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Archive for the ‘Hörbuch’ Category

(c) Audiobuch

Sprecherin: Nicole Jäger

Dauer: 7 h 56 min

Als Nicole Jäger meint, einen Herzinfarkt zu haben, hat sie keine Ahnung, wie viel sie wiegt. Beim letzten Wiegen vor Ewigkeiten waren es 140 Kilo. Und jetzt bekommt sie offenbar die Quittung. Nicole verspricht ihrem Körper, dass jetzt alles anders wird, wenn er nur jetzt nicht aufgibt. Als sie mithilfe zweiter Waagen ihr tatsächliches Gewicht ermittelt, kann sie es nicht fassen: über 340 Kilo…

Ernährungs- und Abnehmcoach Nicole Jäger erzählt in ihrem ersten Buch von ihrem eigenen langen und steinigen Weg zur Halbierung ihres Gewichts. Sie bringt immer noch ca. 160 kg auf die Waage, aber 170 Kilo Gewichtsverlust? Ohne Magen-OP, sei vermerkt. Davor habe ich auf jeden Fall Respekt.

Einige zweifeln Jägers hohes Ausgangsgewicht und ihre Fachkenntnisse bzw. Wissenschaftlichkeit an. Ich habe selbst zu wenig Ahnung, um dies beurteilen zu können, und will mir daher auch nicht anmaßen, darüber zu urteilen. Was eine Empfehlung des Buches angeht, möchte ich schon mal vorwegnehmen: Das Buch ist unterhaltsam, sympathisch und lustig geschrieben und ganz sicher auch sehr interessant. Ich würde jedoch davon abraten, allein auf der Grundlage dieses Buches abnehmen zu wollen und stattdessen auch andere Ratgeber zur Hand zu nehmen. In einigen Dingen unterscheiden sich Jägers Aussagen stark von denen der anderen Autorin, die zurzeit von sich reden macht und deren Buch „Fettlogik überwinden“ ich ebenfalls kürzlich gelesen und rezensiert habe, nämlich Dr. Nadja Hermann. Beispiel „Hungerstoffwechsel“. Dr. Hermann legt in ihrem Buch plausibel dar, dass es so etwas schlicht nicht gibt. Jäger hingegen warnt ausdrücklich und ausführlich davor. In diesem und anderen Punkten, in denen die Meinungen abweichen, tendiere ich dann doch dazu, Dr. Hermann zu folgen.

In anderen Punkten sind die beiden sich hingegen einig, etwa bei der einfachen Tatsache, dass Diäten wie die „Ananasdiät“ totaler Quatsch sind und dass abnimmt, wer weniger zu sich nimmt, als er verbraucht. Das Kalorienzählen lehnt Jäger jedoch im Unterschied zu Dr. Hermann ab, was ich nicht ganz verstehe. Ich kann mir zumindest für mich selbst nicht vorstellen, ohne Kalorienzählen erfolgreich zu sein.

Nicole Jäger klärt in ihrem Buch auch einige Mythen bezüglich Fettleibigkeit auf und stellt frappierende Vergleiche an. Dicke Frauen freuen sich beispielsweise keineswegs, wenn Männer ihre Vorliebe für Übergewichtige bekunden. Stellen Sie sich vor, ein Mann würde zu einer schlanken Frau sagen: „Ich finde dich ja so schön dünn, da steh ich voll drauf!“ Wie hört sich das an? Genau.

Gefallen hat mir auch Jägers Verteidigung der Kohlenhydrate, ich bin nämlich selbst auch gar kein Fan strenger Kohlehydratdiäten. Klar, Nudelportionen verkleinern und zu Vollkorn greifen, aber gänzlich  verteufeln und darauf verzichten? Nö, nicht für mich, denn der Körper braucht Kohlehydrate.

Gestört hat mich die Repetitivität in dem Buch: Einige Dinge bekommen wir immer wieder zu lesen bzw. zu hören, die 170 Kilo und einige Ratschläge werden mehrfach erwähnt, mit der Zeit erscheinen die Ratschläge auch ein wenig gönnerhaft.

Mein Fazit lautet: Wenn es euch interessiert, dann lest das Buch, oder besser, hört es euch an, denn Nicole Jäger liest genauso sympathisch, wie sie schreibt. Sicher macht das Buch Übergewichtigen auch Mut und motiviert sie (auch wenn Jäger das Wort nicht leiden kann ;-)), abzunehmen und auch bei Rückschlägen am Ball zu bleiben. Wenn ihr selbst abnehmen wollt, greift aber unbedingt auch zu Nadja Hermanns Buch „Fettlogik überwinden„, das überzeugender und seriöser ist.

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rtl5245

(c) Whole Story Audiobooks

Deutscher Titel: Sein blutiges Projekt

Sprecher: Crawford Logan, Cameron Mowat

Dauer: 10 h

Zu Beginn seines für den Man Booker Prize 2016 nominierten Buches erklärt uns der Autor selbst, seine Geschichte basiere auf alten Schriftstücken, die den Fall seines Vorfahren dokumentieren, unter anderem einem von diesem selbst verfassten Bericht über sein Leben und die von ihm verübten Morde. Ergänzt würde diese Darstellung durch Augenzeugenberichten, Prozessakten und Einschätzungen von Psychologen. Die Biografie stellt den größten Teil des Buches dar und wird von Cameron Mowat mit schottischem Akzent, jedoch klarer Aussprache gelesen. Die voranstehenden Aussagen der Dorfbewohner, die den Mörder Roderick Macrae kannten, sind in ihrer Wertung seines Charakters sehr unterschiedlich, sodass der Leser gespannt darauf ist, welches Bild seine Eigendarstellung bieten wird. Dies ist auch unter dem Aspekt besonders interessant, dass wir zu diesem Zeitpunkt bereits wissen, dass Roderick Macraes Verteidiger auf Unzurechnungsfähigkeit plädierte.

Der Leser lernt Roddy Macrae als empfindsamen, intelligenten Jungen kennen, dem man ein grausames Verbrechen eigentlich nicht zutrauen kann. Bereits bei der Darstellung seiner Kindheit tritt das spätere primäre Mordopfer Lachlan Mackenzie als Bösewicht auf, der Roddys Familie bei jeder Gelegenheit schikaniert. Am Ende von Roddys Bericht steht schließlich der Dreifachmord, der so eindringlich geschildert wird, dass es mir beim Zuhören tatsächlich ein wenig den Hals zuschnürte. Diese Schilderung ist wirklich meisterhaft.

Auf Roddys Bericht folgen schließlich der Bericht des Psychologen, der von Roddys Anwalt hinzugezogen wurde, sowie das Prozessprotokoll.

Macrae Burnet baut sein ganzes Buch auf, als handele es sich um „True Crime“, als sei all dies wirklich geschehen, was einen raffinierten Schachzug darstellt. Einzig der Zusatz „A Novel“ deutet darauf hin, dass das ganze Werk tatsächlich ein fiktives ist. Ich war während der Lektüre bis zuletzt unsicher, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt, und musste erst recherchieren. Sowohl die ungewöhnliche Erzählweise auf Grundlage verschiedener Dokumente sowie die besonders lebhafte Darstellung des Täters und der Morde machen Macraes Roman zu einem Werk, das (vor allem für Nicht-Krimi-Leser wie mich) ganz eindeutig als Perle des Crime-Genres betrachtet werden kann, sofern man den Roman überhaupt in dieses Genre und nicht als genrefreie Literatur oder als historischen Roman einordnen möchte.

Die Zusammensetzung des Buches aus verschiedenen Schriftstücken wird im Hörbuch durch verschiedene Sprecher (u. a. den Autor selbst) hervorragend umgesetzt, vor allem die Besetzung Cameron Mowats als Sprecher für den Bericht Roderick Macraes ist perfekt, seine jugendliche Stimme passt zu dem erst 17-jährigen Roddy und er spricht wie bereits erwähnt im schottischen Akzent. Deutsche Leser, die nicht sehr vertraut mit dem schottischen Tonfall sind, könnten eventuell ein wenig Schwierigkeiten mit dem Verständnis haben, zumal auch einige schottische Wörter verwendet werden und das Glossar erst nach Ende des Berichts vorgelesen wird. Wer unsicher ist, sollte sich eine Hörprobe anhören.

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(c) Roof Music

Sprecher: Thomas Melle

Dauer: 9 h 36 min

Der Schriftsteller Thomas Melle dokumentiert in seiner Autobiografie die Erkrankung, an der er seit vielen Jahren leidet: Er ist bipolar. Früher nannte man das „manisch-depressiv“, und das ist, so Melle, der besser passende Ausdruck, auch wenn er den Versuch, die Krankheit mithilfe des neuen Begriffes zu entstigmatisieren, anerkennt. Bipolar, manisch depressiv, wie vielen anderen sicher auch war mir die Krankheit ein Begriff, ich wusste auch ungefähr, wie das Krankheitsbild aussieht, manische und depressive Phasen wechseln sich ab. Ich wusste, Carrie Fisher war bipolar und Stephen Fry ist es auch. Doch was die Manie wirklich bedeutet, das war mir nicht klar. Ich dachte, es handelt sich um eine Art euphorischen Zustand, doch tatsächlich sieht die Manie ganz anders aus, ist geprägt von Wahn, Paranoidität und einer Wesensveränderung der betroffenen Person.

Thomas Melle leidet an einer besonders schweren Form der Bipolarität, die mit einem stark erhöhten Suizidrisiko verbunden ist. Seine Schilderungen seiner manischen Phasen machen betroffen, schockieren angesichts des Ausmaßes, in dem die Krankheit sein Leben zerstörte. Melles Sprache ist kraftvoll und ausdrucksstark, sehr literarisch und dabei klar, was mir ausgezeichnet gefallen hat. Melle konzentriert sich auf die drei Schübe der Manie, die er bisher durchgemacht hat und die sich in ihrer Schwere und Dauer jeweils steigerten. Er glaubt in diesen Phasen, dass sich die ganze Welt um ihn dreht, dass er jeden kennt und jeder ihn kennt, dass alles, Songtexte, Zeitungsartikel, Kinofilme, sich auf ihn beziehen. Die Krankheit zerstört seine zwischenmenschlichen Beziehungen, bedroht seine schriftstellerische Tätigkeit, lässt ihn in den finanziellen Abgrund stürzen.

Mitleidhascherei ist mit Sicherheit das letzte, was Thomas Melle mit seiner Autobiografie erreichen will. Der empathische Leser kann jedoch nicht anders, als sich in ihn hineinzuversetzen und sich zu wünschen, die Krankheit möge ihn zukünftig in Ruhe lassen. Was Thomas Melle sicher eher beabsichtigte, ist, Aufklärung über die Krankheit zu betreiben und Verständnis für Betroffene allgemein zu generieren. Ich denke, dass er auch persönlich seinen Mitmenschen seine Verhaltensweisen erklären wollte. All dies gelingt ihm überzeugend in besonders lesenswerter Sprache.

Zum Hörbuch: Man merkt Thomas Melle an, dass er kein geübter Sprecher ist, sein Vortrag klingt schon recht vorgelesen, dennoch finde ich es grundsätzlich gut, wenn ein Autor seine Biografie selber liest, es bringt den Text dem Leser automatisch näher. Darum kann ich das Hörbuch definitiv empfehlen.

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(c) Hörbuchnetz

(c) Radioropa

 

Sprecherin: Sabine Swoboda

Dauer: 10 h 43 min, ungekürzt

Pauline Schmitz hat gerade ihre Anstellung als Gouvernante in einem reichen Haus verloren. Der Grund war ihre unfreiwillige Affäre mit dem Hausherrn, die aufflog, als Pauline sich gegen seine Vergewaltigungsversuche wehrt. Wie soll sie als „gefallene Frau“ ohne Zeugnis, obwohl völlig schuldlos, eine neue Anstellung finden? Pauline hat eine ausgezeichnete Erziehung genossen, ist jedoch nach dem Tod ihres Onkels mittellos. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als in einer anderen Stadt (Köln) eine Stellung als einfaches Dienstmädchen anzutreten. Im Haus ihrer neuen Herrschaft begegnet sie dem Unternehmer und Witwer Julius Reuther, der dort manchmal zu Gast ist und dem sie aufgrund ihres souveränen Umgangs mit den Kindern ihres Dienstherren gleich auffällt.

Nachdem lange Zeit die meisten historischen Romane sich mit dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit beschäftigten, entdecken viele Autoren in den letzten Jahren das 19. und das frühe 20. Jahrhundert und das Thema der Dienerschaft und ihrer Herrschaft. Auch mich interessiert das Thema, nicht zuletzt dank Büchern wie „The House at Riverton“ von Kate Morton oder Serien wie „Downton Abbey“.

„Das Haus in der Löwengasse“ war mein erster Roman von Petra Schier. Mir war klar, dass eine Liebesgeschichte hier eine zentrale Rolle spielen würde, in Verbindung mit einem Frauenschicksal sprach mich das Buch jedoch durchaus an. Petra Schier geht ruppiger mit ihrer Heldin um als viele Autoren, die ihren Heldinnen nicht das Äußerste zumuten, was ich als realistisch empfand. Umso unrealistischer erschien mir zunächst die Liebesgeschichte, doch dann dachte ich nach. Auch in einem meiner Lieblingsklassiker – Jane Eyre – verliebt sich der Dienstherr schließlich in die Gouvernante. (Dass Petra Schiers Geschichte ein wenig an den Klassiker erinnert, ist bei dem Thema wohl unvermeidbar.) Ich habe also versucht, die Liebesgeschichte fair zu beurteilen. Die Aufgaben und das Leben eines Dienstmädchens und einer Gouvernante werden anschaulich beschrieben – wie so oft fand ich diesen Aspekt an dem Buch am interessantesten. Die Intrigen, die um Julius Reuthers Firma gesponnen werden, sind ein wenig vorhersehbar, werden aber ansprechend aufgelöst. Die finalen Passagen des Buchs waren mir ein wenig zu lang.

Das Buch hat mich gut unterhalten, wenn mir auch die Liebesgeschichte wie erwartet zu sehr im Vordergrund stand. Es handelt sich hier sicherlich nicht um große Literatur – den Anspruch hat die Autorin auch sicher nicht – aber das Buch, in diesem Fall das Hörbuch, bietet eine schöne Geschichte mit historischem Hintergrund.

Schön gemacht an dem Hörbuch ist, dass die in der Geschichte gesungenen Lieder tatsächlich gesungen werden. Sabine Swobodas Stimme passt zu der jungen Heldin und sie liest angenehm.

Das ergibt letzten Endes drei von fünf Sternen.

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(c) Penguin Random House

(c) Penguin Random House

 

Dauer: 5 h 10 min

Sprecherinnen: Carrie Fisher, Billie Lourd

Am 27. Dezember des vergangenen Jahres verstarb viel zu früh die Schauspielerin, Autorin und Feministin Carrie Fisher, die viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt in erster Linie als Prinzessin Leia aus den ursprünglichen Star Wars-Filmen kannten. Erst 2016 hatte sie das Buch „The Princess Diarist“ (deutsch: Das Tagebuch der Prinzessin Leia, Erscheinungstermin: 3. März 2017) veröffentlicht, in dem sie von ihren ersten Schritten im Show Business und vor allem über die Zeit des Drehs des ersten Star Wars-Films (Episode IV – A New Hope/Eine neue Hoffnung) berichtet. Unter anderem spricht sie in dem Buch erstmalig über ihre Affäre mit Co-Star Harrison Ford während dieses Drehs.

Ich habe dieses Werk als Hörbuch gehört und kann die inhaltliche Rezension nicht von Carrie Fishers Lesung ihres eigenen Buches trennen. Warum? Carrie Fisher liest das Buch, als ob sie dem Hörer persönlich gegenüber säße – voller Humor, voller Emotion und mit vollem Stimmeinsatz. Dies macht Fishers Geschichten aus ihrer Jugend besonders mitreißend. Das Hörbuch sei daher dringend empfohlen.

Wir wissen ja, wie geistreich und humorvoll Carrie Fisher war, herrlich sind vor allem ihre Wortspiele und ihre Selbstironie, die das ganze Buch durchzieht. Sie spricht mit Ausnahme dessen, was wirklich privat bleiben sollte, sehr offen, auch über ihre Affäre mit Harrison Ford. An diesen richtet sie keinerlei Vorwurf, vielmehr war der doch recht verliebten Carrie von Anfang an klar, dass es bei einer zeitlich begrenzten Affäre (Carrison) bleiben würde. Da Fisher selbst ein Scheidungskind war, lag ihr eigentlich nichts ferner, als eine Affäre mit einem verheirateten Mann zu beginnen, doch manchmal nehmen die Dinge einfach ihren Lauf. Fisher ergänzt ihre Erzählung durch Einträge aus einem Tagebuch, das sie zur Zeit des Drehs führte und vor einiger Zeit wiederfand. Diese Tagebucheinträge waren es, die mich ganz besonders beeindruckten (gelesen werden diese übrigens nicht von Fisher, sondern von ihrer Tochter Billie Lourd). Was Carrie Fisher schon im Alter von 19 Jahren zu Papier brachte, ist in höchstem Maße poetisch, philosophisch und melancholisch und lässt durchblicken, was für ein großer Intellekt sich hinter der High-School-Abbrecherin verbarg.

Was mir nicht so gut gefiel, waren die Kapitel, in denen Fisher von den zahlreichen Autogrammstunden berichtet. Sie übernimmt dabei stellenweise die Stimme des Fans und gibt Beispiele dafür wieder, was die Fans ihr so alles erzählten. Diese Abschnitte sind meiner Meinung nach zu lang geraten, sie könnten deutlich gekürzt werden, ohne dass die Pointe verloren ginge.

Nicht zuletzt ist das Buch auch eine Liebeserklärung an Star Wars und Fishers ikonische Rolle als Leia, die nach eigener Aussage nicht mehr wirklich von ihrer eigenen Person zu trennen ist.

Eine Empfehlung für alle, die die unvergessliche Carrie Fisher schätzten.

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(c) Der Hörverlag

(c) Der Hörverlag

Dauer: 6 h 47 min

Sprecher: Peter Kaempfe

Was fühlen Tiere? Können Tiere denke wie Menschen? Bei welchen Tieren hört die Empfindsamkeit auf? Bei Fischen oder erst bei Fruchtfliegen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Förster Autor des erfolgreichen Buchs „Das geheime Leben der Bäume“ in seinem neuesten Werk.

Vorab: Mein Verhältnis zu Tieren bezeichnen manche als „nicht ganz gesund“. Die meisten Tiere sind für mich vor allem eins: unschuldige, süße Babys. Sorry an alle Mütter, die das befremdlich finden. Ich lese keine Romane mit Tieren, weil ich es nicht aushalte, wenn einem Tier darin etwas zustößt. Aus diesem Grund kann ich eine gewisse Voreingenommenheit für dieses Buch nicht leugnen.

Aber auch der neutrale Leser wird zugeben müssen, dass die Beispiele – aus Wissenschaft und eigenen Erfahrungen des Autors – schlüssig sind und darauf hindeuten, dass wir Tieren viel zu wenig zutrauen und gängige Annahmen, etwa dass Fische keinen Schmerz empfinden, heute zumindest als sehr unwahrscheinlich betrachtet werden müssen.

Das ist eine unangenehme Erkenntnis, vor allem wenn ein Tier so hochintelligent und empfindsam ist wie das Schwein, angesichts der qualvollen Massentierhaltung und des enormen Fleischverzehrs.

Das Buch bietet viele verblüffende und kurzweilige Geschichten von den Fähigkeiten der verschiedensten Tiere. Eine Moralpredigt ist das Buch jedoch nicht, es liefert aber einige Denkanstöße und einen Appell für Respekt vor allem Leben. Eine empfehlenswerte Lektüre.

Peter Kaempfe liest das Werk mit angenehmer Stimme und in angemessenem Tempo.

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(c) Andrews Mceel Publishing

(c) Andrews McMeel Publishing

 

Viele von euch werden die kurzen Comic-Strips von Sarah Andersen von Twitter kennen. Gerade wir Buchmenschen gehören zu der Zielgruppe, die die Zeichnerin anspricht. Diese Zielgruppe ist außerdem vor allem eins: introvertiert, oft verbunden mit sozialen oder sonstigen Ängsten. „Socially awkward“ könnte man im Englischen sagen.

So erkennen wir uns in den Sarah’s Sribbles-Strips wieder, sie trifft vieles auf den Punkt, ob es um unser Verhalten gegenüber Katzen, beim Einkaufen (wer kennt nicht den Buchladen-Strip?) oder Wäsche waschen geht.

Ich bin etwas älter als die rundäugige Hauptfigur und kann mich doch sehr gut mit ihr identifizieren. Das Buch ist nicht sehr umfangreich, hat mir jedoch eine sehr vergnügliche Stunde beschert, in der ich mehrfach laut lachen musste.

Eine Empfehlung für das Heer der unverstandenen Introvertierten. Vielleicht auch geeignet als Verständnisförderer für Extrovertierte 😉

Auf Sarahs Facebook-Seite könnt ihr euch ihre Strips mal ansehen: https://www.facebook.com/DoodleTimeSarah/

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