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(c) Katherine Tegen Books

Achtung: Spoiler für alle, die Band 2, Insurgent, noch nicht gelesen haben!

Deutscher Titel: Die Bestimmung – Letzte Entscheidung

Ich habe einiges zu diesem Buch zu sagen und will auch gleich vorwarnen, dass ich mich unten, extra gekennzeichnet und abgesetzt, zum Ende äußern werde.

Chicago, in der Zukunft. Nach dem Bürgerkrieg zwischen den Fraktionen haben die Fraktionslosen unter Tobias‘ Mutter Evelyn die Macht übernommen. Das Video, das Tris allen gezeigt hat, und in dem die Einwohner erfahren, dass ihre Stadt und ihre Gesellschaft ein Experiment ist, wird von den Fraktionslosen ignoriert. Ein Übel wurde durch ein anderes ersetzt, Evelyn gibt harsche Befehle und jede Bekundung der Zugehörigkeit zu einer Fraktion wird hart bestraft. Doch einige wollen sich Evelyn wiedersetzen, die Fraktionen wieder einführen und vor allem, dem Wunsch der Frau aus dem Video entsprechen und die Stadt verlassen, um die anderen Menschen zu finden. Sie nennen sich die „Allegiant“. Auch Tris und Tobias möchten zu denen gehören, die die Stadtgrenzen überqueren werden. Und hinter dem Zaun erfahren sie dann die eigentliche Wahrheit…

Ich hatte im Vorfeld mitbekommen, dass viele den dritten Teil der Dystopiereihe stark kritisieren, was mich umso neugieriger gemacht hat, sodass ich das Buch relativ schnell im Anschluss an „Insurgent“ gelesen habe.

Gleich zu Beginn muss der Leser sich an eine neue Perspektive gewöhnen, denn erzählt wird jetzt nicht mehr nur in der Ich-Form aus Tris‘ Perspektive, sondern abwechselnd auch in der Ich-Form aus Tobias‘ Perspektive. Am Anfang der einzelnen Kapitel wird jeweils vermerkt, aus welcher Perspektive das Kapitel erzählt wird. Am Anfang ist dies dennoch etwas verwirrend, aber man gewöhnt sich schnell daran.

Das Glanzstück dieses dritten Teils ist wieder die Entwicklung der Charaktere Tris und Tobias. Diese sind mit viel Tiefgang liebevoll ausgearbeitet und man merkt richtig, das Veronica Roths Herzblut in diesen Charakteren steckt. Tris hat ihre Schuldgefühle überwunden und ihr Bedürfnis, sich selbst unnötig zu opfern, aufgegeben. Sie kommt daher wieder viel positiver, aber nicht weniger engagiert rüber. Die Wahrheit, von der die Allegiant-Mitglieder außerhalb der Stadt erfahren, ist hochinteressant, wird jedoch vom Leser (jedenfalls von mir) nicht gleich im ganzen Ausmaß erfasst, sodass sie sich im Laufe des Buches weiterentwickeln kann. Schnell wird klar, dass dort auch nicht gerade alles im Reinen ist.

Das Ende ist absolut stimmig! Nach der Entwicklung der Charaktere im Buch wäre jedes andere Ende für mich enttäuschend gewesen. Ich bin von diesem dritten Band absolut begeistert und empfinde ihn als äußerst gelungenen Abschluss einer hervorragenden Trilogie. Hut ab vor Veronica Roth!

JETZT KOMMEN SPOILER, SPOILER, SPOILER, SPOILER, SPOILER, SPOILER, SPOILER, SPOILER!!!

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So, das sollte reichen. Sehr viele Leser bewerten „Allegiant“ mit nur einem Stern und äußern sich maßlos enttäuscht, weil Veronica Roth ihre Heldin Tris sterben lässt. Ich bin jedoch – mal ganz abgesehen davon, dass ich das für eine wahnsinnig mutige Entscheidung halte – der Meinung, dass dieses Ende absolut sein musste, um Tris‘ Charakter und ihrer Entwicklung gerecht zu werden. Es zeigt uns, wer ganz genau diese junge Frau ist: eine wahre Heldin. Und, let’s face it, echte Helden überleben selten. Wie viele Widerstandskämpfer im 2. Weltkrieg sind gestorben und wie viele haben überlebt? Das, was Tris zur wahren Heldin macht, ist ihre Bereitschaft, sich selbst für die Menschen, die sie liebt, zu opfern, auch wenn sie von diesen, genauer gesagt von Caleb, zuvor verraten wurde. Tris liebt ihren Bruder, sie vergibt ihm. Im Gegensatz zum zweiten Band ist ihre Opferbereitschaft jedoch nicht aus ihren Schuldgefühlen geboren, sie möchte nicht mehr sterben, weil sie das Gefühl hat, büßen zu müssen, nein, sie will leben und mit Tobias glücklich werden! Doch als es wirklich soweit ist und Caleb in den Tod gehen will, um alles zu retten, lässt Tris ihn nicht. Sie hat nicht vor, zu sterben, sie glaubt, dass sie im Gegensatz zu Caleb eine Chance hat, weil sie das Todesserum überleben kann. Und so kommt es ja dann auch, nur dass sie beim Freisetzen des Erinnerungsserums erschossen wird.

Natürlich habe ich geweint bei Tris‘ Tod, aber das war einfach absolut stimmig! Und so werden die letzten Seiten des Buchs von Tobias erzählt, der auch einen Entwicklungsprozess durchgemacht hat und durch Tris‘ Einfluss und ihren Tod zu dem wird, der er ist. Sehr rührend fand ich die Szene, als Tobias Tris‘ Asche vertreut. Und so schlimm Tris‘ Tod ist, habe ich das Ende als sehr positiv und hoffnungsvoll empfunden, viel positiver als etwa das Ende bei den „Hunger Games“ denn aufgrund von Menschen wie Tobias und Johanna haben die Menschen in Chicago eine Chance, die Vergangenheit und die Diskrimierung der „genetisch Beschädigten“ zu überwinden. Um beim Vergleich mit den Hunger Games zu bleiben, Tris ist auch eine ganz andere Protagonistin, während Katniss instinktiv handelt, agiert Tris sehr überlegt und durchdacht.

Meinen Respekt vor Veronica Roth dafür, dass sie sich und ihrer Geschichte treu geblieben ist, obwohl sie wahrscheinlich wusste, dass es sie einige Fans kosten würde. Ein tolle Autorin!

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(c) Katherine Tegen Books

Deutscher Titel: Die Bestimmung

Beatrice lebt in einem Chicago der Zukunft. Die Gesellschaft ist in sogenannte „Factions“ aufgeteilt, die sich jeweils durch bestimmte Charaktereigenschaften auszeichnen. Geboren wurde Beatrice in die Faction „Abnegation“, deren Mitglieder besonders selbstlos sind. Im Alter von 16 Jahren wird in einem Test ermittelt, zu welcher Faction die Jugendlichen gehören sollten, sie können sich aber im entsprechenden Ritual auch anders entscheiden. Doch der Test von Beatrice fällt anders aus  – sie könnte zu drei verschiedenen Factions gehören und ist damit „Divergent“, das heißt „abweichend“. Und das ist ein gefährliches Schicksal…

Ich hatte wegen des Hypes um dieses Buch besonders hohe Erwartungen an diese Dystopie – und ich liebe Dystopien, wenn sie gut geschrieben sind. Die Welt, die Veronica Roth in ihrem Roman schafft, konnte meine Erwartungen jedoch nicht ganz erfüllen. Versteht mich nicht falsch, ich fand das Buch gut, aber einfach nicht soooo toll, wie ich von vielen Seiten gehört hatte. Die Unterteilung in die verschiedenen Factions fand ich nicht so sehr interessant, ich kann nicht ganz erklären, warum. Da sehe ich die Schwäche des Buchs, im „Worldbuilding“, die hat mir in den Dystopien, die ich bisher gelesen habe, doch besser gefallen. Außerdem hätte ich mal gerne wieder mehr darüber erfahren, wie es denn zur Aufteilung der Gesellschaft in die Factions gekommen ist. Und was ist außerhalb von Chicago? Ich hoffe, die beiden nächsten Teile werden da noch ein bisschen konkreter, befürchte aber, dass wir wie bei den meisten Dystopien nichts darüber erfahren.

Was die Charaktere angeht, ich mag Beatrice bzw. „Tris“ durchaus, aber ganz in sie hineinversetzen kann ich mich nicht, wahrscheinlich, weil ich nie und nimmer dieselbe Faction gewählt hätte wie sie. (Ich finde nämlich, dass das ganz schöne Angeber sind und sehe keinen Sinn in vielem, was sie tun.) Aber das ist natürlich eine ganz persönliche Meinung, die Personen und auch die Hauptperson Tris sind schon tiefgründig gezeichnet. Die Romantikkomponente, naja, sie hat mich zumindest nicht gestört 😉

Während es im größten Teil des Buchs darum geht, wie Tris sich in ihrer neuen Faction bewährt, wird es gegen Ende höchst dramatisch. Im Verlauf des Buchs kommt immer wieder zur Sprache, dass es Reibereien zwischen zwei bestimmten Factions gibt, und diese Situation droht schließlich zu eskalieren. Dabei überschlagen sich wirklich die Ereignisse und es wird richtig spannend. Das Ende ist in meinen Augen kein Cliffhanger, doch man ist als Leser auf jeden Fall sehr gespannt, wie die Geschichte sich in Band 2 weiterentwickeln wird.

Eine schöne Dystopie, die ich gerne in Band 2 und 3 weiterlesen werde.

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