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Posts Tagged ‘familiengeheimnis’

(c) Orion

Deutscher Titel: Die dreizehnte Geschichte

England, schätzungsweise in den Neunzigern. Margaret Lea betreibt zusammen mit ihrem Vater eine antiquarische Buchhandlung. Und auch sonst ist ihr ganzes Leben an Büchern und am Lesen ausgerichtet. Gelegentlich betätigt sich Margaret außerdem als Autorin von Biografien, bevorzugt von Zwillingen. Denn sie ist selbst ein Zwilling, nur dass ihre Zwillingsschwester kurz nach der Geburt starb. Als die berühmte, aber auch sehr enigmatische alte Schriftstellerin Vida Winter sie bittet, ihre Biografie zu schreiben, und sie erfährt dass diese eigentlich Adeline heißt und ebenfalls ein Zwilling ist, kann sie nicht widerstehen. Vida Winters Leben ist geradezu umgeben von Geheimnissen.

Ich muss vorwegnehmen, dass ich falsche Erwartungen an Diane Setterfields Roman hatte. Er wird oft als „Ghost Story“ deklariert und auf irgendeinem Blog oder bei irgendeinem Booktuber wurde das Buch als sehr gruselig beschrieben. Das ist es nicht! Es gibt ein paar Momente, die an Geister denken lassen, und das Buch ist durchaus atmosphärisch, aber es ist für mein Dafürhalten keineswegs gruselig. Nun gut, dafür kann das Buch zunächst einmal ja nichts. Dennoch befürchte ich, dass meine falschen Erwartungen mich etwas davon abhielten, das Buch richtig zu genießen. Was dieses Buch ist, ist ein durchaus gelungener, jedoch klassischer Familiengeheimnisroman mit bibliophilem Element. Ich musste schmunzeln, als ich auf Seite 27 den Satz las:

„For at eight o‘ clock the world came to an end. It was reading time.“

Diese Regel gilt nämlich auch bei mir zu Hause. Wehe, es ruft nach 8 Uhr jemand an, der kann sich drauf einstellen, abgewürgt zu werden!

Da Margaret also ein Büchermensch ist, kann man sich recht gut mit ihr identifizieren. Ihr Studienobjekt Vida Winter ist hingegen, freundlich ausgedrückt, schwierig. Und hört man ihre Erinnerungen an ihre Kinder- und Jugendzeit mit ihrer Zwillingsschwester Emmeline, kann man sich kaum vorstellen, wie aus der widerspenstigen, wilden Adeline, die nur mit ihrer Schwester in einer Art Zwillingssprache kommunizierte, eine erfolgreiche Autorin werden konnte. Die Auflösung des Rätsels ist gelungen, ich hatte mit der verwendeten Lösung nicht gerechnet, doch nachdem der erste Teil dieser Auflösung bekannt ist, kann man sich auch den Rest ziemlich gut denken. Stilistisch ist das Buch nichts Besonderes. Die ganze Lebenskonstellation rund um die Zwillinge ist originell, ich kann mich nicht erinnern, etwas Ähnliches schon einmal gelesen zu haben, und bietet ein paar psychologisch recht interessante Ansätze.

Ein solider Roman um ein Familiengeheimnis, der klassisch in zwei Zeiten angesiedelt ist, eine überraschende Auflösung bietet und (ausgenommen ein paar Andeutungen am Ende) erfrischenderweise auf eine Liebesgeschichte verzichtet. Lesenswerte Unterhaltungsliteratur also, aber auch nicht mehr.

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(c) Faber & Faber

Deutscher Titel: Ein verborgenes Leben

Irland zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Der Psychiater Dr. Grene arbeitet in einer psychiatrischen Klinik, die demnächst abgerissen werden sollen, und kümmert sich um den Verbleib der Patienten. Hierzu sucht er unter anderem die einhundert Jahre alte Roseanne McNulty auf, die schon seit vielen Jahrzehnten in der Klinik lebt. Er vermutet, dass sie gar nicht psychisch krank ist, und erwägt, sie zu entlassen. Gleichzeitig schreibt Mrs McNulty ihre Lebensgeschichte in einem geheimen Tagebuch auf. Langsam kommt ans Licht, wie es damals zu ihrer Einlieferung kam. Wir erfahren dies abwechselnd aus Roseannes Aufzeichnungen und aus Dr. Grenes Sicht.

Sebastian Barry ist zweifellos ein großartiger Autor, seine Formulierungen sind wunderbar, stellenweise poetisch, es macht Spaß, seinen Text zu lesen. Gut gefallen hat mir an dem Buch außerdem die kluge Diskussion der Unzuverlässigkeit von Geschichte und Erinnerung, ein Thema, auf das ich immer häufiger in Büchern stoße und das ich sehr interessant und wichtig finde.

Sätze wie diesen finde ich fabelhaft:

„For history as far as I can see is not the arrangement of what happens, in sequence and in truth, but a fabulous arrangement of surmises and guesses held up as a banner against the assault of withering truth“. (Seite 55)

In diesem Zusammenhang erleben wir Roseanne als unzuverlässige Erzählerin, ihren Erinnerungen ist nicht zu trauen:

„I have to be very careful with these ‚memories‘ because I realise there are a few vivid remembrances from this troubled time that I know in my heart cannot have happened.“ (Seite 242).

Weitere Themen, die Barry in seinem Buch behutsam behandelt, sind Liebe und Tod sowie die Ungerechtigkeiten und rigiden Moralvorstellungen, unter denen im katholischen Irland vor allem Frauen zu leiden hatten. Selbstverständlich spielen in den Rückblicken auf Roseannes Leben auch der irische Bürgerkrieg sowie die Weltkriege eine wichtige Rolle.

Trotz all dieser positiven Aspekte konnte ich nicht mehr als 3 von 5 Sternen für das Buch vergeben. Vielleicht habe ich zu viele „Familiengeheimnis-Romane“ gelesen, jedenfalls konnte ich schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Auflösung des Geheimnisses vorhersagen. Eine Zeit lang hoffte ich noch, dass es einen Twist geben würde, der mir nicht klar war, aber tatsächlich endete das Buch genau so, wie ich es vermutet hatte. Und ich muss sagen, diese Auflösung war mir zu weit hergeholt und auch zu kitschig. Die Sprache des Romans ist sicherlich von einer Qualität, die das Buch für Buchpreise qualifiziert (Sieger Costa Book Award 2008, Shortlist Man Booker Prize 2008).

Der Plot kann da jedoch meiner Meinung nach nicht mithalten. Ein schön geschriebenes, aber vorhersehbares Buch.

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(c) Pan Macmillan

Cornwall, 2003. Die Polizistin Sadie nimmt, nachdem sie bei einem Fall einen Fehler begangen hat, bei ihrem Großvater eine Auszeit von ihrem Job. Beim Joggen trifft sie auf ein verlassenes Herrenhaus an einem See und ist direkt fasziniert, denn das Haus scheint sich schon sehr lange in einem Dornröschenschlaf zu befinden. Sie findet heraus, dass die Besitzerin eine alte Krimiautorin ist, deren kleiner Bruder 1933 während eines Festes spurlos verschwand. Die Familie verließ das Haus anschließend. Sadies Spürnase kann nicht anders als zu versuchen herauszufinden, was mit dem kleinen Jungen damals geschah.

Ja, Kate Mortons Romane sind Unterhaltungsliteratur. Aber wenn ich lese, möchte ich schließlich auch gut unterhalten werden. Und ich konnte auch schon mehr mitnehmen aus ihren Büchern. „The House at Riverton“ beispielsweise hat in mir schon vor „Downton Abbey“ das Interesse am frühen 20. Jahrhundert allgemein und an der Beziehung von Dienerschaft und Lordschaft, Upstairs vs. Downstairs eben, speziell geweckt. „The Lake House“ wurde nach genau dem gleichen Rezept geschrieben wie alle bisherigen Bücher von Kate Morton und das hat mich auch nicht gestört, mir gefallen Familiengeheimnisse und die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Ich muss allerdings sagen, dass mich „The Lake House“ als erstes von Kate Mortons Büchern etwas enttäuscht zurückgelassen hat. Die Geschichte ist durchaus spannend, hat aber einige Längen. Das war auch bei Mortons letztem Buch „The Secret Keeper“ schon so, doch das schlicht geniale Ende hat dies bei „The Secret Keeper“ mehr als wettgemacht. Bei The Lake House wusste ich leider schon in der Hälfte des Buches, worauf die Auflösung hinauslaufen würde. Dieses Ende allein wäre für mich noch stimmig gewesen, doch Morton setzt leider noch eins drauf. Ich hatte schon befürchtet, dass sie das tun würde, hatte aber noch gehofft. Das Ende ist daher einfach so weit hergeholt, dass ich es nicht mehr ernst nehmen konnte, da ist sie leider in den Kitsch abgedriftet. Mehr als drei Sterne kann ich diesem Buch daher wirklich nicht geben.

Auch die Hauptfigur des Buches, Sadie, ist mir nicht richtig nahegekommen, ihre Entscheidungen konnte ich nie ganz nachvollziehen. Die alte Krimiautorin Alice hingegen war mir sehr sympathisch, jedenfalls als Erwachsene! Interessant ist übrigens, dass das Buch eindeutig auf „Alice im Wunderland“ und die Beziehung von Lewis Caroll zur Real-Life-Alice, Alice Liddell anspielt, im Buch gibt es eine ähnliche Beziehung und ein ähnliches literarisches Werk.

Ich hoffe, dass Kate Morton sich für ihr nächstes Buch genügend Zeit nimmt und Plot-Twists und Auflösung mich wieder ähnlich begeistern können wie in ihren ersten vier Büchern.

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(c) Piper

Die junge Amerikanerin Felicity reist ihrer Mutter nach Rom nach, nachdem diese völlig überstürzt nach dem Tod ihrer Mutter dorthin abgereist ist. Offenbar hat sie einen Brief ihrer Mutter gefunden, demgemäß diese die wahre Geschichte ihrer Familie immer verschwiegen hat. In Rom finden sie gemeinsam mit einem jungen Pater mehr heraus. Alles fing in München an, in den 20er Jahren.

Soweit die Rahmenhandlung dieses Romans, der von der Inhaltsbeschreibung genau in mein Beuteschema passt. Hanni Münzer geleitet den Leser nun nach Deutschland, wo Hitlers Putschversuch gerade gescheitert ist. Die Sopranistin Elisabeth ist glücklich mit dem jüdischen Arzt verheiratet. Beide ahnen nicht, dass auf Hitlers Verhaftung schon bald sein Aufstieg folgen wird.

Die erste Hälfte des Romans hat mir ganz gut gefallen. Ich mochte die Figuren, war betroffen von ihrem Schicksal und man lernt auch etwas über die geschichtlichen Hintergründe. Das ganze historische Setting in München fand ich spannend. Schön ist auch die historische Karte von München.

Der Bruch kam für mich in dem Moment, als Elisabeths Tochter Deborah zur Hauptperson wurde. Das zarte, sensible und traumatisierte Mädchen verwandelt sich für mich nicht nachvollziehbar von einer Minute auf die andere in ein nymphomanisch-masochistisches Teenagermonster. Man könnte argumentieren, dass das von dem Trauma herrührt, das sie erlitten hat, aber der Bruch ist zu krass.

Es ist nicht nur dieser Charakterwandel, der nicht passte, ich hatte plötzlich den Eindruck, ein ganz anderes Buch zu lesen. Der Schicksalsroman wird zu einem Spionageroman und das Niveau lässt deutlich nach. Ich ertappte mich immer häufiger dabei, wie ich die Augen rollte angesichts des Geschehens – und auch angesichts so manchen haarsträubenden Satzes (Beispiel: „Sein verbliebenes Auge bohrte sich in ihres, teilte Netzhaut und Augenmuskel, drang direkt in ihr Gehirn ein und forschte dort nach unlauteren Gedanken“, Seite 370). Vor allem am Beginn der Episode mit Deborah und Jakob musste ich wirklich lachen, das hätte ich eher in einem Groschenroman erwartet, so leid es mir tut, das sagen zu müssen. Die gesamte Hälfte des Buchs, die Deborah als Hauptperson einnimmt, ist gespickt mit Klischees und für mich gar nicht spannend, sondern – im Gegenteil – langweilig. So manches Detail kam mir auch von anderen Quellen her bekannt vor.

Ich habe das Buch zu Ende gelesen, weil ich ohnehin schon so weit war, aber auch das Ende passt in dieses Bild.

Nun sind ja Bücher immer auch Geschmackssache und ich weiß, dass der Roman viele begeisterte LeserInnen gefunden hat. Für mich hat er leider nicht funktioniert.

 

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(c) Pan Macmillan

Deutscher Titel: Die verlorenen Spuren, Diana Verlag

England 2011. Die 66-jährige Schauspielerin Laurel reist in ihren Heimatort, wo ihre alte Mutter im Sterben liegt. Auch ihre drei Schwestern und das Nesthäkchen der Familie, Gerry, kommen dazu. Die Rückkehr an den Ort ihrer Kindheit und die Krankheit der Mutter lassen in Laurel eine alte, dramatische Erinnerung wiederaufleben: Als 16-Jährige hat sie aus dem Baumhaus heraus beobachtet, wie ihre Mutter einen plötzlichen Besucher mit einem Messer tötete. Der Fall wurde als Notwehr zu den Akten gelegt und die anderen Geschwister haben nie davon erfahren. Als Laurel ein Foto einer Freundin ihrer Mutter findet, die 1941 im Blitz starb, beginnt sie, Zusammenhänge zu erkennen. Nichts kann sie davon abhalten, herauszufinden, wer ihre Mutter eigentlich war, bevor sie ihre Mutter wurde, und warum sie den Mann damals getötet hat.

Ich liebe Kate Mortons Romane. Die immer wiederkehrenden Motive – das Familiengeheimnis, die weibliche Protagonistin, die Sprünge zwischen verschiedenen Zeiten, die Auflösung am Ende – das ist einfach perfekt für mich. Man mag argumentieren, das Schnittmuster sei immer das gleiche, aber wisst ihr was? Das ist mir schnurzpiepegal! Ich will sowas lesen!

Und doch muss ich zugeben: Bei der Lektüre dieses vierten Romans aus der Hand von Kate Morton habe ich zeitweilig gedacht, dass ich das Buch nicht ganz so mag wie seine Vorgänger. Es mag sein, dass ich mich teilweise von sehr widersprüchlichen Bewertungen auf den gängigen Portalen habe beeinflussen lassen. Denn eigentlich ist auch diese Geschichte wieder genau mein Ding, da in den Rückblenden dieses Mal der 2. Weltkrieg in London das Thema ist. Ich habe dabei auch festgestellt, dass ich zu wenig über den Blitz weiß; ja, ich war in Coventry, aber sonst habe ich mich noch nicht viel mit dem Thema befasst.

Die Schauspielerin Laurel ist eine sympathische Protagonistin, ihre Mutter, um die es in den Rückblenden geht, ist da ein schwierigerer Fall, zumindest in der Zeit vor ihrer Heirat. Dann ist da die junge Vivien, eine Freundin ihrer Mutter, die in Australien geboren ist und nach dem Unfalltod ihrer Familie bei ihrem Onkel in England aufwuchs. Der dritte im Bunde der Vergangenheitskonstellation ist Jimmy, angehender Zeitungsfotograf und der Freund von Laurels Mutter Dorothy. Alles interessante Charaktere – mit einer vertrackten Beziehung untereinander.

Kate Mortons Schreibstil ist wie immer anspruchsvoll und doch flüssig zu lesen. Am besten gefallen hat mir ein Abschnitt, in dem eine Kindheitserfahrung von Vivien in Australien beschrieben wird:

„Whipbirds cheered overhead, insects burred, the waterfall in Dead Man’s Gully chipped and chattered. Fragments of light and color jittered as she ran, kaleidoscopic. The bush was alive: the trees spoke to one another in parched old voices, thousands of unseen eyes blinked from branches and fallen logs, and Vivien knew if she were to stop and press her ear to the hard ground she’d hear the earth calling to her, singing sounds from ancient times“. (Seite 386)

Will man da nicht direkt nach Australien reisen? 🙂

Und dann kam Seite 564. Die Seite, die das Buch für mich zu einem Meisterwerk macht. Bei den bisherigen 3 Büchern war es so, dass ich, wie auch hier, einige Theorien zur Auflösung durchlaufen habe, die endgültige Auflösung dann aber zumindest auf den letzten paar Seiten, bevor sie dann auch offenbart wurde, halbwegs geahnt habe. Bei „The Secret Keeper“ habe ich ungelogen 5 Minuten mit offenem Mund auf die Seite gestarrt. Eine Wahnsinnsauflösung, ein Riesenhammer, die genialste von allen bisher! Noch am Tag darauf musste ich ständig daran denken, wie toll ich die Wendung fand. Damit will ich die Auflösungen in Kate Mortons bisherigen Büchern nicht herabsetzen, die waren auch genial, aber hiermit hat sie meiner Meinung nach ihrem Werk eine Krone aufgesetzt.

Mein Fazit also: Ganz, ganz toll. Mehr, immer mehr davon!

 

 

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(c) Diana Verlag

England 1911: Die junge Cat tritt Ihre neue Arbeitstelle auf dem Land als Dienstmädchen bei einem Pfarrerehepaar an. Wir erfahren gleich, dass es in ihrer Vergangenheit ein dunkles Kapitel gibt: Cat hat in London eine Haftstrafe abgesessen. Die junge Pfarrersfrau Hester Canning will ihr eine Chance geben. Dabei hat die etwas naive Hester selbst ein Problem, denn sie wünscht sich Kinder und versteht nicht, warum ihr Mann Probleme mit körperlicher Nähe hat. Und dann kommt auch noch ein Hausgast hinzu, der ihren Mann mit seinen theosophischen Theorien in seinen Bann zieht.

Genau 100 Jahre später wird die freischaffende Journalistin Leah Hickson von ihrem Ex-Freund nach Belgien eingeladen, denn dort wurde die Leiche eines Soldaten aus dem 1. Weltkrieg gefunden, der zwei mysteriöse Briefe bei sich trug. Er schlägt Leah vor, den Fall zu recherchieren und eine Story daraus zu machen. Leah willigt ein.

Ich liebe Familiengeschichten, in denen es ein dunkles Geheimnis gibt, und, nicht ganz unbeeinflusst von Downton Abbey, finde ich momentan den Zeitraum rund um den 1. Weltkrieg ganz besonders spannend. Da kam mir diese sehr gut lesbare Geschichte von Katherine Webb gerade recht. Langsam erfahren wir mehr über Cat und ihren Hintergrund. Der überwiegende Teil des Buchs spielt sich 1911 ab, die Geschichte um Leah und ihre Recherchen wird immer wieder in etwas kürzeren Episoden eingespielt. Spannung wird natürlich durch das Wissen des Lesers erzeugt, dass sich etwas Schlimmes ereignen wird, denn die Ereignisse von 1911 und Leahs Nachforschungen hängen natürlich zusammen. Das Buch ist für meinen Geschmack nicht nur sehr unterhaltsam, es behandelt auch auf spannende Weise die Themen „Suffragetten“ und „Theosophie“. Auch hier erfährt der Leser stückweise mehr, über die Behandlung von Suffragetten durch die Staatsgewalt und die Theorien der Theosophen, inbesondere, was Elementarwesen angeht. Die Autorin schafft es, über das Buch hinaus Interesse an diesen Themen beim Leser zu wecken. Ich habe nach Abschluss meiner Lektüre gleich im Internet geforscht, habe mir z. B. die in dieser Zeit entstandenen angeblichen Fotos der Feen von Cottingley angesehen. Zum Thema Suffragetten waren mir Details über furchtbare Behandlung inhaftierter Frauen schon aus „Upstairs, downstairs“ bekannt.

Ein weiteres Thema des Buchs ist die Quasi-Leibeigenschaft der Dienerschaft, zumindestens eines einfachen Hausmädchens wie Cat oder einer Küchenhilfe wie ihrer Freundin Tess. Eine Prise Romantik fehlt natürlich auch nicht.

All dies verwebt Katherine Webb geschickt zu einem kurzweiligen, fesselnden Roman, der mir richtig gut gefallen hat.

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Neue Woche, neues Thema für „52 Bücher“. Und es lautet folgendermaßen:

“Wenn der Vater mit dem Sohne…”

Hmm. Mein erster Gedanke ging Richtung Star Wars, aber dann ist mir noch was anderes eingefallen. Wobei ich dafür das Motto leicht umändern muss. Ich gehe davon aus, dass auch das hier ok ist 😉

“Wenn die Mutter mit der Tocher…”

Und da möchte ich euch ein Buch vorstellen, das schon länger zu meinen Lieblingen gehört:

(c) Black Swan

Kate Atkinson: Behind the Scenes at the Museum

Ein wunderbares Mutter-Tochter-Buch über die Gegenwart und die Vergangenheit, den 2. Weltkrieg die Fünzigerjahre und – dreimal dürft ihr raten – ein düsteres Familiengeheimnis, dessen Auflösung schlicht genial ist. Ich liebe dieses Buch leidenschaftlich und  stelle gerade fest, dass ich es unbedingt mal wieder lesen muss. Wer von euch das Buch noch nicht gelesen hat, worauf wartet ihr?

Ach so, ja, die deutsche Ausgabe heißt schlicht „Familienalbum“. Schade, dass der Titel nicht so schön poetisch ist wie der Originaltitel. Die gute Kate ist ja mittlerweile leider ins Krimigenre gewechselt, was nicht so mein Fall ist, aber ihre Krimis sollen auch wirklich anspruchsvoll sein. Den ersten hab ich auch gelesen. Aber zurück zu „Behind the Scenes at the Museum“. Lest das Buch!!! Aber dalli!

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