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(c) Ullstein

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Ein Paar fährt gemeinsam mit der Cousine der Frau in ein Jagdhaus in den Bergen. Das Paar möchte am Anreisetag noch ins Dorf und lässt die Cousine, unsere namenlose Protagonistin, allein mit dem Jagdhund Luchs zurück. Seltsamerweise kehrt das Paar abends nicht zurück. Am nächsten Morgen macht sich die Protagonistin auf den Weg ins Dorf, um zu erfahren, was passiert ist. Da stößt sie plötzlich gegen eine unsichtbare Barriere. Die Frau ist verwirrt, was ist denn das? Die wenigen Menschen, die sie auf der anderen Seite der unsichtbaren Wand erkennen kann, sind völlig bewegungslos, mitten in der Bewegung erstarrt. Die Wand scheint den Berg weitläufig abzusperren. Die Frau muss sich nun darauf einstellen, allein mit dem Hund zurechtzukommen.

Die Prämisse ist faszinierend. Woher kommt diese Wand, was ist passiert, sind die Menschen auf der anderen Seite wirklich tot? Handelt es sich um ein regionales Phänomen oder gibt es überhaupt noch Leben außerhalb der Wand? Und auf der Seite der Protagonistin? Die meisten dieser Fragen werden für die Leserin ebenso im Dunkeln bleiben wie für die Protagonistin.

Diese rechnet zunächst zwar noch mit Rettung, akzeptiert jedoch erstaunlich schnell, dass sie vorerst isoliert ist. Schnell beginnt sie, sich im Jagdhaus einzurichten. Mit Bewunderung verfolgt die Leserin, wie gut sie klarkommt – es sind zwar noch viele Vorräte im Haus vorhanden, doch die sind endlich. Ein Kartoffelacker und ein Bohnenfeld werden angelegt – und die Protagonistin geht gezwungenermaßen auf die Jagd. Sie tötet die Tiere nicht gern, akzeptiert jedoch, dass ihr keine andere Wahl bleibt. Sie muss ja außerdem den Hund versorgen. Bald gesellen sich noch eine Katze und eine Kuh zu der Protagonistin, die ebenfalls auf ihrer Seite der Wand gestrandet sind. Zu den Tieren entwickelt sie eine enge emotionale Bindung, gerade zwischen ihr und Luchs entsteht eine ursprünglich wirkende Symbiose, beide sind voneinander abhängig. Man gewinnt den Eindruck, dass die Protagonistin gar nicht so unglücklich mit der Situation ist. Auch an ihren Gedankengängen ist zu erkennen, dass das naturverbundene Leben ihr viel echter erscheint, die schnelllebige Zivilisation wird immer unwirklicher für sie und bald akzeptiert sie auch, dass sie nicht mehr existiert. Sie denkt zwar manchmal an ihre Töchter, scheint jedoch nicht wirklich andere Menschen zu brauchen, die Tiere genügen ihr. Ich fühlte mich der Protagonistin bei der Lektüre sehr nahe. Ich will nicht andeuten, dass auch ich gut auf andere Menschen verzichten könnte, doch als Introvertierte, die sich oft wünscht, nur den Kater um sich herum zu haben, und Abende allein mit einem Buch unendlich genießt, kann ich ihre Haltung zumindest nachvollziehen. Gerade ihre Liebe zu den Tieren ist für mich absolut verständlich.

Keinesfalls sollte jedoch der Eindruck entstehen, dass das einfache Leben ohne die Errungenschaften der Zivilisation hier verklärt oder gar glorifiziert wird. Es passieren immer wieder schlimme Dinge, gegen die die Protagonistin gar nichts ausrichten kann, etwa der Tod einiger Nachkommen der Katze oder Krankheiten, die sie niederwerfen und die sie nur mit Not übersteht. Es wird ganz deutlich, dass ein solches Leben zeitlich begrenzt ist.

Auch eine feministische Lesart ist möglich und hinter der Wand wird das Geschlecht der Überlebenden irrelevant:

„Mein Körper, gescheiter als ich, hatte sich angepaßt und die Beschwerden meiner Weiblichkeit auf ein Mindestmaß eingeschränkt. Ich konnte ruhig vergessen, daß ich eine Frau war. Manchmal war ich ein Kind, das Erdbeeren suchte, dann wieder ein junger Mann, der Holz zersägte, …, ein sehr altes, geschlechtsloses Wesen.“ (Seite 82)

Marlen Haushofer hat mit ihrem bekanntesten Roman eine reizvolle Dystopie erschaffen, die viel Interpretationsspielraum lässt und die Leserin nachdenklich zurücklässt. Ein Werk, das lange nachhallt.

(c) Little, Brown Books

(c) Little, Brown Books

Deutscher Titel: Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers

Junior ist 14, wurde mit einem Hydrocephalus geboren, ist dünn, trägt Brille und stottert, daher hat er es im Spokane-Reservat mit seinen rauen Umgangsformen ohnehin schon nicht leicht. Glücklicherweise gibt es seinen besten Freund Rowdy, der ihm immer beisteht und ansonsten seinem Namen alle Ehre macht. Doch als ein Lehrer Junior davon überzeugt, dass er auf eine Schule außerhalb des Reservats gehen soll, ja muss, ist Junior erst recht der Buhmann und selbst Rowdy wendet sich von ihm ab.

Sherman Alexies semibiografischer Jugendroman ist gleichzeitig saukomisch und tieftraurig. Junior zeichnet Comics, dementsprechend ist sein Tagebuch mit witzigen Zeichnungen mit einer guten Portion Selbstironie ausgestattet, die im Buch durch Illustrationen von Ellen Forney wiedergegeben werden. Auch liegt es ihm fern, über die Mobbing-Attacken durch andere Reservatsbewohner zu jammern, er ist die Auge-um-Auge-Mentalität im Reservat gewohnt. Wie krass das Leben im Reservat die Chancen der Menschen verschlechtert, wird Junior so richtig bewusst, als er in die privilegierte „weiße“ Schule im benachbarten Reardan wechselt. Wie Leseratte Junior feststellt:

„I was the only kid, white or Indian, who knew that Charles Dickens wrote A Tale of Two Cities. And let me tell you, we Indians were the worst of times and those Reardan kids were the best of times.“ (Seite 50)

Der Tod ist alltäglich im Reservat und sehr oft mit Alkohol verbunden, die Indianer saufen sich förmlich zu Tode oder sterben bei Unfällen im Zusammenhang mit Alkohol. Auch Junior verzeichnet im Laufe des Buches mehrere Verluste, die den Leser fassungslos zurücklassen:

„But I was crying for my tribe, too. I was crying because I knew five or ten or fifteen more Spokanes would die during the next year, and that most of them would die because of booze. I cried because so many of my fellow tribal members were slowly killing themselves and I wanted them to live.“ (Seite 216)

Die Hoffnungslosigkeit der Reservatsbewohner ist herzzereißend und greifbar, die Indianer haben sich aufgegeben, mit ihrer Situation abgefunden. Mit der offenen Darstellung der Zustände im Reservat, des Alkoholismus und der Gewalt und der Erwähnung von Masturbation haben manche amerikanische Schülereltern wohl ein Problem, das Buch wurde an zahlreichen Schulen in den USA verboten. Dabei halte ich es für gerade besonders gut geeignet für Schüler – wie soll man Jugendliche zu verantwortungsvollen, handlungsbereiten Erwachsenen erziehen, wenn sie nichts über die Missstände und Ungerechtigkeiten in ihrem Land erfahren?

The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian ist ein wichtiges Buch mit viel Witz und Charme, das ich unbedingt weiterempfehlen möchte.

Tempus Fugit #255

WordPress hat mich soeben informiert, dass mein Blog heute 6 Jahre alt wird! Wie immer bin ich überhaupt nicht darauf vorbereitet 😉 Ich bedanke mich einfach einmal bei allen Leserinnen und Lesern, ohne euch wäre das langweilig hier! 🙂

Meine Woche war ein bisschen anstrengend, aber letzten Endes gut. Ich habe für meine Verhältnisse recht viel gelesen – obwohl die abendliche Müdigkeit nicht abreißt. Gerade trinke ich eine Kanne des Salzkarameltees von TeeGschwendner, kann ich sehr empfehlen!

Diese Woche (aus-)gelesen: 2

  • Sherman Alexie: The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian
  • Edward S. Curtis: Die Indianer Nordamerikas – Die kompletten Portfolios

Ich lese gerade:

  • Marlen Haushofer: Die Wand. Gefällt mir sehr gut bisher.

Neuzugänge: 0

Diese Woche (aus-)gehört: 1

  • Carrie Fisher: The Princess Diarist

Ich höre gerade:

  • Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse. Ich hatte mal wieder Lust auf einen schönen historischen Roman. Zu Beginn war ich sehr skeptisch, muss aber inzwischen doch sagen, dass mich das Buch gut unterhält.

Hörbuchneuzugänge: 1

  • Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix

Gerichte der Woche:

Vichyssoise. Hatte zu spät gesehen, dass die eigentlich kalt gegessen wird. Hat warm auch ganz gut geschmeckt, aber wird wohl kein Lieblingsgericht von mir.

Vichyssoise (Lauch-Kartoffel-Suppe). Hatte zu spät gesehen, dass die eigentlich kalt gegessen wird. Hat warm auch ganz gut geschmeckt, aber wird wohl kein Lieblingsgericht von mir.

War nicht viel mit Kochen diese Woche, ich hoffe, nächste Woche wird das wieder mehr. Montag gab es Sauerkrautgratin, aber den kennt ihr ja inzwischen, den brauche ich wohl nicht mehr zu zeigen 😉

Ich werde mich heute Nachmittag wahrscheinlich Booktube und meinem Strickzeug widmen. Meine kraus rechts gestrickte Tasche ist fast fertig, also habe ich es gewagt und das Nadelspiel für Strümpfe ausgepackt. Gerade habe ich sehr große Bedenken, dass ich das hinbekomme, aber ich dachte ja auch mal, es wäre anatomisch nicht möglich, linke Maschen zu stricken 😀 Außerdem werde ich wahrscheinlich als leichteres Projekt mit Stulpen in grau, rosa und lila beginnen.

Ich wünsche euch einen gemütlichen Sonntagnachmittag!

(c) Penguin Random House

(c) Penguin Random House

 

Dauer: 5 h 10 min

Sprecherinnen: Carrie Fisher, Billie Lourd

Am 27. Dezember des vergangenen Jahres verstarb viel zu früh die Schauspielerin, Autorin und Feministin Carrie Fisher, die viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt in erster Linie als Prinzessin Leia aus den ursprünglichen Star Wars-Filmen kannten. Erst 2016 hatte sie das Buch „The Princess Diarist“ (deutsch: Das Tagebuch der Prinzessin Leia, Erscheinungstermin: 3. März 2017) veröffentlicht, in dem sie von ihren ersten Schritten im Show Business und vor allem über die Zeit des Drehs des ersten Star Wars-Films (Episode IV – A New Hope/Eine neue Hoffnung) berichtet. Unter anderem spricht sie in dem Buch erstmalig über ihre Affäre mit Co-Star Harrison Ford während dieses Drehs.

Ich habe dieses Werk als Hörbuch gehört und kann die inhaltliche Rezension nicht von Carrie Fishers Lesung ihres eigenen Buches trennen. Warum? Carrie Fisher liest das Buch, als ob sie dem Hörer persönlich gegenüber säße – voller Humor, voller Emotion und mit vollem Stimmeinsatz. Dies macht Fishers Geschichten aus ihrer Jugend besonders mitreißend. Das Hörbuch sei daher dringend empfohlen.

Wir wissen ja, wie geistreich und humorvoll Carrie Fisher war, herrlich sind vor allem ihre Wortspiele und ihre Selbstironie, die das ganze Buch durchzieht. Sie spricht mit Ausnahme dessen, was wirklich privat bleiben sollte, sehr offen, auch über ihre Affäre mit Harrison Ford. An diesen richtet sie keinerlei Vorwurf, vielmehr war der doch recht verliebten Carrie von Anfang an klar, dass es bei einer zeitlich begrenzten Affäre (Carrison) bleiben würde. Da Fisher selbst ein Scheidungskind war, lag ihr eigentlich nichts ferner, als eine Affäre mit einem verheirateten Mann zu beginnen, doch manchmal nehmen die Dinge einfach ihren Lauf. Fisher ergänzt ihre Erzählung durch Einträge aus einem Tagebuch, das sie zur Zeit des Drehs führte und vor einiger Zeit wiederfand. Diese Tagebucheinträge waren es, die mich ganz besonders beeindruckten (gelesen werden diese übrigens nicht von Fisher, sondern von ihrer Tochter Billie Lourd). Was Carrie Fisher schon im Alter von 19 Jahren zu Papier brachte, ist in höchstem Maße poetisch, philosophisch und melancholisch und lässt durchblicken, was für ein großer Intellekt sich hinter der High-School-Abbrecherin verbarg.

Was mir nicht so gut gefiel, waren die Kapitel, in denen Fisher von den zahlreichen Autogrammstunden berichtet. Sie übernimmt dabei stellenweise die Stimme des Fans und gibt Beispiele dafür wieder, was die Fans ihr so alles erzählten. Diese Abschnitte sind meiner Meinung nach zu lang geraten, sie könnten deutlich gekürzt werden, ohne dass die Pointe verloren ginge.

Nicht zuletzt ist das Buch auch eine Liebeserklärung an Star Wars und Fishers ikonische Rolle als Leia, die nach eigener Aussage nicht mehr wirklich von ihrer eigenen Person zu trennen ist.

Eine Empfehlung für alle, die die unvergessliche Carrie Fisher schätzten.

(c) Macmillan

(c) Macmillan

„Little Bighorn“ und „Wounded Knee“ sind Begriffe, die die meisten von uns im Zusammenhang mit den nordamerikanischen Ureinwohnern sicherlich schon einmal gehört haben. Wer sich schon einmal ein bisschen näher mit ihnen befasst hat, weiß wahrscheinlich, dass die Schlacht am Little Bighorn die größte Niederlage der US-Armee unter General Custer im Kampf gegen die Indianer war. Und Wounded Knee? Dort haben die amerikanischen Soldaten eines der Massaker gegen die Indianer verübt. Wer den Film „Little Big Man“ mit Dustin Hoffmann gesehen hat, hat vielleicht eine genauere Vorstellung von den Grausamkeiten. Und wer es genau wissen will, liest „Bury My Heart at Wounded Knee“, deutsch „Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses“.

Dee Brown hatte selbst kein indianisches Blut, freundete sich jedoch schon in seiner Jugend mit Indianern an. In diesem seinem bekanntesten Buch schildert er den letzten Widerstand verschiedener Indianerstämme gegen die US-Gewalt aus Sicht der Ureinwohner. Letztlich sollte jeder Widerstand niedergeschlagen und alle überlebenden Indianer in Reservate gesteckt werden – häufig fernab ihres ursprünglichen Stammesgebiets. Die vernichtenden Auswirkungen auf den Geist, das Gemüt der Ureinwohner wird in dem Buch deutlich spürbar.

Was mich wohl an Dee Browns Schilderungen am meisten schockiert hat, war, mit welcher Selbstverständlichkeit die Soldaten Massaker an den Indianern verübten, oft, ohne provoziert worden zu sein. Ein ums andere Mal wurde den Indianern versprochen, dass ihnen nichts geschehen würde, wurden entsprechende Verträge geschlossen, und ein ums andere Mal wurden die Versprechen und die Verträge gebrochen und die Indianer niedergemetzelt. Die Indianer signalisierten häufig umsonst ihre friedvollen Absichten. Beim Sand-Creek-Massaker sandten sie den Soldaten ein kleines Mädchen mit einer weißen Fahne entgegen – niemand glaubte, dass die Soldaten ein kleines Mädchen töten würden. Doch genau das passierte. Die Berichte von den Massakern sind kaum zu ertragen.

Es gab Vorwürfe, Dee Browns Sichtweise sei einseitig indianisch, mit dem Hinweis, die Indianer hätten auch untereinander Grausamkeiten verübt. Dies verschweigt Brown jedoch nicht, stellenweise erwähnt er solche Kämpfe, aber sie sind nicht Thema dieses Buchs. Sie sind wohl kaum eine Rechtfertigung für die verübten Gräueltaten an den Indianern. Sicher töteten die Indianer auch Weiße, aber sie kämpften ums pure Überleben ihrer Kultur. Sie waren größtenteils gewillt, die Weißen in ihrem Land zu akzeptieren, sie wollten nur in ihren Gebieten weiterleben.

Dee Browns Buch ist die Dokumentation dieses Kampfes, den die Indianer nur verlieren konnten. Viele wurden ermordet, obwohl sie sich ergeben hatten. Insofern war die massenhafte Tötung der Indianer nichts anderes als ein Genozid.

Nachbemerkung: Meine eindeutige Stellungnahme für die Seite der Indianer soll selbstverständlich keinen Angriff gegen heutige US-Bürger darstellen!

Tempus Fugit #254

Jemand hat definitiv die Zeit manipuliert. Es ist einfach physikalisch nicht möglich, dass es schon wieder Sonntagnachmittag ist. Außerdem werden die Wochenenden immer kürzer. Da stecken bestimmt die grauen Herren aus „Momo“ dahinter.

Diese Woche (aus-)gelesen: 2

  • Dee Brown: Bury My Heart at Wounded Knee
  • Peter Härtling: Hallo Opa Liebe Mirjam

Ich lese gerade:

  • Sherman Alexie: The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian
  • Edward S. Curtis: Die Indianer Nordamerikas – Die kompletten Portfolios

Letzteres ist ja ein schwergewichtiger Bildband, daher schaue ich am früheren Abend die Bilder an und gehe dann zu Sherman Alexies Buch über.

Neuzugänge: 0

Diese Woche (aus-)gehört: 1

  • Peter Wohlleben: Das Seelenleben der Tiere

Ich höre gerade:

  • Carrie Fisher: The Princess Diarist.

Hörbuchneuzugänge: 1

  • Carrie Fisher: The Princess Diarist.

Geguckte Filme/DVDs:

  • nix

Gerichte der Woche:

(c) Bohnensalat Süd-West

Bohnensalat Süd-West

Ja, nicht so viel gekocht diese Woche. Die kommende Woche breitet sich noch völlig nebelverhangen vor mir aus. Heißt, ich weiß noch nicht, was kommt. Ich lasse es einfach mal auf mich zukommen. Heute werde ich den Rest des Tages gemütlich verbringen. Ich hoffe, ihr habt es auch schön kuschelig. Einen schönen Restsonntag!

(c) Der Hörverlag

(c) Der Hörverlag

Dauer: 6 h 47 min

Sprecher: Peter Kaempfe

Was fühlen Tiere? Können Tiere denke wie Menschen? Bei welchen Tieren hört die Empfindsamkeit auf? Bei Fischen oder erst bei Fruchtfliegen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Förster Autor des erfolgreichen Buchs „Das geheime Leben der Bäume“ in seinem neuesten Werk.

Vorab: Mein Verhältnis zu Tieren bezeichnen manche als „nicht ganz gesund“. Die meisten Tiere sind für mich vor allem eins: unschuldige, süße Babys. Sorry an alle Mütter, die das befremdlich finden. Ich lese keine Romane mit Tieren, weil ich es nicht aushalte, wenn einem Tier darin etwas zustößt. Aus diesem Grund kann ich eine gewisse Voreingenommenheit für dieses Buch nicht leugnen.

Aber auch der neutrale Leser wird zugeben müssen, dass die Beispiele – aus Wissenschaft und eigenen Erfahrungen des Autors – schlüssig sind und darauf hindeuten, dass wir Tieren viel zu wenig zutrauen und gängige Annahmen, etwa dass Fische keinen Schmerz empfinden, heute zumindest als sehr unwahrscheinlich betrachtet werden müssen.

Das ist eine unangenehme Erkenntnis, vor allem wenn ein Tier so hochintelligent und empfindsam ist wie das Schwein, angesichts der qualvollen Massentierhaltung und des enormen Fleischverzehrs.

Das Buch bietet viele verblüffende und kurzweilige Geschichten von den Fähigkeiten der verschiedensten Tiere. Eine Moralpredigt ist das Buch jedoch nicht, es liefert aber einige Denkanstöße und einen Appell für Respekt vor allem Leben. Eine empfehlenswerte Lektüre.

Peter Kaempfe liest das Werk mit angenehmer Stimme und in angemessenem Tempo.