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Wie sich letzte Woche schon angedeutet hab, herrscht bei mir Krisenstimmung, deshalb werde ich mich heute kurz fassen. Ich bitte nochmals alle um Entschuldigung, deren Kommentare ich noch nicht beantwortet habe.

Diese Woche (aus-)gelesen:

  • Anne Moody: Coming of Age in Mississippi

Ich lese gerade:

  • N. K. Jemisin: Die Erbin der Welt

Neuzugänge: 0

Diese Woche (aus-)gehört: 0

Ich höre gerade:

  • J. K. Rowling: Harry Potter and the Deathly Hallows

Hörbuchneuzugänge: 0

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix

Gerichte der Woche:

Rigatoni mit Lupinen-Bolognese

Ich werde versuchen, die Kommentare bis Mitte der Woche zu beantworten. Ich weiß gerade noch nicht recht, wie es weitergeht, eine Idee habe ich, aber ich weiß nicht, ob sie umsetzbar ist.

Ich wünsche euch eine schöne letzte Mai- und erste Sommerwoche!

Ich wollte meinen Post schon mit „mimimimi“ beginnen, weil ich mal wieder Angst vor etwas habe (voll die Überraschung), aber lassen wir das doch einfach.

Ich hänge gerade wieder etwas hinterher mit dem Beantworten von Kommentaren, sorry!

Ich bin nicht so gut vorangekommen diese Woche, die Müdigkeit war oft wieder größer als der Lesehunger.

Diese Woche (aus-)gelesen:

  • Sarah Andersen: Big Mushy Happy Lump. Die neue Comic-Sammlung der Introvertierten-Expertin. Ich musste wieder sehr lachen.

Ich lese gerade:

  • Anne Moody: Coming of Age in Mississippi.

Neuzugänge: 1

  • Sarah Andersen: Big Mushy Happy Lump

Diese Woche (aus-)gehört: 0

Ich höre gerade:

  • J. K. Rowling: Harry Potter and the Deathly Hallows. Bin gerade mitten im Battle of Hogwarts.

Hörbuchneuzugänge: 0

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix

Gerichte der Woche:

Da kann ich euch diese Woche nur mein Standardspargelgericht zeigen, da ich erst morgen ein neues Rezept ausprobiere:

Weißer Spargel mit Bechamelsauce und Petersilienkartoffeln

Ich hoffe, dass ich es heute Abend schaffe, das Anne Moody-Buch auszulesen, anschließend möchte ich mal wieder Fantasy lesen. Was steht bei euch aktuell für eine Lektüre an?

Ich wünsche euch eine wunderbare Woche!

(c) Aufbau

Die Koreanerin Yong-Hye hat einen Albtraum, der sie dazu veranlasst, ab sofort kein Fleisch und auch keine anderen tierischen Produkte mehr zu verzehren. Der Vegetarismus ist in Korea noch nicht sehr verbreitet und Yong-Hye stößt daher allerseits auf Unverständnis, wovon sie sich allerdings nicht beirren lässt. Wir erfahren nacheinander aus der Perspektive ihres Mannes, ihres Schwagers und ihrer Schwester, wie Yong-Hyes neuer Lebensstil sich auf sie selbst und ihre Beziehungen auswirkt.

Vorab: Dies ist ein ungewöhnlicher Roman. Ich bin beim Lesen nicht allzu oft in unserer Gegenwart unterwegs, aber nachdem Han Kang mit ihrem ursprünglich bereits 2007 erschienenen Erstling im vergangenen Jahr den Man Booker International Prize gewonnen hatte, hörte ich so viel Interessantes und Gutes über das Buch, dass es prompt auch auf meiner Leseliste landete.

Ungewöhnlich ist unter anderem die Erzählperspektive, denn wir hören nur an sehr wenigen Stellen direkt die Stimme der Protagonistin, alles Weitere wird von ihren Verwandten erzählt. Yong-Hyes Mann hat offensichtlich Minderwertigkeitskomplexe, weswegen er eine Frau wie Yong-Hye wollte: mäßig attraktiv und auch sonst vollkommen durchschnittlich, sodass es ihm keine Mühe bereitet, sie zu dominieren. Dies ändert sich nach Yong-Hyes Albtraum, nicht nur, dass sie plötzlich kein Fleisch mehr essen will, sie beginnt auch, sich nachlässig zu kleiden, blamiert ihn mit ihrem neuen Verhalten bei einem Geschäftsessen.

Die beiden weiteren Charaktere, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, reagieren unterschiedlich auf Yong-Hyes Veränderung, an dieser Stelle möchte ich jedoch nicht zu viel verraten. Insbesondere die Reaktion des Schwagers fand ich sehr interessant.

Wichtig ist jedoch festzustellen: Dies ist kein Buch über Vegetarismus. Yong-Hyes Entwicklung endet auch nicht mit diesem, sie führt ihn weiter bis zu einem Punkt, an dem ihr Leben in Gefahr gerät. Angesichts der noch stark patriarchalisch geprägten Gesellschaft in Korea und der Dominanz ihres Mannes und ihres Vaters kann Yong-Hyes Vegetarismus als Ausbruch aus dieser Gesellschaft verstanden werden, sie lehnt sich gegen die Konventionen auf, lehnt sie ab, befreit sich.

Das Buch wird auch als Buch über Geisteskrankheiten bezeichnet, doch ist Yong-Hye wirklich geisteskrank? Angesichts ihres späteren, selbstzerstörerischen Verhaltens ist das wohl nicht ganz von der Hand zu weisen. Doch gleichzeitig ist ihr Handeln ein Akt der Befreiung.

Eine eindeutige Leseempfehlung von mir.

Erst einmal allen Müttern einen schönen Muttertag! Wir werden hier gerade vom den für gestern angekündigten Gewittern überrollt, ich hoffe, bei euch sieht es besser aus.

Wer hat den Grand Prix, okay, den ESC gesehen? An dem Sieger-Portugiesen mit der Debbie Gibson-Gedächtnisfrisur scheiden sich ja offenbar die Geister. Ich fand Armenien, Moldawien und Ungarn gut. Ich mag Ethnopop 🙂 Naja, Moldawien ist wenigstens auf dem dritten Platz gelandet.  Den besten Auftritt hat aber wohl diese Elektro-Band mit dem Orchester und dem Pferdeschwanz-Eimer-Instrument nach Abschluss des eigentlichen Wettbewerbs hingelegt – warum sind sie nicht damit angetreten? Den deutschen Beitrag hörte ich zum ersten Mal – mit Entsetzen, aber immerhin wurden es nicht wie von mir sofort prognostiziert null Punkte 😉

Diese Woche (aus-)gelesen: 2

  • Vladimir Nabokov: Lolita
  • Han Kang: Die Vegetarierin

Ich lese gerade:

  • Anne Moody: Coming of Age in Mississippi. Das Buch hatte mir die liebe Servetus empfohlen und ich bin sehr angetan, die Autobiografie liest sich wie ein Roman.

Neuzugänge: 0

Diese Woche (aus-)gehört: 0

Ich höre gerade:

  • J. K. Rowling: Harry Potter and the Deathly Hallows

Hörbuchneuzugänge: 0

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix

Gerichte der Woche:

Spargelpasta mit Vanille-Chili-Butter und Ziegenkäse. Dieses Gericht aus der aktuellen „Köstlich vegetarisch“ war wirklich ein Gedicht!

Das erste Tomatenrisotto des Jahres. Ab jetzt erlaube ich mir Sommergemüse 🙂

Bei uns steht heute noch ein Friedhofsbesuch an, ansonsten findet nicht mehr viel statt. Ich habe noch ein Strickprojekt gestartet, weil eine meiner Nadeln für das andere Projekt eine Reparatur brauchte.

Ich wünsche euch eine tolle Maiwoche!

(c) Penguin

Humbert Humbert hat nicht viel für Frauen übrig, den meisten von ihnen bringt er nur Verachtung entgegen. Ihn faszinieren nur blutjunge Mädchen in der Pubertät, die er „Nymphchen“ nennt. Als er von Frankreich in die USA übersiedelt, mietet er ein Zimmer bei der Witwe Charlotte, deren Tochter Dolores, genannt „Lolita“, mit 12 Jahren genau im richtigen Alter für seine pädophile Neigung ist – und Humbert verfällt ihr völlig. Er heiratet Charlotte, um Lolita nahe zu sein.

Es gibt wenige Bücher, die im Laufe ihrer Rezeptionsgeschichte so kontrovers diskutiert wurden wie Nabokovs größter Erfolg. Ein Roman geschrieben aus der Sicht eines Pädophilen, der jahrelang ein junges Mädchen ausnutzt, wie kann man sich an so etwas erfreuen? Manche Leser rühren das Buch gar nicht erst an, weil sie fürchten, es könnte so etwas wie Sympathie für den Ich-Erzähler entstehen. Diese Befürchtung hat sich bei mir nicht bestätigt. Humbert Humbert ist nicht nur abscheulich, weil er pädophil ist, er legt auch abseits dessen Verhaltensweisen und Einstellungen – vor allem gegenüber Frauen – an den Tag, die ihn höchst unsympathisch machen. Seine diversen Rechtfertigungsversuche ziehen nicht – dass zur damaligen Zeit und leider auch noch heute je nach Kultur Kinderehen als normal angesehen wurden, macht seine Handlungsweise nicht besser. Auch wenn er, wie er anmerkt, nicht einmal der erste Liebhaber der frühreifen Lolita ist. Gleichzeitig ist er jedoch ein genialer Sprachkünstler, Nabokovs Werk wird nicht umsonst als eine „Liebeserklärung an die englische Sprache“ bezeichnet. Das ist auch die Antwort auf die Frage, wie man ein solches Werk genießen kann: Die Sprache und der sprachliche Humor sowie die vielfältigen Anspielungen auf andere Werke der Literatur machen den Roman zu einem Meisterwerk. Gerade die Anspielungen auf Edgar Allen Poe, der bekanntermaßen seine 13-jährige Cousine heiratete, haben mir sehr gefallen.

Was den Plot angeht, hat mich das Buch ein wenig enttäuscht, es handelt sich über weite Strecken um ein Roadmovie, was ich überhaupt nicht mag und mich streckenweise auch gelangweilt hat. Insbesondere der zweite Teil zieht sich doch ziemlich lange und ich persönlich habe eigentlich nur noch darauf gewartet, dass Humbert endlich verhaftet wird. Das ist kein Spoiler, denn Humbert berichtet in der Rückschau aus der Gefängniszelle heraus von den Ereignissen.

Abgesehen von der großartigen Sprache bietet der Roman breitgefächerte Diskussionsmöglichkeiten, sodass er sich besonders gut für Lesegruppen eignet. (Auch ich habe ihn gemeinsam mit Goodreads-Freunden gelesen und die Diskussion war sehr intensiv.) Interessant ist etwa das Motiv, das meiner Meinung nach Nabokovs Hauptinspiration für den Roman war, nämlich der Kontrast zwischen dem unsympathischen, ja widerlichen Protagonisten und der fantastischen Sprache, die das Buch so faszinierend macht. Auch spannend ist die Frage, ob hier das alte, verkommene Europa das junge, frische Amerika verdirbt oder umgekehrt. (Nabokov selbst erklärt im Nachwort jedoch, dass dies kein Motiv für ihn war.)

Besonders interessant fand ich die Frage, ob Nabokov das Buch eher als russischer, russisch-europäischer oder doch sogar als amerikanischer Autor schrieb, einige Mitglieder unserer Lesegruppe wiesen auf die kritische Haltung gegenüber der amerikanischen Kultur hin, andere nahmen Nabokov tatsächlich in der angelsächsischen Tradition wahr, zu diesen zählte ich. Ich bin letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine Melange handelt, die Eigenschaften der verschiedenen Traditionen miteinander vereint.

Weiterhin ist es für des Englischen mächtige Leser interessant, das Original mit der Übersetzung zu vergleichen.

Ich kann „Lolita“ aufgrund der Schwächen im Plot keine 5 Sterne geben, aber auch nicht weniger als 4, da die Sprache wirklich außergewöhnlich viel Spaß bringt. Eine lohnende Lektüre ist „Lolita“ in jedem Fall, vor allem für Lesegruppen und Buddyreads.

Ich muss zugeben, dass mein Blick sich heute mehr nach Frankreich richtet als nach Schleswig-Holstein (ist ja auch viel näher). Ich setze darauf, dass unsere Nachbarn sich heute in großer Zahl mobilisieren lassen, um einen weiteren Rechtsruck in Europa zu verhindern.

Ach ja, ich wollte eigentlich schon vor 3 Wochen erwähnt haben, dass ich meine Blogroll überarbeitet habe. Vielleicht stößt ja der eine oder andere hinzugefügte Blog auf euer Interesse 🙂

Diese Woche (aus-)gelesen: 0

Ich lese gerade:

  • Vladimir Nabokov: Lolita. Nach meiner anfänglichen Begeisterung über die tolle Sprache hadere ich nun etwas mit dem Buch. Der Plot sagt mir nicht zu, außerdem gibt es so gar keine Sympathieträger in dem Roman und die Hauptfigur Humbert Humbert ist ein regelrechter Kotzbrocken. Sorry, das muss ich so deutlich sagen. Die Befürchtung vieler Leser, man könne Sympathie für einen Pädophilen entwickeln, ist aus meiner Sicht unbegründet.

Neuzugänge: 0

Diese Woche (aus-)gehört: 0

Ich höre gerade:

  • J. K. Rowling: Harry Potter and the Deathly Hallows. Bei Harrys und Hermiones Besuch in Godric’s Hollow hatte ich tatsächlich das ein oder andere Tränchen in den Augen.

Hörbuchneuzugänge: 0

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix

Gerichte der Woche:

Gnocchi mit Zucchini-Mandelmus-Soße

Nachdem ich letztens ein paar Wochen in einer Bücherei gearbeitet habe, habe ich jetzt endlich mal wieder einen Bibliotheksausweis! Ich habe mir auch gleich mal Han Kangs „Die Vegetarierin“ zurücklegen lassen, das ich mir gleich am Dienstag (Montag ist zu) abholen werde. Ich möchte die Bücherei gern mehr nutzen, vor allem für Neuerscheinungen, das bringt mich nur wieder in Konflikt mit dem großen Ziel SuB-Abbau. Vielleicht erlaube ich mir ein Buch pro Monat, mal sehen. Unsere Bibliothek hat auch eine ganz nette DVD-Auswahl, sodass ich sicher immer was zum Ausleihen finden werde 🙂

Ich wünsche euch eine schöne Woche, auf dass der Mai uns nicht mehr so lange die kalte Schulter zeigt!

(c) Penguin

Deutscher Titel: Heimkehren

Erscheinungstermin: 22.08.2017 bei DuMont

Ghana im 18. Jahrhundert. Die Asante-Frau Mamee wurde von den Fante entführt, schafft es jedoch, nach der Geburt ihrer Tochter Effia zu fliehen – ohne diese. Effia wächst im Glauben auf, eine andere, kaltherzige Frau sei ihre Mutter. Diese schafft es, Effia mit dem britischen Gouverneur von Cape Coast zu verheiraten. Sie lebt mit ihm im Cape Coast Castle, in dessen Kellern auch die vielen entführten Menschen untergebracht sind, die als Sklaven nach Amerika verkauft werden sollen. Unterdessen hat die in ihr Dorf zurückgekehrte Mamee den Dorfobersten geheiratet und mit ihm eine Tochter, Esi bekommen. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihr – sie wird ebenfalls entführt und wartet im Kerker des Cape Coast Castle unter unerträglichen Umständen auf die Überfahrt nach Amerika.

Yaa Gyasis Debütroman wurde im Vorfeld extrem gehypt, gehört aber zu den Büchern, bei denen der Hype absolut gerechtfertigt ist. Sie widmet den Schwestern Effia und Esi, deren Schicksal so unterschiedlich ist und die sich nicht einmal kennen, und jeweils einem Nachkommen über sieben Generationen hinweg je ein Kapitel. Nun ist das Buch nur knappe 300 Seiten lang, sodass man mit jedem der Charaktere jeweils nur etwa 20 Seiten verbringt. Doch diese 20 Seiten sind so intensiv, dass dennoch eine große Nähe des Lesers zum jeweiligen Charakter entsteht. Gyasi schafft es, mit wenigen Worten die Geschichte von zwei Zweigen einer Familie eindringlich zu schildern. Die Kapitel, die in Amerika spielen, sind schwer zu ertragen angesichts der Grausamkeit der Sklaverei und der himmelschreienden Ungerechtigkeit gegenüber der schwarzen Bevölkerung, die sich auch nach dem offiziellen Ende der Sklaverei fortsetzt. Die Autorin zeigt anhand ihrer Charaktere darüber hinaus, wie es dazu kam, dass Afroamerikaner auch heute noch stark benachteiligt sind und den Großteil der Gefängnisbevölkerung der USA darstellen. Gyasis Sprache steht der inhaltlichen Stärke des Buchs in nichts nach:

„Once they were inside, Willie’s eyes met those of the store clerk, and she felt a cold wind travel that sight line, from his eyes to hers, then all the way down to the coalpit of her stomach.“ (S. 206)

Dieser Satz ist auch ein gutes Beispiel für den das Buch durchziehenden Symbolismus, repräsentiert vor allem durch die Elemente (Feuer, Wasser) und die Kohlengruben, in denen viele Schwarze nach ihrer „Befreiung“ als Häftlinge arbeiten mussten.

Der afrikanische Zweig der Familie lebt indessen in Freiheit und privilegiert, jedoch nicht frei von seiner Geschichte, seiner Abstammung von einem britischen Sklavenhändler und in der Folge dem König der Asante, die sich vielfältig auf die Nachfahren von Effia auswirken. In diesen Kapiteln erhalten wir außerdem einen Blick in das afrikanische Leben und die ghanaische Geschichte, die Kriege zwischen den Asante und den Briten sowie die Streitigkeiten zwischen den Stämmen. Ich fühlte mich an die Schauplätze versetzt, meine Entdeckungslust wurde geweckt.

Am Ende läuft alles zusammen – frei von jeglichem Kitsch.

Ein großartiges Buch, mein bisheriges Jahreshighlight, ein für mich persönlich perfektes, wie für mich gemachtes Buch, das aber verdientermaßen allgemein viel Anklang findet und das auch ihr unbedingt lesen solltet.