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Archive for the ‘Orte/Geographie’ Category

(c) dtv

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„Hier interessieren uns jedoch Länder und Örtlichkeiten, an die sich heutzutage oder in der Vergangenheit Hirngespinste, Utopien und Illusionen geknüpft haben, weil viele Menschen wirklich glaubten, dass sie irgendwo existierten oder existiert hätten.“ So erklärt Umberto Eco die Intention eines seiner letzten Werke im Vorort. Ein äußerst spannendes Thema, das mich mit hohen Erwartungen an dieses Sachbuch herangehen ließ. Das Buch ist in 15 Kapitel untergliedert, die sich beispielsweise mit den Ländern der Bibel, Atlantis, Mu und Lemuria oder dem Schlaraffenland beschäftigen. In jedem Kapitel finden sich unterstrichene Begriffe, zu denen am Ende des jeweiligen Kapitels ein Quellentext zu finden ist. Und damit sind wir schon bei meinem ersten Kritikpunkt: So interessant die Quellentexte auch sind, erschweren sie dennoch den Lesefluss, denn sie sind teilweise zusammen länger als das eigentliche Kapitel und auch häufig nicht sonderlich zugänglich. Das hat mich bei der Lektüre ziemlich gestört. Gut gewählt und sehr schön anzusehen ist das umfangreiche Bildmaterial zu den einzelnen Themen.

Was mir außerdem negativ aufgefallen ist: Ecos Schilderungen sind mir zu lehrbuchartig. Es fehlt eine gewisse Begeisterung, die der Leser bei dem Thema erwartet. Bei mir hat dies dazu geführt, dass ebenfalls keine richtige Begeisterung aufkommen mochte, wenn mich auch einige Themen, insbesondere zu den Ländern Homers und zu Atlantis, wirklich brennend interessieren. Zwei Wochen nach der Lektüre des Buches muss ich feststellen, dass eher wenig hängengeblieben ist. Nichtsdestotrotz sind die Schilderungen interessant und haben das eine oder andere Mal Erstaunen bei mir ausgelöst. Unglaublich etwa, dass es immer noch Menschen gibt, die daran glauben, dass das Erdinnere von einer uns unbekannten Spezies bewohnt wird!

„Die Geschichte der legendären Länder und Städte“ ist ein schönes und interessantes Buch, das die Belesenheit seines Autors widerspiegelt, dem jedoch etwas fehlt, um den Laien zu begeistern.

 

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(c) Berlin Story Verlag

Hinweis: Die folgende Rezension bezieht sich auf eine ältere Ausgabe des Buchs, inzwischen ist eine überarbeitete Auflage verfügbar. (Klick auf das Coverbild führt zur Verlagsseite.)

Berlin in den Zwanzigern, das waren Dada, Bauhaus, Theater und Varieté, Oper und Revue, Cafés und Tanzpaläste – und der Aufstieg der Nazis. Ein widersprüchliches, faszinierendes Jahrzehnt, dessen Spuren, wenn man genauer hinschaut, noch in ganz Berlin präsent sind. Michael Bienert und Elke Linda Buchholz nehmen uns mit auf eine Spurensuche.

Jedes Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hat seine Besonderheiten, seine Geister, seine Schrecken, insbesondere natürlich die Kriegsjahrzehnte. Doch kaum ein Jahrzehnt übt heute noch eine solche Faszination auf uns aus wie die Zwanziger Jahre, als einerseits die Nazis ihre Macht in der schwachen Weimarer Republik ausdehnten und andererseits eine nie gekannte Lebensfreude und Freizügigkeit herrschte – man denkt direkt an Josephine Bakers Auftritte in der Stadt. Auch die Kunst blühte in neuen Formen auf – man denke an die Neue Sachlichkeit.

Dementsprechend geht es im vorliegenden Buch viel um Kunst und Architektur, aber selbstverständlich auch um Politik, Technik und Freizeit. So gibt es etwa Unterkapitel über den Bubikopf, Schulen und Badeanstalten. Bienert und Buchholz erörtern uns ausführlich die Hintergründe und nennen uns – ergänzt durch historische und modern Schwarzweißfotos, die entsprechenden Orte in Berlin, an denen wir die Geschichte der Zwanziger Jahre erfahren können. Auch auf eventuell vorhandene Gedenktafeln wird verwiesen. Alte Städtpläne erleichtern die Orientierung, bei der Lektüre habe ich, die ich mich ein wenig, aber nicht besonders gut in Berlin auskenne, dennoch des Öfteren auf Google Maps zurückgegriffen, um mir einen noch genaueren Eindruck von der Lage eines Ortes zu machen.

Gerade die Hintergrundinformationen fand ich sehr spannend – so wusste ich nicht, dass Berlin damals die flächenmäßig größte Stadt Europas war. Auch sehr interessant sind soziale Aspekte, etwa dass private Vermieter heftigen Widerstand gegen neue Großbauprojekte leisteten, die vor allem den unteren Bevölkerungsschichten in der hoffnungslos überbevölkerten Stadt zugute kamen. Gerade die heute verschmähte Plattenbausiedlung brachte in dieser Hinsicht große Erleichterung.

Besonders interessant ist das Buch für Einwohner oder Besucher Berlins, die Kapitel sind nach Themengebieten gegliedert und der Leser kann je nach Interesse etwa eine Tour durch Berlin mit Blick auf die Geschäftshausarchitektur der Zwanziger oder Künstlerlokale planen. Es werden auch Tipps für solche Touren gegeben.

Es sollte sich jedoch auch niemand abschrecken lassen, der nicht plant, Berlin in näherer Zukunft einen Besuch abzustatten, das Buch eignet sich auch absolut als reines Lesebuch. Für Leser wie mich, die Berlin schon ein wenig kennen, ist das Buch dann umso interessanter.

Ein sehr interessantes, gut lesbares Sachbuch, das darüber hinaus auch die perfekte Vorgängerlektüre für „Berlin 1936“ von Oliver Hilmes ist, das ich zum Zeitpunkt dieser Rezension lese.

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