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Archive for Juni 2017

(c) Penguin

Deutscher Titel: Die Gabe, erscheint am 12.03.2018 im Heyne-Verlag

Großbritannien, Jetztzeit. Teenager Roxy ist die Tochter eines Gangsterbosses. Als eine verfeindete Bande ihre Mutter überfällt, verpasst sie einem der Angreifer einen Elektroschock – einfach so, mit der Hand. Sie ist eine der ersten, die diese Fähigkeit aufweist, denn Roxy hat eine „Skein“, ein neues Organ, ein Strang entlang des Schlüsselbeins, der Elektrizität produziert.

Die Vorfälle mit jungen Frauen, die Elektroschocks verabreichen können, nehmen zu, und bald stellen auch viele ältere Frauen fest, dass sie die Fähigkeit haben. Die meisten Männer reagieren alarmiert, denn bald deutet sich an, dass diese neue Fähigkeit und die sich aus ihr ergebende Überlegenheit der Frauen die immer noch stark durch das Patriarchat geprägte Gesellschaft revolutionieren könnte.

Dystopien sind mein Ding, mit einer gut ausgearbeiteten, düsteren Zukunftsvision kommt bei mir schnell Gänsehautfeeling auf. Naomi Aldermans preisgekrönter Roman (er wurde kürzlich völlig zu Recht mit dem Bailey’s Women’s Prize for Fiction ausgezeichnet wurde) schafft dies von der ersten Seite an. Denn Alderman leitet ihr Buch mit einem Geniegriff ein, der bereits andeutet, dass hier aus einer fernen Zukunft heraus rückblickend berichtet wird. Ergänzt wird der Text durch Abbildungen „archäologischer“ Artefakte sowie fiktive Einträge aus Internetforen und Akten.

Der Gänsehautfaktor ist jedoch bei Weitem nicht der einzige Faktor, der dieses Buch zu einem großartigen macht, schließlich ist die Genderdiskussion in aller Munde, es gibt viele Bemühungen, alte Gendernormen aufzubrechen und Chancengleichheit herzustellen, gleichzeitig gibt es Gegenbewegungen, die die Differenzierung der Geschlechter aufrecht erhalten wollen. Es gibt in der feministischen Bewegung auch Behauptungen, die Fragen aufwerfen, etwa, ob eine von Frauen beherrschte Welt wirklich friedlicher und gerechter wäre. Alderman greift diese Frage auf und gibt eine höchstinteressante Antwort.

Naomi Aldermans Geschichte ist großartig konstruiert und liest sich als echter Pageturner. Das Buch hat das Potenzial, mein Buch des Jahres zu werden, ähnlich wie Yaa Gyasis „Homegoing“ ist es wie für mich geschaffen. Aldermans Aussage ist eindeutig: Nur ein Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern kann eine wünschenswerte, friedliche Weltordnung schaffen. Sobald ein Geschlecht dominiert, kommt es zu Aggression und Unterdrückung. Offen bleibt die Frage, ob die Menschheit überhaupt in der Lage ist, eine solche Weltordnung herzustellen. Die Tendenz ist eher pessimistisch.

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Tempus Fugit #283

Großes Aufatmen nach der Hitze dieser Woche. Ich bin für diese Temperaturen nicht gemacht, 25 Grad reichen doch wirklich…

Diese Woche (aus-)gelesen: 1

  • Kai Meyer: Lanze und Licht

Ich lese gerade:

  • Naomi Alderman: The Power. Geniales Buch!

Neuzugänge: 0

Diese Woche (aus-)gehört: 0

Ich höre gerade:

  • Ayobami Adebayo: Stay With Me

Hörbuchneuzugänge: 0

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix

Gerichte der Woche:

Rucolarisotto

Ofenrührei mit Feta und neuen Kartoffeln. Superlecker. Aus der letzten Köstlich vegetarisch. Ich glaub, ich habe noch nie so viele Rezepte aus einer Ausgabe gekocht wie aus dieser.

Hitzeessen: Gazpacho

Da ich etwa 4 Wochen mit dem Gucken von Booktube-Videos hintendran bin, plane ich einen Booktube-Marathon für heute Nachmittag. Die Temperatur in meiner Wohnung ist unter die 25-Grad-Marke gefallen, daher bin ich eventuell auch bereit, Wolle anzufassen und ein bisschen zu stricken. Ich hoffe, ihr habt es fein und eine schöne Woche!

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(c) Simon & Schuster

Weihnachten 1539. Nach dem Kindbetttod seiner dritten Frau Jane Seymour soll Henry VIII. erneut heiraten. Sein Berater Thomas Cromwell schlägt aus politischen Gründen die protestantische Anna von Kleve vor. Henry erhält ein von Hans Holbein angefertigtes Porträt und ist angetan. Anne, die nur zu gern den heimischen Hof und dem dominanten Bruder entkommt, freut sich darauf, Königin von England zu werden. Doch das erste Aufeinandertreffen geht gewaltig schief. Unterdessen hofft Jane Rochford, die Witwe des Bruders von Henrys zweiter Frau Anne Boleyn, auf eine Rückkehr an den Hof, den sie nach dem Skandal um ihren Mann und seine Schwester verlassen musste. Und noch eine weitere Person, die blutjunge Katherine Howard, hofft auf eine Position am Hof.

Philippa Gregory dürfte die bekannteste der Autorinnen sein, die reihenweise Bücher über den Tudor-Hof verfassen. (Hilary Mantel rechne ich an dieser Stelle nicht zu diesen Autorinnen, sie spielt für mich in einer eigenen Liga.) Sprachlich geben ihre Bücher nicht viel her, auch „The Boleyn Inheritance“ nicht, doch es ist gut geschrieben, trotz des wohl bekannten Ausgangs spannend und liest sich hervorragend. Ein sehr guter Schachzug war es meiner Meinung nach, die Zeit am Hof von 1539 bis 1542 abwechselnd aus der Sicht der drei Frauen zu erzählen, die diese Zeit geprägt haben. Jane Rochford wird für gewöhnlich nicht sehr sympathisch dargestellt. Bei Philippa Gregory kommt sie besser weg, muss aber letzten Endes ihre eigenen Charakterschwächen erkennen. Katherine Howard wird wie gewohnt als völlig naiv-ignorantes Kindchen dargestellt, sehr selbstbezogen, aber im Grunde durchaus gutmütig. Ihre Laszivität kam mir etwas übertrieben vor. Anne von Kleve hingegen ist die klare Lichtgestalt unter den drei Protagonistinnen, intelligent und offen, kommt sie beim Volk gut an. Sie durchschaut die übrigen Charaktere und macht eine erstaunliche Entwicklung durch, sie agiert mit wenigen Ausnahmen besonnen und soll Henry überleben. Interessant ist Gregorys Interpretation für Henrys Abneigung gegen Anne, sie erscheint angesichts dessen, dass Anne keineswegs hässlich gewesen sein muss, plausibel.

Philippa Gregory kennt sich sicher sehr gut am Tudor-Hof aus, umso überraschter war ich, einen eindeutigen Fehler zu finden. Wiederholt wird auf Anne Boleyns Tod auf dem Richtblock verwiesen, tatsächlich wurde Anne jedoch mit dem Schwert gerichtet, musste ihren Kopf also keinesfalls auf den Block legen, sondern wurde aufrecht enthauptet. Ganz am Ende des Buches ergab sich mit Bezug auf den Titel des Buchs ein Grund für diese zugegebenermaßen geringfügige Änderung der Tatsachen, den ich nachvollziehen konnte, und ich gehe davon aus, dass Gregory die Änderung bewusst vorgenommen hat.

Ein Unterhaltungsroman über die wohl interessanteste englische Dynastie, den man gut lesen kann.

 

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Tempus Fugit #282

Selten hat mich ein Unglück so beschäftigt, wie der Brand im Grenfell Tower in London diese Woche. Das liegt womöglich an meiner Verbundenheit mit Großbritannien, an der Tatsache, dass es einmal wieder die soziale Unterschicht getroffen hat, und an der Tatsache, dass Wohnhausbrände seit meiner Kindheit mein schlimmster Alptraum sind. Ich hoffe inständig, dass Lily Allen mit ihrer Vermutung, dass das wahre Ausmaß der Katastrophe vor der Öffentlichkeit verheimlicht wird, nicht recht behalten wird, sie wird jedoch von vielen Augenzeugen bestätigt. Die Hinterbliebenen und die Nachbarn, die in ähnlichen Tower Blocks leben, sind in jedem Fall zu Recht aufgebracht, und nicht nur, weil ihre zahlreichen Beschwerden wegen der mangelnden Feuersicherheit des Hauses ignoriert wurden. Ich bin in Gedanken bei ihnen und hoffe, dass ihnen und den Opfern Gerechtigkeit widerfahren wird und dass die Öffentlichkeit über die tatsächlichen Opferzahlen informiert wird. Wer mehr erfahren möchte, kann auf die Twitter die Hashtags #GrenfellTower und #Justice4Grenfell verwenden.

Das Lesen und der Blog sind diese Woche etwas zu kurz gekommen bei mir, da mir die langen Abende vom Freitag und Samstag fehlten, an denen ich tatsächlich mal unterwegs war 😉

Diese Woche (aus-)gelesen: 1

  • Philippa Gregory: The Boleyn Inheritance

Ich lese gerade:

  • Kai Meyer: Lanze und Licht. Der zweite Teil der Wolkenvolk-Trilogie.

Neuzugänge: 0

Diese Woche (aus-)gehört: 0

Ich höre gerade:

  • Ayobami Adebayo: Stay With Me

Hörbuchneuzugänge: 0

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix

Gerichte der Woche:

Heißgeliebter griechischer Salat

Leibgericht: Kartoffeln und Zucchini aus dem Backofen

Ich weiß noch nicht, wie die kommende Woche verlaufen wird, aber ich hoffe, dass es wenigstens eine Rezension geben. Euch wünsche ich eine schöne Sommerwoche!

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Tempus Fugit #271

Ach jo. Habe zu Mittag im Ausflugslokal einen Flammkuchen gegessen, der offenbar akute Gehirnlähmung verursacht hat. Ist aber auch warm.

Diese Woche (aus-)gelesen: 0

Ich lese gerade:

  • Philippa Gregory: The Boleyn Inheritance

Neuzugänge: 1

  • Naomi Alderman: The Power. Wie wir seit dieser Woche wissen, ist dies der diesjährige Gewinner des Bailey’s Women’s Prize for Fiction. Ich habe die Preisverleihung per Livestream verfolgt und habe mich gefreut, dass ein Sci-Fi- bzw. ein dystopischer Roman den Preis gewinnen konnte. Bin sehr gespannt auf das Buch!

Diese Woche (aus-)gehört: 1

  • Heinz Strunk: Jürgen

Ich höre gerade:

  • Ayobami Adebayo: Stay With Me

Hörbuchneuzugänge: 1

  • Ayobami Adebayo: Stay With Me. Auch dieser Roman stand auf der Shortlist des Bailey’s Prize. Es geht um ein Paar im Nigeria der 80er Jahre. Als nach mehreren Jahren Ehe noch kein Nachwuchs zu verzeichnen ist, nimmt der Mann eine Zweitfrau – das Paar war sich zuvor jedoch einig, das Polygamie nicht infrage kommt.

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix

Gerichte der Woche:

Aubergineneintopf mit Linsenbulgur. Aus der aktuellen Köstlich vegetarisch.

Mangold-Kokos-Risotto mit Zitronen-Chili-Bröseln. Ebenfalls aus der aktuellen Köstlich vegetarisch.

Ich werde gleich noch Duschen und Wäsche aufhängen, dann passiert heute nicht mehr viel. „Abendessen am Mittag“ macht mich immer träge. Ich wünsche euch einen schönen Restsonntag!

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(c) Roof Music

Dauer: 5 h 48 min

Sprecher: Heinz Strunk

Jürgen Dose ist Anfang 40, wohnt mit seiner pflegebedürftigen Mutter zusammen und verdingt sich als Parkhauswächter. Er ist ganz und gar durchschnittlich, anständig, aber unattraktiv, weiß alles über Frauen und wie man sie für sich gewinnt, findet aber trotzdem keine. Und das, obwohl er doch so viel unternimmt und zum Speed Dating geht. Außer mit seiner Mutter und deren Pflegerinnen setzt er sich nur mit seinem besten Freund Bernd auseinander, mit dem er gerne in sein Stammlokal, den Kamin 21, geht. Bernd sitzt im Rollstuhl, ist übergewichtig und findet genau wie Jürgen nicht die Frau fürs Leben. Da tut sich eine neue Möglichkeit auf: polnische Frauen, vermittelt über die Agentur „Eurolove“, die Fahrten nach Breslau organisiert.

Im Gegensatz zu dem aus Strunks letztem Buch ist der Protagonist seines neuesten Werkes ein Normalo. Seine Ausbildung konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht beenden, er arbeitet im Parkhaus und ist zufrieden. Nur eine Frau möchte er schon gerne haben, er ist umfassend informiert, steckt trotzdem eine Ablehnung nach der anderen weg und denkt sich auch nicht viel dabei, er kann sich stets seinen Optimismus bewahren. Er bemitleidet seine Mitstreiter auf der Suche nach einer Frau als „arme Willis“ und erkennt dabei gar nicht, dass er selbst so ein armer Willi ist.

Strunks Roman karikiert diesen scheiternden Normalbürger, seine Schilderungen sind bis ins Detail gut beobachtet (Strunk merkte in einem Interview mit der „Zeit“ an, dass er sich durchaus auch schon zu den „armen Willis“ gezählt habe), bilden jedoch keine ganze Milieustudie wie “ Der Goldene Handschuh“. Dies bringt mit sich, dass das Buch auch sprachlich kein Extremstück darstellt wie sein Vorgänger.

Strunks „Jürgen“ ist durchaus gelungen und lesenswert aber kein großer Wurf, der den zwangsläufigen Vergleich mit seinem Vorgänger standhalten kann.

Als Hörbuchleser brilliert Strunk erneut, kein anderer könnte Strunks Charaktere so genial interpretieren wie er selbst, die Hörbuchfassung sei daher dringend empfohlen!

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Tempus Fugit #270

Wenn ich an dieser Stelle begänne, die Geschehnisse dieser Woche zu kommentieren, würde dieser zu einem politischen Beitrag und nicht zu einem über Bücher. Dennoch sind meine Gedanken in diesen Tagen viel in Kabul und in London. Meine Meinung zum Weltgeschehen wird in meinem Twitter-Account (@Idril1) deutlich.

Diese Woche (aus-)gelesen: 1

  • N. K. Jemisin: Die Erbin der Welt. Das Buch war nix für mich, hat mich gelangweilt. Wollte die Reihe abbrechen, aber nachdem ich gelesen habe, dass der zweite Band besser ist, will ich ihm eine Chance geben. 2,5 Sterne.

Ich lese gerade:

  • Philippa Gregory: The Boleyn Inheritance. Nach der Langeweile mit dem letzten Buch brauchte ich etwas, von dem ich weiß, dass es mich zumindest gut unterhält 🙂

Neuzugänge: 0

Diese Woche (aus-)gehört: 1

  • J. K. Rowling: Harry Potter and the Deathly Hallows

Ich höre gerade:

  • Heinz Strunk: Jürgen. Ist allein wegen Strunks Art, zu lesen, schon das Anhören wert.

Hörbuchneuzugänge: 1

  • Heinz Strunk: Jürgen

Geguckte Filme/DVDs:

  • Die letzte Folge der sechsten Staffel von Call the Midwife. Sehr schön, aber nicht ohne Trauriges 🙂

Gerichte der Woche:

 

Buntes Gemüse in Kokossosse mit Vollkorn-Basmatireis. Aus der aktuellen Köstlich vegetarisch

Auberginen-Kartoffel-Curry auf Basmatireis

Vegetarische Gagh, aka Mie-Nudeln mit Sprossen und Sellerie

Ich habe vor, mich heute nur noch dem Stricken, Booktube und dem Lesen zu widmen. Passt ja, da dies der erste kühle Tag seit Langem ist. Ich erwäge gar eine Benutzung der Badewanne. Ziehe in Betracht, mich beim Lesen ein wenig auf Twitter herumzutreiben. Mal schauen. Ich bin so froh, dass morgen Feiertag ist. Schöne Pfingsten, allerseits!

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