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Posts Tagged ‘das graveyard-buch’

(c) Harper Collins

(Deutscher Titel: Das Graveyard-Buch)

Ich wollte schon lange mal ein Buch von Neil Gaiman lesen, der mir hauptsächlich deswegen bekannt war, weil er schon mit meinem Lieblingsautor Terry Pratchett zusammengearbeitet hat. Dann gab es dieses E-Book im Angebot und ich habe zugeschlagen.

Ein Junge, der von Toten adoptiert wird und auf dem Friedhof aufwächst? Ein sehr ungewöhnlicher Ansatz. Die Geschichte beginnt damit, dass ein Mann, der immer nur als „the man Jack“ bezeichnet wird, eine ganze Familie auslöscht, fast, denn der kleine Junge im Toddler-Alter hat sich durch die geöffnete Tür aus dem Staub gemacht und ist ausgerechnet auf dem Friedhof gelandet. Dort wird er von einem im 19. Jahrhunderten verstorbenen Ehepaar aufgelesen – und nach Beratschlagung mit den übrigen Toten des Friedhofs, darunter ein seit 2000 Jahren toter Römer, adoptiert. Fortan schützen die Toten und der Friedhof ihn vor dem Mann Jack, der sein Werk weiterhin vollenden möchte…

Die Idee des lebendigen Jungen, der von Toten umgeben auf dem Friedhof aufwächst, mag morbide klingen, ist aber tatsächlich originell, mal was ganz anderes. Es hat fast etwas Tröstliches, wie die Toten auf dem alten Friedhof leben, wie es der Name schon sagt, in Frieden, und durchaus auch mal vergnügt. Es handelt sich ja um ein Jugendbuch und es ist ja kein Geheimnis, dass Kinder unverkrampfter mit dem Thema Tod umgehen, als Erwachsene (mich selbst eingeschlossen). Ich habe die Charaktere des Buchs als sympathisch, allerdings nicht besonders tiefgründig empfunden. Am interessantesten fand ich Silas, den Beschützer des jungen Bod, und den Bösewicht Jack. In sprachlicher Hinsicht ist das Buch top, der Stil von Neil Gaiman gefällt mir wirklich gut. Bei der Geschichte selbst dachte ich ab und an, dass man mehr hätte daraus machen können, sie ist gefällig, aber nicht überwältigend. Ein bisschen enttäuscht war ich von der Auflösung, wer hinter den Morden an Bods Familie steckt, das fand ich ein bisschen banal. Das Ende hat mir dann wieder gut gefallen, schön melancholisch.

Ein schönes, wenn auch nicht großartiges Buch, und es wird sicher nicht mein letztes von Neil Gaiman sein.

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