter Woche brauche ich euch nicht zu zeigen, denn ich habe das Stück seitdem zweimal komplett aufgezogen wegen Fehlern, die ich nicht beheben konnte 😦 Ich schaffe es einfach nicht, das Projekt noch mal aufzufädeln, wenn ich eine Reihe aufgezogen habe… *frust* Heute Abend wird dann natürlich endlich wieder gelesen!

Ich wünsche euch einen wunderbuchigen 2. Advent!

Der November war wieder ein etwas besserer Lesemonat, viel schlechtes Wetter trug dazu bei, dass ich abends umso lieber auf der Couch saß und las und dem draußigen Sturm horchte. *kurz Luft holen, sonst geht’s sprachlich mit mir durch*

Da ich zurzeit an einem dicken Wälzer hänge, habe ich es im November nicht geschafft, meine 3 Kapitel Dickens zu lesen, das muss ich jetzt irgendwie nachholen. Bei „New York“ bin ich über die Hälfte hinweg, hab den Bürgerkrieg hinter mir und den ersten Weltkrieg vor mir. (Irgendwie schon traurig, wenn man den Fortschritt eines Buches in Kriegen misst…)

Gelesen: 3

  • Vicki Baum: Menschen im Hotel, 3 Sterne – Rezension
  • Colm Toíbín: Brooklyn, 4 Sterne – Rezension
  • Stefanie Stahl: Das Kind in dir muss Heimat finden, 4 Sterne

Gehört: 3

  • J. K. Rowling: Harry Potter and the Goblet of Fire, 5 Sterne
  • Hermann Langbein , H. G. Adler: Auschwitz: Topographie eines Vernichtungslagers. Da es sich um ein Hör-Feature handelt, veranschlage ich entsprechend der Laufzeit mal 100 Seiten. 5 Sterne – Rezension
  • Vladimir Sorokin: Der Schneesturm, 4,5 Sterne – Rezension

Neuzugänge:

Hörbuchneuzugänge: 3

  • Hermann Langbein , H. G. Adler: Auschwitz: Topographie eines Vernichtungslagers
  • Thomas Hardy: Tess of the D’Urbervilles
  • Vladimir Sorokin: Der Schneesturm

Stand Roman-SuB: 99 (-3)

Stand Sachbuch-SuB: 47 (-1)

SuB-Abbau: -3

Gelesene Seiten: 1823

Seiten pro Tag: 61

In den Zahlen spiegelt sich die „Besserheit“ dieses Lesemonats nicht ganz wider, aber das liegt vor allem daran, dass ich sowohl bei Buch als auch bei Hörbuch an dicken Wälzern hänge. Mit dem Hardy bin ich auch fast durch. Mein Ziel, in diesem Jahr 80 Bücher zu lesen, sollte ich problemlos erreichen, der Stand ist momentan 75. Nachdem ich einige Videos auf Booktube zum Thema „Vielleserei“ gesehen habe, überlege ich, die Goodreads-Challenge für das nächste Jahr niedriger anzusetzen – ich weiß nicht, was beruflich so auf mich zukommt, und es geht ja nun wirklich nicht darum, wie viele Bücher man im Jahr schafft. Das verführt leicht dazu, kürzere Bücher zu lesen, um möglichst gute Bücherzahlen vorweisen zu können. Wie haltet ihr das?

Ich wünsche euch einen adventigen Lesemonat Dezember!

 

Tempus Fugit #243

Ok, es ist Advent. Ich habe den Advents-, äh das Adventsrechteck aufgestellt und Lichtersterne aufgehängt. Bei diesem schummerigen Licht zu lesen, hat ja auch was.

Danke für den Zuspruch, den ihr mir immer zukommen lasst, wenn ich Termine habe! Der letzte hat mir zumindest eine wichtige Erkenntnis gebracht 🙂

Diese Woche ausgelesen: 1

  • Stefanie Stahl: Das Kind in dir muss Heimat finden

Ich lese gerade:

  • Edward Rutherfurd: New York

Diese Woche (aus-)gehört: 0

Ich höre gerade:

  • Thomas Hardy: Tess of the D’Urbervilles

Hörbuchneuzugänge: 0

Geguckte Filme/DVDs: die vierte und fünfte Folge der sechsten Staffel von Game of Thrones. Das Ende der fünften war ja wohl der Hammer!

Gerichte der Woche:

Linsen-Maronen-Ragout mit Muschelnudeln. Aus der aktuellen Köstlich vegetarisch.

Linsen-Maronen-Ragout mit Muschelnudeln. Aus der aktuellen Köstlich vegetarisch.

Projekte:

Habe das Linksstrickübungsstück „Fensterbankdeckchen für Bilbo“ fertiggestrickt:

Jetzt habe ich mein erstes Projekt mit der guten Wolle angefangen, die ich bei Loveknitting gekauft habe. Es soll ein Rippenschal werden. Mit dieser Wolle (100 % Merino) zu arbeiten, ist ein Vergnügen!

Am späten Nachmittag geht es für mich dann auch gleich auf den ersten Weihnachtsmarkt im Nachbarort. Ich wünsche euch einen schönen 1. Advent!

(c) Penguin

(c) Penguin

Irland in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Wie viele andere junge Frauen lebt Eilis in relativer Armut, hat kaum Aussichten auf eine Anstellung. Doch da der Vater verstorben ist und sie und ihre Mutter vom Gehalt der älteren Schwester leben, sieht Eilis sich in der Pflicht, als sie die Möglichkeit hat, nach New York, genauer gesagt nach Brooklyn, auszuwandern und dort in einem Kaufhaus zu arbeiten. Eilis nimmt die Bürde auf sich, opfert sich. Doch kann sie in New York glücklich werden, als Verkäuferin und weit weg von ihrer Familie?

Colm Tóibíns Roman, der im Jahr 2009 den renommierten Costa Novel Award gewann, ist im Grunde genommen sehr viel länger als 252 Seiten. Denn ich habe selten ein Buch gelesen, in dem so viel unausgesprochen bleibt, wie dieses. Eilis erfüllt ihre Pflicht, ohne sich zu beschweren, dieses Schema zieht sich durch das gesamte Buch. Dass sie damit ihre Freiheit und ihr Glück aufgibt, es steht zwischen den Zeilen, wird deutlich in Bildern. Tóibín erweist seinen Lesern damit viel Vertrauen, dass sie sein Buch richtig lesen werden. So bleibt manche Szene seltsam unbefriedigend, doch im Nachhinein wird klar – das war beabsichtigt. Denn diese Szenen machen die Unzulänglichkeit von Eilis‘ Situation und ihrer Beziehungen deutlich.

Sprachlich liest sich der Roman sehr schön, am besten gefallen haben mir die Schilderungen der Eindrücke, die in Brooklyn auf Eilis einprasseln:

„For each day, she thought, she needed a whole other day to contemplate what had happened and store it away, get it out of her system so that it did not keep her awake at night or fill her dreams with flashes of what had actually happened and other flashes that had nothing to do with anything familiar, but were full of rushes of colour or crowds of people, everything frenzied and fast.“ (Seite 58)

Auch der Multi-Kulti-Faktor Brooklyns wird wunderbar beschrieben, jeder wird dort, unabhängig von der Herkunft, (angeblich) gleich behandelt. Doch dies endet spätestens bei Schwarzamerikanern, der grassierende Rassismus im Amerika der Rassentrennung wird in nur wenigen leisen, jedoch eindrücklichen Bildern geschildert.

Ein Plot-Twist sorgt dafür, dass Eilis für einen Besuch nach Irland zurückkehren muss – und wieder steht sie vor einer schwierigen Entscheidung, die auf den Leser herzzereißend wirken kann.

Colm Tóibín hat ein schönes, einfühlsames Buch geschrieben, das den Leser die Bitternis der Pflichterfüllung schmecken lässt.

Tempus Fugit #242

Es ist kein Advent! Nein! Wir haben noch eine Woche Zeit!

Diese Woche ausgelesen: 0

Ich lese gerade:

  • Stefanie Stahl: Das Kind in dir muss Heimat finden. Hab noch 30 Seiten.
  • Edward Rutherfurd: New York. Da ich das obige Buch nicht immer lesen kann, hab ich mir noch was zur Unterhaltung rausgesucht. Und wie bei den meisten von Rutherfurds Büchern macht es mir riesig Spaß, ganz in die Vergangenheit einzutauchen, mich in die Karten im Buch zu vertiefen und mir vorzustellen, wie der Ort, den heute die Metropole New York einnimmt, in früheren Jahrhunderten ausgesehen hat, und wie sich die Stadt entwickelte.

Diese Woche (aus-)gehört: 0

Ich höre gerade:

  • Thomas Hardy: Tess of the D’Urbervilles

Hörbuchneuzugänge: 0

Geguckte Filme/DVDs: die ersten drei Folgen der sechsten Staffel von Game of Thrones

Gerichte der Woche:

Grünkern-Lauch-Gratin mit Haselnuss-Feta-Kruste. Rezept ist aus der letzten Köstlich vegetarisch. Seeehr lecker!

Grünkern-Lauch-Gratin mit Haselnuss-Feta-Kruste. Rezept ist aus der letzten Köstlich vegetarisch. Seeehr lecker!

Radicchio-Risotto. Auch lecker :-)

Radicchio-Risotto. Auch lecker🙂

Projekte:

Ich habe meinen ersten Übungsschal fertiggestrickt!

Note to self: Am Ende ordentlich Wolle zum Abketten übriglassen...

Note to self: Am Ende ordentlich Wolle zum Abketten übriglassen…

Nach einem legendären Battle habe ich es dann geschafft, meine ersten linken Maschen zu stricken, das übe ich jetzt an einem Fensterbankdeckchen für Bilbo:

Zuletzt noch der obligatorische Aufruf, mir für morgen die Daumen zu drücken. Ja, ich bin mal wieder elend nervös, weil ich Angst habe, morgen an etwas zu scheitern. Ich werde wahrscheinlich für den Rest meines Lebens nie wieder einen entspannten Montag haben.

Habt alle noch einen schönen Sonntag!

(c) argon hörbuch

(c) argon hörbuch

Sprecher: Stefan Kaminski

Dauer: 5h 44 min, ungekürzt

Der Arzt Garin strandet auf dem Weg in das Dorf Dolgoje in einer Kutschenstation, denn dort gibt es angesichts des wütenden Schneesturms keine Pferde zum Wechseln. Garin reagiert wütend, wird er doch dringend in Dolgoje erwartet, wo eine seltsame „Pest“ ausgebrochen ist und der Impfstoff, den er mit sich führt, dringend benötigt wird. In seiner Not wendet er sich an den Brotkutscher Kosma, genannt „der Krächz“. Dieser willigt ein, ihn mit seinem von 50 Kleinpferden gezogenes Schneemobil in das Dorf zu bringen.

Während der ersten Lese- bzw. Hörminuten wähnt sich der Leser bzw. Hörer in einer Szenerie aus dem Russland des 19. Jahrhunderts. Spätestens, als von winzigen Pferden die Rede ist, die ein Schneemobil ziehen, und von weiteren seltsamen Kreaturen und Technologien, wird jedoch klar: Wir befinden uns in einer Dystopie. Welchen Zeitraum wir uns vorzustellen haben und wie es zu dem offensichtlichen Rückschritt der Menschheit kam, wird nicht erklärt, doch der Autor wartet im Verlauf des Buchs immer wieder mit wirklich originellen Ideen für die Entwicklung alternativer Technologien auf, die für mich angesichts der erzeugten Atmosphäre gleichzeitig den größten Unterhaltungswert und die größte Stärke des Romans darstellen. Das Buch liest bzw. hört sich kurzweilig, die Sprache ist gehoben, sehr angenehm. Spannung wird durch die ganze Situation erzeugt: Wird es dem Doktor und dem Krächz gelingen, nach Dolgoje zu gelangen? Welchen Seltsamheiten werden die unterwegs noch begegnen? Und was ist das für eine geheimnisvolle Krankheit, die etwas Merkwürdiges mit den Menschen zu machen scheint?

Die Hauptprotagonisten sind sehr unterschiedliche Typen, der Doktor pflichtbewusst, aber leicht auffahrend, Kosma aka Krächz bemüht, bescheiden und vor allem auf das Wohlergehen seiner Pferdchen bedacht, was ihn zu der sympathischeren der beiden Figuren macht. Wir erfahren über beide verschiedene Einzelheiten aus ihrer Vergangenheit, ohne dabei über ihren gesamten Lebensweg informiert zu werden.

Das Ende empfand ich als etwas unbefriedigend, ich hätte gerne noch mehr erfahren, mehr Auflösungen für Aspekte der Geschichte erhalten, es ist jedoch absolut stimmig.

Ich habe russische Literatur bisher sträflich vernachlässigt in meinem Leseleben, dieses originelle Buch mit seiner schönen Sprache hat mir sehr viel Lust auf mehr gemacht.

Ich brauche kaum zu erwähnen, dass Stefan Kaminski seinen Job großartig macht, er ist der talentierteste Hörbuchsprecher, den ich kenne.

 

(c) Kiepenheuer & Witsch

(c) Kiepenheuer & Witsch

In einem Grand Hotel im Berlin der Zwanziger Jahre leben unterschiedlichste Gäste: ein versehrter, depressiver Arzt, eine alternde russische Primaballerina, der Generaldirektor einer Textilfirma, der ein gewagtes Spiel treibt, ein gutaussehender Baron, der alle Herzen für sich gewinnt, aber nicht das ist, was er zu sein scheint, ein Hilfsbuchhalter, der nur noch wenige Wochen zu leben hat und seine Ersparnisse draufhauen will, um noch zu erfahren, wie das gute Leben sich anfühlt. Anhand dieser Personenkonstellation kreiert Vicki Baum einen Bildausschnitt der Zwanzigerjahre in Berlin.

Ein Bildausschnitt, muss ich betonen. Trotz des Einsatzes typischer Bilder für das Berlin der Zwanzigerjahre, wie der noch intakten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, muss ich konstatieren, dass bei der Lektüre von Vicki Baums berühmten Roman aus dem Jahr 1929 bei mir weder ein rechtes Zwanzigerjahre-Feeling noch ein richtiges Berlin-Feeling aufkam.

Ähnlich verhält es sich mit den Protagonisten des Romans, ihre jeweilige Sichtweise schildert Vicki Baum durchaus eindringlich, dennoch bleiben sie merkwürdig zweidimensional, einzig der todkranke Kringelein wirkt plastischer angesichts seiner Situation, er ist zweifellos der interessanteste Charakter des Romans. Eine echte Verbindung konnte ich jedoch selbst zu ihm nicht herstellen, sodass ich gestehen muss, dass der Plot mich eher langweilte.

Sprachlich konnte Vicki Baum mich eher überzeugen, stellenweise ist die Sprache kraftvoll und starke Bilder:

„‚Es ist gar nicht so schlimm'“, sagte Kringelein. ‚Man braucht keine Angst zu haben, es ist nicht schlimm.‘ Und damit meint Kringelein nicht nur die teure Schneiderrechnung und nicht nur die Avusfahrt und nicht nur den Flug – sondern all dieses zusammen und dann noch, daß er bald sterben wird, wegsterben von der kleinen Welt, hinaussterben aus der großen Angst, hinaufsterben, wenn es geht, noch höher, als Maschinen fliegen können.“ (Seite 161 meiner Ausgabe)

Insgesamt ist dies ein sprachlich lesenswertes Buch, von dem man jedoch nicht allzu viel Atmosphäre erwarten sollte.