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Posts Tagged ‘astrid rosenfeld’

(c) Diogenes

Ein Dorf in der Oberpfalz, irgendwann in den 80ern: Es sind Sommerferien, doch Karl und sein älterer Bruder Lorenz sind traurig, denn ihre Mutter hat sich das Leben genommen. Der Vater ergibt sich in seiner Trauer nach und nach dem Suff und das Regiment in der Pension übernehmen mehr oder weniger Haushälterin Frau Kratzler und Dauergast Herr Murmelstein, genannt Murmeltier. Und dann kommt Elsa … eine rotzfreche Göre, Tochter eines Dorfbewohners, dessen Frau einst mit einem reichen Porschefahrer durchbrannte – samt Kind. Nun soll sie bei ihrem Vater bleiben und bringt ordentlich Leben in das Dorfleben …

Ich muss gestehen, dass ich etwas skeptisch war, was dieses zweite Werk von Astrid Rosenfeld betrifft. Mit „Adams Erbe“ hatte sie bei mir ins Schwarze getroffen, doch die Inhaltsbeschreibung dieses zweiten Buchs hat mich nicht sonderlich gereizt. Aber wie so oft wurde ich überrascht, ich mochte dieses Buch fast noch mehr als „Adams Erbe“. Astrid Rosenfeld hat es einfach drauf, so zu erzählen, dass man immer weiter zuhören, d. h. weiterlesen könnte. Ich habe nicht umsonst zunächst „zuhören“ geschrieben, der Schreibstil ist so lebhaft, dass man das Gefühl hat, sich mitten im Geschehen zu befinden. Das nenne ich große Erzählkunst, und die macht einfach Spaß, auch wenn man zunächst denkt, das Thema interessiere einen gar nicht so sehr. Echtes Kopfkino eben. An Humor lässt das Buch auch nichts zu wünschen übrig, herrlich, wenn Elsa angesichts des kürzlichen Unglücks in Tschernobyl andere Kinder mit Pfifferlingen als Waffen in die Flucht schlägt.

Dass das Buch mir so gut gefallen hat, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass Elsa, Karl und Lorenz genau meine Generation sind – wie Astrid Rosenfeld selbst auch.

Im weiteren Verlauf der Handlung begleitet uns der Ich-Erzähler uns in die Kunstszene, die Lorenz für sich entdeckt hat. Doch nun, wo Lorenz und Karl um die 20 sind, fehlt ihnen etwas – und nicht nur ihnen, sondern auch dem Leser (was sicherlich absolut beabsichtigt und meisterhaft gemacht ist). Was das ist, sage ich nicht, das würde zu viel verraten. Es wird jedoch noch einmal vorkommen und auch eine Auflösung wird es geben.

Ein wunderbares Buch von einer großen Erzählerin!

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Am Freitag war ich so gegen 9:30 Uhr auf der Messe und schaute mich erst mal in Halle 3.1 um. Zuerst ging ich mal zum Stand von Droemer-Knaur, um nachzufragen, wann Kate Atkinson denn nun da sein würde. Die Antwort war: „gar nicht“. Mist. Meine einzige Enttäuschung dieser Messe. Aber was soll’s, ich war noch so zufrieden vom Donnerstag, dass mir das auch nicht viel ausgemacht hat. Nun machte ich mich auf zum Stand der „Zeit“, wo Martensteins Morgenmesse stattfinden sollte. Der wunderbare Harald Martenstein las aus seinen Kolumnen vor, was für mich gleich wieder ein Highlight war, denn ich liebe seinen Humor.

Harald Martenstein

Harald Martenstein

Vor allem bei seiner Kolumne über Doppelnamen bei der FDP lachte das Publikum herzlich. Wenn man erst mal anständig gelacht hat, geht es einem gleich richtig gut, mir fehlte jetzt nur noch eines: ein starker Kaffee. Ich hatte nämlich morgens aus Zeitmangel nur Milch getrunken 😉 Zum Glück gab es am Stand der taz fairen taz-Kaffee aus dem Vollautomaten.

So gestärkt hatte ich nun ordentlich Zeit, Halle 3.1 genauer zu erkunden. Am Stand von „teNeues“ zog ein ganz fantastisches Buch in seinen Bann: „Before They Pass Away“ von Jimmy Nelson.

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(c) teNeues

Der Fotograf Jimmy Nelson reist seit vielen Jahren um die Welt, um Bilder der letzten „Naturvölker“ einzufangen, solange es sie noch gibt. Ich habe eine ganze Weile darin geblättert, die Bilder sind absolut großartig! Zu meinem Erstaunen sah ich plötzlich an der Theke, an der ich in dem Buch blätterte, einen Hinweis, dass der Fotograf genau zu diesem Zeitpunkt am Stand sein sollte, und tatsächlich, er saß genau vor mir:

Jimmy Nelson (rechts)

Jimmy Nelson (rechts)

Echt ärgerlich, dass ich kein Autogrammheft dabeihatte. Außerdem nahm ich mir vor, das nächste Mal viiiel besser über die Gäste auf der Buchmesse informiert zu sein und mir vorab ein paar Fragen zu notieren. Das Buch würde ich mir am liebsten gleich kaufen, der Preis von 128 Euro ist mir im Moment aber einfach zu heftig.

Als Nächstes ging es dann dank eines weiteren Gutscheins zum Beltz-Stand, wo ich das Buch „Hallo Opa – Liebe Mirjam“ von Peter Härtling bekam und es auch gleich vom Autor signieren lassen konnte:

Peter Härtling

Peter Härtling

Signatur

Signatur

(c) Beltz

Peter Härtling war mir bisher vor allem als Autor von „Liebste Fenchel“ bekannt, ein Buch über das Leben von Fanny Hensel-Mendelssohn, das ich auch gerne mal lesen möchte.

Als Nächstes zog es mich ins wunderschöne im Stil eines Zirkuszelts gestaltete Lesezelt.

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Dach des Lesezelts

Dach des Lesezelts

Ich wollte natürlich zur Lesung von Astrid Rosenfeld, war aber früh genug da, um noch den Großteil der Lesung eines Autors mitzubekommen, der mir bisher nicht bekannt war: Lukas Hartmann.

Lukas Hartmann

Lukas Hartmann

Der Autor aus der Schweiz las aus seinem Buch „Abschied von Sansibar“ vor und ich war gleich hin und weg. Das ist ganz genau so ein Buch, wie ich es liebe! Es geht um die wahre Geschichte der Emily Ruete, eine osmanische Prinzessin des 19. Jahrhunderts, die einen deutschen Kaufmann heiratete und mit ihm nach Deutschland ging. Hartmanns Schilderung der Schwierigkeiten, die Emily in ihrer neuen Heimat hatte, war sehr eindringlich und mir war schnell klar, dass dieses Buch ganz oben auf meiner Wunschliste landen würde.

(c) Diogenes

Nach der Lesung von Lukas Hartmann war dann Astrid Rosenfeld an der Reihe. Sie las aus ihrem Zweitwerk, „Elsa ungeheuer“.

Astrid Rosenfeld (links) im Lesezelt

Astrid Rosenfeld (links) im Lesezelt

In dem Buch geht es um zwei Jungen bzw. Männer aus einem oberpfälzischen Dorf und ihre Beziehung zu der widerspenstigen und geheimnisvollen Elsa. Die Liebe spielt dabei natürlich eine Rolle. Astrid Rosenfeld hat somit ihrem zweiten Werk nach „Adams Erbe“ einen völlig anderen Hintergrund gegeben als ihrem ersten. Ich muss sagen, dass mich das Buch inhaltlich nicht so sehr interessiert wie „Adams Erbe“, aber ich liebe Astrid Rosenfelds Sprachstil und ihren Humor, sodass ich mich natürlich dennoch darauf freue, das Buch zu lesen. Nach der Lesung ging es auch dann gleich ins benachbarte Signierzelt, wo ich mein Exemplar erwerben und von der Autorin signieren lassen konnte. Somit habe ich nun beide Werke der Autorin als signierte Version 🙂

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(c) Diogenes

Während der Lesung gewitterte es draußen, was bis nach der Lesung anhielt, sodass ich möglichst schnell Richtung Halle 6 lief, denn jetzt wollte ich mir mal die Stände der internationalen Verlage ansehen. Da ich natürlich nach Büchern sehen wollte, die ich auch lesen kann, bin ich gleich durchgelaufen bis Halle 8, wo die britischen und amerikanischen Verlage ihr Quartier aufgeschlagen hatten. Leider war ich mittlerweile ziemlich kaputt, was von Halle 8 noch verstärkt wurde. Im Gegensatz zu Halle 3, in der die deutschen Verlage hauptsächlich angesiedelt waren, hatten die englischsprachigen Verlage ihre Stände für meinen Geschmack publikumsunfreundlich aufgebaut. Bei Penguin etwa konnte man gar nicht wirklich zu den Buchwänden durchdringen, da die Fläche vollgestellt war mit Tischen und Stühlen. Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass es in dieser Halle mehr um Händler bzw. Handel und Agenten ging als um das Publikum, weshalb ich mich ziemlich schnell wieder verabschiedete. Nur ein Verlagsprogramm von Bloomsbury habe ich mitgenommen. Schade. Allerdings war ich wirklich schon sehr müde. Ich lief dann weiter zum Non-Book-Bereich in Halle 4, aber spätestens dort wurde mir klar, dass ich vor Müdigkeit und Koffeinmangel nicht mehr aufnahmefähig war. Deshalb trank ich in einer Café-Ecke nur noch eine Cola und schleppte mich dann zurück zu Halle 3, wo um 4 Uhr bei „Vorwärts“ eine Diskussion stattfinden sollte, die mich interessierte.

Es ging um das Buch „Die Flakhelfer – Wie aus Hitlers jüngsten Parteimitgliedern Deutschlands führende Demokraten wurden“ von Malte Herwig. Zu Malte Herwig und Moderatorin Katharina Gerlach hatte sich die alte SPD-Größe Klaus von Dohnanyi eingefunden, dessen Vater selbst von den Nazis hingerichtet wurde.

(Von links) Malte Herwig, Katharina Gerlach, Klaus von Dohnanyi

(Von links) Malte Herwig, Katharina Gerlach, Klaus von Dohnanyi

Autor Malte Herwig

Autor Malte Herwig

Klaus von Dohnanyi

Klaus von Dohnanyi

Malte Herwigs Buch beschäftigt sich mit jenen, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in jungen Jahren, ob aus Furcht oder um ihren Beruf weiter ausüben zu dürfen, der NSDAP beitraten, etwa Hans-Dietrich Genscher oder Günther Grass. In der Diskussion ging es vor allem darum, inwiefern man diesen späteren Demokraten Vorwürfe wegen ihrer Mitläuferschaft machen darf bzw. muss und inwieweit diese Diskussion überhaupt geführt werden muss. Im Laufe des Gesprächs, das mich trotz meiner Müdigkeit fesselte, konnte ich immer mehr Malte Herwigs Meinung zustimmen, während ich mit Klaus von Dohnanyis Einstellung ein wenig Probleme hatte. Beide waren sich zunächst einmal einig, dass man bei diesem Thema nicht zwischen Schwarz und Weiß unterschieden werden darf. Während etwa Klaus von Dohnanyis Vater als Held des Widerstandes stab, könne man ein solches Heldentum nicht von der ganzen Bevölkerung erwarten und Menschen, die es als Jugendliche nicht wagten, Widerstand zu leisten, undifferenziert verurteilen. Dem stimme ich voll und ganz zu. Unterschiede gab es jedoch bei der Meinung, ob die Diskussion um diese Menschen heute noch geführt werden muss. Klaus von Dohnanyi äußerte sinngemäß die Ansicht, man solle „Opa auch mal in Ruhe lassen damit“, das heißt, dass man die Vergangenheit nun ruhen lassen sollte. Herwig hingegen ist der Meinung, dass diese Auseinandersetzung notwendig ist und dass wir mit den Betroffenen sprechen sollten, solange dieses noch möglich ist. Vor allem unter dem Aspekt, dass wir, sollte die Demokratie einmal wieder in Gefahr geraten, auf die Erfahrungen der ehemaligen Mitläufer zurückgreifen können und entsprechend handeln können. Dieser Meinung schließe ich mich an, ich halte die Aufarbeitung der Vergangenheit und die Vermeidung des Vergessens für grundsätzlich notwendig.

(c) DVA

Nach dieser interessanten Veranstaltung schlenderte ich noch ein wenig durch die Gänge, als ich einmal wieder auf einen kleinen Menschenauflauf traf. Dies hatte die Ursache, dass dort gerade die diesjährige Gewinnerin des Buchpreises, Terézia Mora, interviewt wurde.

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Terézia Mora im Gespräch

Ich muss gestehen, inhaltlich reizt mich Moras Buch „Das Ungeheuer“ nicht so sehr, aber ich denke, ich werde es dennoch mal auf meine Wunschliste setzen.

(c) Luchterhand Literaturverlag

Ich begab mich jetzt langsam Richtung Ausgang, doch dann hörte ich eine laute Stimme mit deutlichem Akzent, die mir bekannt vorkam: Dragoslav Stepanović! Stepi hat tatsächlich ein Buch geschrieben, der Titel sagt alles: „Lebbe geht weider“.

Dragoslav Stepanović im Interview

Dragoslav Stepanović im Interview

Stepi mit seinem Buch

Stepi mit seinem Buch

Und der gute alte Stepi war voll in seinem Element, er gab eine Anekdote nach der anderen zum Besten, erklärte, warum er damals die Eintracht Richtung Leverkusen verließ, und war so in Fahrt, dass sein Interview statt bis 16.45 Uhr gleich bis 17.15 Uhr dauerte! Es hat mich wirklich gefreut, ihn mal wiederzusehen, es waren Erinnerungen an alte (bessere, seufz) Fußballzeiten, und ich finde es schade, dass Stepi nicht mehr in der Bundesliga zu finden ist. Allerdings ist ja seine neue Aufgabe als Trainer der Hessenauswahl für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung auch ehrenwert. Sorry, das Bild ist etwas riesig 😉

(c) Verlag „Die Werkstatt“

Nach dem Ende des Interviews fuhr ich dann auch mit dem zweiten Tag der Messe rundum zufrieden zurück zu meiner Schwester. Und die Vorfreude auf den nächsten Tag war groß (obwohl es mir auch etwas vor den Menschenmassen des ersten Publikumstages graute), denn dann würde ich endlich meine Lieblingsautorin sehen. Dreimal dürft ihr raten, wer das ist 🙂

Teil 3 folgt.

P.S.: An alle befreundeten Blogger: Ich bin zurzeit hoffnungslos im Rückstand mit dem Lesen und kommentieren eurer Blogbeiträge, bitte um Nachsicht bzw. Geduld 😉

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Hinweis: Sämtliche Fotos von der Messe wurden von mir bzw. meiner Kamera aufgenommen. Durch Daraufklicken könnt ihr sie vergrößern.

Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr trotz seiner Länge den ganzen Bericht anschauen würdet, ich verspreche, es gibt viele Bilder und nicht soooo viel Text 🙂

Donnerstagmorgen klingelte der Wecker sehr früh, denn ich wollte pünktlich um 9 Uhr auf der Messe sein. Trotz Verspätung der S-Bahn hat das auch geklappt und ich habe mich gleich am Eingang mit Anette und Ina von Katze mit Buch getroffen. Ich habe mich riesig gefreut, die beiden kennenzulernen! Da beide schon alte Buchmessenhasen sind und ich noch ein Frischling, war ich sehr froh darüber, dass ich erst mal mit ihnen mitgehen konnte, sie haben mir dann gleicht gezeigt, wo alles ist. Da die beiden einen Termin hatten, haben wir uns um kurz vor 10 erst mal getrennt. Um 10 Uhr sollte Hellmuth Karasek am Stand von Hoffmann und Campe sein, aber offenbar hatte sich da was geändert, er war jedenfalls nicht da. Ich habe mich dann erst mal ein wenig umgeschaut.

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Auch Sascha Lobo war da

Dann stieß ich plötzlich auf einen Riesenpulk Menschen und hörte, dass da offensichtlich jemand interviewt wurde, der sich als Daniela Katzenberger entpuppte. Nun denn. Ich habe mir dann lieber am Nachbarstand einen Auszug aus dem Hörbuch „Er ist wieder da“ von Timur Vernes angehört, das ja von Christoph Maria Herbst gesprochen wird. Ziemlich schnell wurde mir klar, dass ich dann wohl doch neben der Printausgabe auch das Hörbuch haben muss…

Ein paar Schritte weiter am Stand der Süddeutschen Zeitung wurde offenbar auch gerade ein Interview vorbereitet und ich erkannte direkt Gerd Ruge. Ich wollte eigentlich nachmittags zu einer Veranstaltung mit ihm und hatte von dieser hier noch gar nichts gewusst, aber umso besser! Ich habe mich dann gesetzt und das Interview aufmerksam verfolgt, leider muss ich allerdings sagen, dass Gerd Ruge doch ziemlich stark nuschelt. Das wäre noch ok gewesen, aber er hat auch oft nicht direkt ins Mikrofon gesprochen, sodass ich große Probleme hatte, ihn zu verstehen. Prinzipiell hat jedoch ein Mann mit einer solchen Erfahrung natürlich gewaltig viel Interessantes zu erzählen.

Gerd Ruge im Gespräch

Gerd Ruge im Gespräch

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Gerd Ruge beim Signieren. Ich hatte leider nichts dabei.

 Das vorgestellte neue Buch von Gerd Ruge heißt „Unterwegs – politische Erinnerungen“ und ist bei Hanser Berlin erschienen:

(c) Hanser Berlin

Anschließend bin ich zur Signierstunde mit dem britischen Kinderbuchautor Philip Ardagh. Dank Gutscheinen (noch mal lieben Dank an Ina!) habe ich sein neuestes Buch „Familie Grunz hat Ärger“ am Beltz-Stand umsonst bekommen und konnte es mir gleich vom Autor signieren lassen!

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Ein Bär von einem Mann und total sympathisch! So sieht das Buch aus:

(c) Beltz

Wie unschwer zu erkennen ist, stammen die Zeichnungen von Axel Scheffler, der auch auf der Messe war, aber nicht bei dieser Signierstunde. Übersetzt wurde das Buch von keinem Geringeren als Harry Rowohlt. Und hier meine Signatur des Autors:

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Bin schon gespannt auf das Buch, das ist bestimmt megalustig.

Als Nächstes ging es dann zurück zum Stand der Süddeutschen Zeitung, wo sich gerade Hellmuth Karasek auf sein Interview vorbereitete. Hab ich ihn also doch noch zu sehen bekommen 😉

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Hellmuth Karasek im Gespräch

Vorgestellt wurde sein neues Buch „Frauen sind auch nur Männer“, das herrliche Glossen von ihm enthält, von denen er einige vorlas. Am Stand war großer Andrang und es wurde herzlich gelacht. Die Moderatorin versuchte wiederholt, das Gespräch in eine ernste Richtung zu leiten, hatte aber keine Chance 🙂 Der großartig aufgelegte Hellmuth Karasek hat mir sehr gut gefallen, das Buch muss ich haben!

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Hellmuth Karasek beim Vorlesen aus seinem Buch

(c) Hoffmann und Campe

Nun musste ich mich sputen, denn um 13 Uhr stand die Signierstunde mit Astrid Rosenfeld an. Zu meiner Überraschung und Bestürzung hatten sich dort noch gar nicht viele Personen eingefunden, was mir aber andererseits die Gelegenheit gab, mich mit ihr fotografieren lassen 🙂

DSC_0394 (640x428)Kein Kommentar zu meiner Unfotogenität, war aber trotzdem super. Sie hat mir dann gleich noch ihr tolles Buch „Adams Erbe“ (Rezension) signiert:

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Und schon ging es wieder zurück an den Beltz-Stand, wo ich dank eines weiteren Gutscheins in den Besitz des Buchs „Wer morgens lacht“ von Mirjam Pressler gelangte, das ich mir dann auch gleich von der Autorin signieren lassen konnte:

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(c) Beltz

Irgendwie habe ich es verpeilt, ein Bild von Mirjam Pressler zu machen (mist). Mittlerweile hungrig, bin ich dann erst mal etwas essen gegangen.

Als ich dann Halle 3.0 anschließend wieder betrat, fiel mir auf, dass am Stand von „Vorwärts“ ein Interview bzw. Gespräch vor sich ging. Es handelte sich um eine Diskussion zwischen Jutta Ditfurth und Ernst-Ulrich von Weizsäcker, moderiert von Katharina Gerlach.

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Jutta Ditfurth, Katharina Gerlach und Ernst-Ulrich von Weizsäcker im Gespräch

Das Thema des Gesprächs war der Antisemitismus im traditionellen deutschen Adel. Hintergrund: Jutta Ditfurth hat Recherchen über ihre Familie angestellt, unter anderem über ihren Urgroßonkel Börries von Münchhausen, und ihre Erkenntnisse in dem Buch „Der Baron, die Juden und die Nazis“ verarbeitet. Wie ihr wisst, interessieren mich solche Themen sehr, und ich muss sagen, Jutta Ditfurth kann ganz famos erzählen, sie hat mich gleich in ihren Bann gezogen. Im Gespräch wurde auch auf andere Werke eingegangen, die sich mit dem Thema befassen, etwa das kontrovers diskutierte Buch „Die Schlafwandler“ von Christoper Clark. Als Jutta Ditfurth von ihren Erfahrungen mit Neonazis erzählte, lief mir ein Schauder über den Rücken, es ist unglaublich, ich welchem Maße die sich immer noch selbst feiern…

Es war ein hochinteressantes Gespräch, ich habe mir das Buch dann auch gleich gekauft und von Jutta Ditfurth signieren lassen:

Jutta Ditfurth beim Signieren meines Exemplars

Jutta Ditfurth beim Signieren meines Exemplars

Jutta Ditfurths Signatur

Jutta Ditfurths Signatur

(c) Hoffman und Campe

Nach dem Gespräch lief ich wieder am Stand der SZ vorbei, wo inzwischen zu meiner Überraschung der eben schon erwähnte Christopher Clark gerade interviewt wurde. Das passte ja gut!

Christopher Clark (rechts) im Gespräch

Christopher Clark (rechts) im Gespräch

In seinem Buch „Die Schlafwandler“, das momentan den 1. Platz in der Spiegel-Beststellerliste für Sachbücher einnimmt, geht es darum, wie es zum 1. Weltkrieg kam. Jutta Ditfurth meinte ja, das Buch sei in jedem Fall sehr interessant, in Deutschland würde es allerdings im Gegensatz zu Großbritannien unter dem Aspekt vermarktet, dass die Schuld des Deutschen Reichs am 1. Weltkrieg gemindert würde. Dies wies Christopher Clark im Interview zurück. Da mich auch dieses Thema, das natürlich auch mit dem 2. Weltkrieg und dem Buch von Jutta Ditfurth zusammenhängt, werd ich dann wohl auch lesen müssen 😉

(c) DVA

Anschließend habe ich Halle 3.0 weiter erkundet. Dabei lief ich auch mal wieder an einer Menschentraube samt Sicherheitspersonal vorbei, denn Boris Becker wurde zu seinem neuen Buch interviewt. Ich habe mich dann lieber in den ruhigeren Gängen umgesehen, zu meiner Überraschung war der gute Boris aber auch noch einige Zeit später da, als ich noch mal an dem Stand vorbeilief. Also gut sieht er nicht aus:

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Sehr aufgedunsen. Zu seinem Buch: Nun, es heißt „Das Leben ist kein Spiel“. Wen’s interessiert.

Nun rückte die Zeit der Buchmesseparty bei Beltz näher, wo ich mich wieder mit Anette und Ina verabredet hatte. Ich begab mich also schon mal zum Beltz-Stand, wo schon der Grüffelo wartete.

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Ich fand Anette und Ina, außerdem kamen noch Julia von „Katze mit Buch“ bzw. „Tealicious books“ und „Buchblinzler“ Petra dazu. Es war einfach wunderbar, sich unter so viel Gleichgesinnten und so netten Bloggerkolleginnen zu befinden, und ich hatte wahrscheinlich die ganze Zeit ein dümmliches Happy-Grinsen auf dem Gesicht 😉

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Ich (rechts) mit blöder Spitzschnute mit der lieben Anette von „Katze mit Buch“

Es gab Häppchen und eine „schwarze Tinte“, die sich als echt leckere Bowle entpuppte.

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Alles in allem war der erste Tag meines ersten Messebesuchs rundum gelungen und ich machte mich gegen 18.45 Uhr auf Richtung S-Bahn, glücklich und mit viel Vorfreude auf den nächsten Tag.

Teil 2 folgt.

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(c) Diogenes

Berlin in den 90ern des letzten Jahrhunderts. Schon als Kind bekommt Edward ständig zu hören, wie sehr er seinem Großonkel Adam ähnelt, an dem Edwards Großmutter Lara kein gutes Wort lässt: Adam habe seine Mutter und Großmutter kaputtgemacht. Wir erfahren nichts Genaueres über diesen Adam, denn zunächst wird erzählt, wie chaotisch Edward aufwächst und welchen Weg er einschlägt. Nach dem Tod der Großmutter findet er dann ein Manuskript, das an eine gewisse Anna gerichtet ist, und stellt fest: Es stammt von ebenjenem Onkel Adam, dem er so ähnelt. Und nun erfahren wir aus dessen Mund, was damals zur Nazizeit wirklich geschehen ist mit der jüdischen Familie Cohen, ihrem Sprössling Adam und der erwähnten Anna…

Wieder ein Buch, an das ich sehr hohe Erwartungen hatte. Und ich habe es von der ersten Seite an genossen. Genauer gesagt vom ersten Abschnitt an, der für mich unendlich richtig ist:

„Fängt man an zu schreiben, weil es jemanden gibt, dem man alles erzählen will? Fängt man an zu erzählen, weil der Gedanke, dass alles einfach verschwinden soll, unerträglich ist?“

Mit dem zweiten Satz des Buches hat Astrid Rosenfeld mich schon für sich gewonnen, denn er stellt für mich die Quintessenz des Erzählens dar. Was ich vor allem genossen habe, war der unvergleichliche Humor der Autorin, der mich wiederholt zu meinem Lesetagebuch greifen lies, um mir Stellen aufzuschreiben, über die ich mich kringelig gelacht habe. Es ist einfach herrlich, wie Adam und seine Großmutter Bilder von den Nazi-Größen an die Wand hängen und Theorien über sie aufstellen. Es gelingt Astrid Rosenfeld ganz wunderbar, ein so ernstes Thema wie das Dritte Reich humorvoll zu behandeln.

Ein Beispiel: „Außerdem erfuhren wir, dass wir ab dem 1. Januar 1939 einen zweiten Vornamen bekommen sollten. „Israel“ für die Männer, „Sara“ für die Frauen. Die Sache mit den Vornamen bestärkte Edda nun vollends in unserer Theorie, dass Adolf trank.“ (Seite 187)

Ich muss sagen, dass der Teil des Buches, in dem es um Edwards Geschichte geht, stellenweise für mich seine Längen hatte. Das liegt aber auch daran, dass ich endlich mehr über Adam erfahren wollte. Adams Geschichte ist schier überwältigend, sie zeigt uns, wie mächtig die Liebe sein kann, und was die Liebe ausmacht: Selbstlosigkeit. Denn Adam kommt nie der geringste Zweifel an seinem Vorhaben, er weiß, dass er alles tun wird, um Anna zu retten. Auch der Part, der im Warschauer Ghetto spielt, ist humorvoll, aber natürlich auch sehr erschütternd. Am Ende schließt sich der Kreislauf, und Edward erzählt seine eigene Geschichte.

Ein ganz wundervolles Buch, das ich wärmstens empfehlen kann.

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