Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Februar 2017

Der Februar war definitiv ein besserer Lesemonat für mich  als der Januar, doch eine gewisse Verzweiflung kann ich nicht leugnen: Ich will viel zu viele Bücher lesen! Nie und nimmer werde ich sie alle schaffen! Meine Goodreads-Wunschliste enthält mittlerweile fast 700 Bücher. Ich brauche den Stein der Weisen! Großes Gejammer!

Gelesen: 5

  • Dee Brown: Bury My Heart at Wounded Knee – Rezension
  • Peter Härtling: Hallo Opa Liebe Mirjam
  • Sherman Alexie: The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian – Rezension
  • Edward S. Curtis: Die Indianer Nordamerikas – Die kompletten Portfolios
  • Marlen Haushofer: Die Wand – Rezension
  • Plus Kapitel 14-16 des zweiten Teils von „Our Mutual Friend“ von Charles Dickens – 39 Seiten

Gehört: 3

  • Peter Wohlleben: Das Seelenleben der Tiere – Rezension
  • Carrie Fisher: The Princess Diarist – Rezension
  • Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse

Neuzugänge: 1

  • Edward S. Curtis: Die Indianer Nordamerikas – Die kompletten Portfolios

Hörbuchneuzugänge: 4

  • Peter Wohlleben: Das Seelenleben der Tiere
  • Carrie Fisher: The Princess Diarist
  • Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse
  • J. K. Rowling: Harry Potter and the Half-Blood Prince

Stand Roman-SuB: 99 (-3)

Stand Sachbuch-SuB: 48 (-1)

SuB-Abbau: – 4

Gelesene Seiten: 2735

Seiten pro Tag: 98

So könnte es von mir aus weitergehen, aber im März werden mindestens 3 Neuzugänge hinzukommen, da ich in den nächsten beiden Monaten an drei Buddyreads teilnehmen werde. Ich werde das in Zukunft etwas einschränken, ich will wirklich meinen SuB abbauen.

Stephen Frys Autobiografie wollte ich eigentlich noch im Februar schaffen, aber hui, die ist ganz schön anspruchsvoll (hätte ich mir bei Großbritanniens Oberintellektuellem ja denken können ;-))

Ich wünsche euch einen wunderbaren Frühlingslesemonat März!

 

Read Full Post »

Tempus Fugit #256

So langsam kann ich mich auf die Frühlingsstimmung einlassen. Bisher war mir das zu früh, Februar ist für mich eindeutig ein Wintermonat, aber nun rückt der 1. März immer näher und von mir aus kann es dann jetzt losgehen mit der Blüherei. Mir graut es nur vor einem heißen Sommer, den will ich einfach nicht mehr.

Diese Woche (aus-)gelesen: 1

  • Marlen Haushofer: Die Wand

Ich lese gerade:

  • Stephen Fry: Moab is My Washpot. Sehr, seeehr britisch 😉

Neuzugänge: 0

Diese Woche (aus-)gehört: 1

  • Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse

Ich höre gerade:

  • J. K. Rowling: Harry Potter and the Half-Blood Prince. Womit Herr Fry zurzeit also mein Komplettunterhalter wäre 😉

Hörbuchneuzugänge: 1

  • J. K. Rowling: Harry Potter and the Half-Blood Prince

Geguckte Filme/DVDs:

  • In meinem Himmel, irgendwo im deutschen Fernsehen. Ja, ich habe allen Ernstes mal einen Film geschaut (Sensation!). Hatte irgendwie mitgekommen, dass der kommt, und da ich Saoirse Ronan und Rachel Weisz mag, hab ich mich trotz Synchro darauf eingelassen. Und bin froh darüber, was für ein einfühlsamer Film! Da hat Peter Jackson sein Können wieder unter Beweis gestellt. Ich hab auch tatsächlich geheult.

Gerichte der Woche:

Bunter Wirsingauflauf. Der war richtig lecker!

Bunter Wirsingauflauf. Der war richtig lecker!

 

Gerösteter Rosenkohl mit Schalotten, dazu Vollkornreis. Die wohl geilste Zubereitungsart für Rosenkohl!

Gerösteter Rosenkohl mit Schalotten, dazu Vollkornreis. Die wohl geilste Zubereitungsart für Rosenkohl!

Ansonsten habe ich gestrickt diese Woche. Ich kann es gar nicht fassen, wie viel Nerv und Geduld ich da aufbringen kann. Ich weiß nicht, wie oft ich diese scheiß Socke wieder aufgezogen hab, bis ich es auch nur bis zur ersten richtigen Bündchenreihe geschafft habe.

Das Bündchen hab ich dann ganz gut hinbekommen, aber ärgerlicherweise dann gleich zu Anfang des Hauptteils einen üblen Fehler gemacht, sodass jetzt ein Faden durch den „Innenraum“ verläuft. Aber noch mal aufziehen kommt nicht in Frage. Mein anderes Projekt, die Tweed-Tasche, ist unterdessen fast fertig. Hat jemand Tipps für anfängertaugliche Strickbücher? Schöne Tücher würde ich gerne stricken, aber vorerst ohne Loch- und Zopfmuster etc.

So, ich gedenke jetzt, mich in die Dusche zu begeben. Noch einen schönen Sonntag und allen Jecken frohes Feiern!

Read Full Post »

(c) Ullstein

(c) Ullstein

Ein Paar fährt gemeinsam mit der Cousine der Frau in ein Jagdhaus in den Bergen. Das Paar möchte am Anreisetag noch ins Dorf und lässt die Cousine, unsere namenlose Protagonistin, allein mit dem Jagdhund Luchs zurück. Seltsamerweise kehrt das Paar abends nicht zurück. Am nächsten Morgen macht sich die Protagonistin auf den Weg ins Dorf, um zu erfahren, was passiert ist. Da stößt sie plötzlich gegen eine unsichtbare Barriere. Die Frau ist verwirrt, was ist denn das? Die wenigen Menschen, die sie auf der anderen Seite der unsichtbaren Wand erkennen kann, sind völlig bewegungslos, mitten in der Bewegung erstarrt. Die Wand scheint den Berg weitläufig abzusperren. Die Frau muss sich nun darauf einstellen, allein mit dem Hund zurechtzukommen.

Die Prämisse ist faszinierend. Woher kommt diese Wand, was ist passiert, sind die Menschen auf der anderen Seite wirklich tot? Handelt es sich um ein regionales Phänomen oder gibt es überhaupt noch Leben außerhalb der Wand? Und auf der Seite der Protagonistin? Die meisten dieser Fragen werden für die Leserin ebenso im Dunkeln bleiben wie für die Protagonistin.

Diese rechnet zunächst zwar noch mit Rettung, akzeptiert jedoch erstaunlich schnell, dass sie vorerst isoliert ist. Schnell beginnt sie, sich im Jagdhaus einzurichten. Mit Bewunderung verfolgt die Leserin, wie gut sie klarkommt – es sind zwar noch viele Vorräte im Haus vorhanden, doch die sind endlich. Ein Kartoffelacker und ein Bohnenfeld werden angelegt – und die Protagonistin geht gezwungenermaßen auf die Jagd. Sie tötet die Tiere nicht gern, akzeptiert jedoch, dass ihr keine andere Wahl bleibt. Sie muss ja außerdem den Hund versorgen. Bald gesellen sich noch eine Katze und eine Kuh zu der Protagonistin, die ebenfalls auf ihrer Seite der Wand gestrandet sind. Zu den Tieren entwickelt sie eine enge emotionale Bindung, gerade zwischen ihr und Luchs entsteht eine ursprünglich wirkende Symbiose, beide sind voneinander abhängig. Man gewinnt den Eindruck, dass die Protagonistin gar nicht so unglücklich mit der Situation ist. Auch an ihren Gedankengängen ist zu erkennen, dass das naturverbundene Leben ihr viel echter erscheint, die schnelllebige Zivilisation wird immer unwirklicher für sie und bald akzeptiert sie auch, dass sie nicht mehr existiert. Sie denkt zwar manchmal an ihre Töchter, scheint jedoch nicht wirklich andere Menschen zu brauchen, die Tiere genügen ihr. Ich fühlte mich der Protagonistin bei der Lektüre sehr nahe. Ich will nicht andeuten, dass auch ich gut auf andere Menschen verzichten könnte, doch als Introvertierte, die sich oft wünscht, nur den Kater um sich herum zu haben, und Abende allein mit einem Buch unendlich genießt, kann ich ihre Haltung zumindest nachvollziehen. Gerade ihre Liebe zu den Tieren ist für mich absolut verständlich.

Keinesfalls sollte jedoch der Eindruck entstehen, dass das einfache Leben ohne die Errungenschaften der Zivilisation hier verklärt oder gar glorifiziert wird. Es passieren immer wieder schlimme Dinge, gegen die die Protagonistin gar nichts ausrichten kann, etwa der Tod einiger Nachkommen der Katze oder Krankheiten, die sie niederwerfen und die sie nur mit Not übersteht. Es wird ganz deutlich, dass ein solches Leben zeitlich begrenzt ist.

Auch eine feministische Lesart ist möglich und hinter der Wand wird das Geschlecht der Überlebenden irrelevant:

„Mein Körper, gescheiter als ich, hatte sich angepaßt und die Beschwerden meiner Weiblichkeit auf ein Mindestmaß eingeschränkt. Ich konnte ruhig vergessen, daß ich eine Frau war. Manchmal war ich ein Kind, das Erdbeeren suchte, dann wieder ein junger Mann, der Holz zersägte, …, ein sehr altes, geschlechtsloses Wesen.“ (Seite 82)

Marlen Haushofer hat mit ihrem bekanntesten Roman eine reizvolle Dystopie erschaffen, die viel Interpretationsspielraum lässt und die Leserin nachdenklich zurücklässt. Ein Werk, das lange nachhallt.

Read Full Post »

(c) Little, Brown Books

(c) Little, Brown Books

Deutscher Titel: Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers

Junior ist 14, wurde mit einem Hydrocephalus geboren, ist dünn, trägt Brille und stottert, daher hat er es im Spokane-Reservat mit seinen rauen Umgangsformen ohnehin schon nicht leicht. Glücklicherweise gibt es seinen besten Freund Rowdy, der ihm immer beisteht und ansonsten seinem Namen alle Ehre macht. Doch als ein Lehrer Junior davon überzeugt, dass er auf eine Schule außerhalb des Reservats gehen soll, ja muss, ist Junior erst recht der Buhmann und selbst Rowdy wendet sich von ihm ab.

Sherman Alexies semibiografischer Jugendroman ist gleichzeitig saukomisch und tieftraurig. Junior zeichnet Comics, dementsprechend ist sein Tagebuch mit witzigen Zeichnungen mit einer guten Portion Selbstironie ausgestattet, die im Buch durch Illustrationen von Ellen Forney wiedergegeben werden. Auch liegt es ihm fern, über die Mobbing-Attacken durch andere Reservatsbewohner zu jammern, er ist die Auge-um-Auge-Mentalität im Reservat gewohnt. Wie krass das Leben im Reservat die Chancen der Menschen verschlechtert, wird Junior so richtig bewusst, als er in die privilegierte „weiße“ Schule im benachbarten Reardan wechselt. Wie Leseratte Junior feststellt:

„I was the only kid, white or Indian, who knew that Charles Dickens wrote A Tale of Two Cities. And let me tell you, we Indians were the worst of times and those Reardan kids were the best of times.“ (Seite 50)

Der Tod ist alltäglich im Reservat und sehr oft mit Alkohol verbunden, die Indianer saufen sich förmlich zu Tode oder sterben bei Unfällen im Zusammenhang mit Alkohol. Auch Junior verzeichnet im Laufe des Buches mehrere Verluste, die den Leser fassungslos zurücklassen:

„But I was crying for my tribe, too. I was crying because I knew five or ten or fifteen more Spokanes would die during the next year, and that most of them would die because of booze. I cried because so many of my fellow tribal members were slowly killing themselves and I wanted them to live.“ (Seite 216)

Die Hoffnungslosigkeit der Reservatsbewohner ist herzzereißend und greifbar, die Indianer haben sich aufgegeben, mit ihrer Situation abgefunden. Mit der offenen Darstellung der Zustände im Reservat, des Alkoholismus und der Gewalt und der Erwähnung von Masturbation haben manche amerikanische Schülereltern wohl ein Problem, das Buch wurde an zahlreichen Schulen in den USA verboten. Dabei halte ich es für gerade besonders gut geeignet für Schüler – wie soll man Jugendliche zu verantwortungsvollen, handlungsbereiten Erwachsenen erziehen, wenn sie nichts über die Missstände und Ungerechtigkeiten in ihrem Land erfahren?

The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian ist ein wichtiges Buch mit viel Witz und Charme, das ich unbedingt weiterempfehlen möchte.

Read Full Post »

Tempus Fugit #255

WordPress hat mich soeben informiert, dass mein Blog heute 6 Jahre alt wird! Wie immer bin ich überhaupt nicht darauf vorbereitet 😉 Ich bedanke mich einfach einmal bei allen Leserinnen und Lesern, ohne euch wäre das langweilig hier! 🙂

Meine Woche war ein bisschen anstrengend, aber letzten Endes gut. Ich habe für meine Verhältnisse recht viel gelesen – obwohl die abendliche Müdigkeit nicht abreißt. Gerade trinke ich eine Kanne des Salzkarameltees von TeeGschwendner, kann ich sehr empfehlen!

Diese Woche (aus-)gelesen: 2

  • Sherman Alexie: The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian
  • Edward S. Curtis: Die Indianer Nordamerikas – Die kompletten Portfolios

Ich lese gerade:

  • Marlen Haushofer: Die Wand. Gefällt mir sehr gut bisher.

Neuzugänge: 0

Diese Woche (aus-)gehört: 1

  • Carrie Fisher: The Princess Diarist

Ich höre gerade:

  • Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse. Ich hatte mal wieder Lust auf einen schönen historischen Roman. Zu Beginn war ich sehr skeptisch, muss aber inzwischen doch sagen, dass mich das Buch gut unterhält.

Hörbuchneuzugänge: 1

  • Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix

Gerichte der Woche:

Vichyssoise. Hatte zu spät gesehen, dass die eigentlich kalt gegessen wird. Hat warm auch ganz gut geschmeckt, aber wird wohl kein Lieblingsgericht von mir.

Vichyssoise (Lauch-Kartoffel-Suppe). Hatte zu spät gesehen, dass die eigentlich kalt gegessen wird. Hat warm auch ganz gut geschmeckt, aber wird wohl kein Lieblingsgericht von mir.

War nicht viel mit Kochen diese Woche, ich hoffe, nächste Woche wird das wieder mehr. Montag gab es Sauerkrautgratin, aber den kennt ihr ja inzwischen, den brauche ich wohl nicht mehr zu zeigen 😉

Ich werde mich heute Nachmittag wahrscheinlich Booktube und meinem Strickzeug widmen. Meine kraus rechts gestrickte Tasche ist fast fertig, also habe ich es gewagt und das Nadelspiel für Strümpfe ausgepackt. Gerade habe ich sehr große Bedenken, dass ich das hinbekomme, aber ich dachte ja auch mal, es wäre anatomisch nicht möglich, linke Maschen zu stricken 😀 Außerdem werde ich wahrscheinlich als leichteres Projekt mit Stulpen in grau, rosa und lila beginnen.

Ich wünsche euch einen gemütlichen Sonntagnachmittag!

Read Full Post »

(c) Penguin Random House

(c) Penguin Random House

 

Dauer: 5 h 10 min

Sprecherinnen: Carrie Fisher, Billie Lourd

Am 27. Dezember des vergangenen Jahres verstarb viel zu früh die Schauspielerin, Autorin und Feministin Carrie Fisher, die viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt in erster Linie als Prinzessin Leia aus den ursprünglichen Star Wars-Filmen kannten. Erst 2016 hatte sie das Buch „The Princess Diarist“ (deutsch: Das Tagebuch der Prinzessin Leia, Erscheinungstermin: 3. März 2017) veröffentlicht, in dem sie von ihren ersten Schritten im Show Business und vor allem über die Zeit des Drehs des ersten Star Wars-Films (Episode IV – A New Hope/Eine neue Hoffnung) berichtet. Unter anderem spricht sie in dem Buch erstmalig über ihre Affäre mit Co-Star Harrison Ford während dieses Drehs.

Ich habe dieses Werk als Hörbuch gehört und kann die inhaltliche Rezension nicht von Carrie Fishers Lesung ihres eigenen Buches trennen. Warum? Carrie Fisher liest das Buch, als ob sie dem Hörer persönlich gegenüber säße – voller Humor, voller Emotion und mit vollem Stimmeinsatz. Dies macht Fishers Geschichten aus ihrer Jugend besonders mitreißend. Das Hörbuch sei daher dringend empfohlen.

Wir wissen ja, wie geistreich und humorvoll Carrie Fisher war, herrlich sind vor allem ihre Wortspiele und ihre Selbstironie, die das ganze Buch durchzieht. Sie spricht mit Ausnahme dessen, was wirklich privat bleiben sollte, sehr offen, auch über ihre Affäre mit Harrison Ford. An diesen richtet sie keinerlei Vorwurf, vielmehr war der doch recht verliebten Carrie von Anfang an klar, dass es bei einer zeitlich begrenzten Affäre (Carrison) bleiben würde. Da Fisher selbst ein Scheidungskind war, lag ihr eigentlich nichts ferner, als eine Affäre mit einem verheirateten Mann zu beginnen, doch manchmal nehmen die Dinge einfach ihren Lauf. Fisher ergänzt ihre Erzählung durch Einträge aus einem Tagebuch, das sie zur Zeit des Drehs führte und vor einiger Zeit wiederfand. Diese Tagebucheinträge waren es, die mich ganz besonders beeindruckten (gelesen werden diese übrigens nicht von Fisher, sondern von ihrer Tochter Billie Lourd). Was Carrie Fisher schon im Alter von 19 Jahren zu Papier brachte, ist in höchstem Maße poetisch, philosophisch und melancholisch und lässt durchblicken, was für ein großer Intellekt sich hinter der High-School-Abbrecherin verbarg.

Was mir nicht so gut gefiel, waren die Kapitel, in denen Fisher von den zahlreichen Autogrammstunden berichtet. Sie übernimmt dabei stellenweise die Stimme des Fans und gibt Beispiele dafür wieder, was die Fans ihr so alles erzählten. Diese Abschnitte sind meiner Meinung nach zu lang geraten, sie könnten deutlich gekürzt werden, ohne dass die Pointe verloren ginge.

Nicht zuletzt ist das Buch auch eine Liebeserklärung an Star Wars und Fishers ikonische Rolle als Leia, die nach eigener Aussage nicht mehr wirklich von ihrer eigenen Person zu trennen ist.

Eine Empfehlung für alle, die die unvergessliche Carrie Fisher schätzten.

Read Full Post »

(c) Macmillan

(c) Macmillan

„Little Bighorn“ und „Wounded Knee“ sind Begriffe, die die meisten von uns im Zusammenhang mit den nordamerikanischen Ureinwohnern sicherlich schon einmal gehört haben. Wer sich schon einmal ein bisschen näher mit ihnen befasst hat, weiß wahrscheinlich, dass die Schlacht am Little Bighorn die größte Niederlage der US-Armee unter General Custer im Kampf gegen die Indianer war. Und Wounded Knee? Dort haben die amerikanischen Soldaten eines der Massaker gegen die Indianer verübt. Wer den Film „Little Big Man“ mit Dustin Hoffmann gesehen hat, hat vielleicht eine genauere Vorstellung von den Grausamkeiten. Und wer es genau wissen will, liest „Bury My Heart at Wounded Knee“, deutsch „Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses“.

Dee Brown hatte selbst kein indianisches Blut, freundete sich jedoch schon in seiner Jugend mit Indianern an. In diesem seinem bekanntesten Buch schildert er den letzten Widerstand verschiedener Indianerstämme gegen die US-Gewalt aus Sicht der Ureinwohner. Letztlich sollte jeder Widerstand niedergeschlagen und alle überlebenden Indianer in Reservate gesteckt werden – häufig fernab ihres ursprünglichen Stammesgebiets. Die vernichtenden Auswirkungen auf den Geist, das Gemüt der Ureinwohner wird in dem Buch deutlich spürbar.

Was mich wohl an Dee Browns Schilderungen am meisten schockiert hat, war, mit welcher Selbstverständlichkeit die Soldaten Massaker an den Indianern verübten, oft, ohne provoziert worden zu sein. Ein ums andere Mal wurde den Indianern versprochen, dass ihnen nichts geschehen würde, wurden entsprechende Verträge geschlossen, und ein ums andere Mal wurden die Versprechen und die Verträge gebrochen und die Indianer niedergemetzelt. Die Indianer signalisierten häufig umsonst ihre friedvollen Absichten. Beim Sand-Creek-Massaker sandten sie den Soldaten ein kleines Mädchen mit einer weißen Fahne entgegen – niemand glaubte, dass die Soldaten ein kleines Mädchen töten würden. Doch genau das passierte. Die Berichte von den Massakern sind kaum zu ertragen.

Es gab Vorwürfe, Dee Browns Sichtweise sei einseitig indianisch, mit dem Hinweis, die Indianer hätten auch untereinander Grausamkeiten verübt. Dies verschweigt Brown jedoch nicht, stellenweise erwähnt er solche Kämpfe, aber sie sind nicht Thema dieses Buchs. Sie sind wohl kaum eine Rechtfertigung für die verübten Gräueltaten an den Indianern. Sicher töteten die Indianer auch Weiße, aber sie kämpften ums pure Überleben ihrer Kultur. Sie waren größtenteils gewillt, die Weißen in ihrem Land zu akzeptieren, sie wollten nur in ihren Gebieten weiterleben.

Dee Browns Buch ist die Dokumentation dieses Kampfes, den die Indianer nur verlieren konnten. Viele wurden ermordet, obwohl sie sich ergeben hatten. Insofern war die massenhafte Tötung der Indianer nichts anderes als ein Genozid.

Nachbemerkung: Meine eindeutige Stellungnahme für die Seite der Indianer soll selbstverständlich keinen Angriff gegen heutige US-Bürger darstellen!

Read Full Post »

Older Posts »