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Posts Tagged ‘fantasy’

(c) Carlsen

China im 18. Jahrhundert, und zwar ein China, in dem Drachen real sind. Das Mädchen Nugua sollte als Baby den Drachen geopfert werden, stattdessen zogen sie sie groß. Nugua kennt keine Menschen, sieht sich selbst als Drache. Doch dann verschwinden die Drachen über Nacht spurlos. Nugua macht sich auf die Suche nach ihnen. Ein paar Kilometer weiter oben lebt der vierzehnjährige Niccolo am Rand einer gigantischen Wolke. Ja, einer Wolke. Das aus Italien stammende Wolkenvolk kannte einst eine vom großen Leonardo entwickelte Technologie, die Wolken verfestigt und bewohnbar macht. Seitdem ist viel Zeit vergangen und beim Wolkenvolk sind Wissen und Bücher verpönt. Was sich als fatal herausstellt, als die Aetherpumpen, die die Wolke stabil halten, plötzlich versagen und die Wolke abzustürzen droht. Niccolo macht sich seinerseits auf der festen Erde auf die Suche nach den Drachen, denn deren Atem ist nichts anderes als der kostbare Aether.

Ich wollte schon länger einmal ein Buch von Kai Meyer lesen und der erste Band der Wolkenvolk-Trilogie war nun mein erstes Werk von ihm. Ich hatte eine ganze Weile keine klassische Fantasy gelesen und fühlte mich in dem Buch gleich wohl. Das World Building ist nicht das plausibelste, aber wirklich innovativ und schön gemacht. Das Kopfkino hat bei diesem Buch bestens funktioniert. Alternative Welten zu unserer finde ich immer besonders reizvoll und die Situierung in China ist mal etwas anderes. Die Figuren sind nicht sehr tiefgängig, aber liebevoll gezeichnet, Nukua steht durch ihre Kindheit bei den Drachen hervor, der „Kostümmensch“ Feiquing sorgt für Comic Relief.

Auch sprachlich ist Kai Meyers Buch schön gemacht, wobei man im Hinterkopf behalten sollte, dass es sich um ein Jugendbuch handelt.

„Seide und Schwert“ ist kein Meisterwerk, aber schöne, kurzweilige und originelle Fantasy, die beiden Fortsetzungen werde ich gerne zur Hand nehmen.

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(c) Audible

(c) Audible

Übersetzung aus dem Russischen: Christiane Pöhlmann

Sprecher: Oliver Siebeck

Dauer: 14 h 38 min

Der Elf Lass sieht keinen Sinn in den Kriegen, die das Elfenreich zermürben. Als er diesen Standpunkt auch öffentlich vertritt, muss er mit seinem Aeroplan fliehen, da er wegen Befehlsverweigerung zum Tod verurteilt wird. Als ob dies nicht schon genug wäre, vertraut ihm eine Menschenfrau, die ihrerseits auf der Flucht vor den Zauberern des Echsenvolkes der Margudier ist, ein geheimnisvolles Amulett an, das auf keinen Fall in deren Hände fallen darf. So wird Lass also gleich von zwei Seiten her verfolgt. Dennoch gelingt ihm die Flucht auf die Schildkröteninsel, wo er sich vorerst niederlässt. Zur Ruhe kommen soll er aber auch dort nicht…

Nachdem mein erster Kontakt mit russischer Science-Fiction (Der Schneesturm von Vladimir Sorokin) rundum positiv ausfiel, wollte ich mich auch einmal an russische Fantasy wagen. Mir gefiel gleich von Anfang an die Originalität dieser Geschichte, denn wir haben es zwar mit vielen gängigen Fantasy-Völkern zu tun, etwa Elfen, Orks oder Zwergen, doch Pehov schafft auch (zumindest mir) gänzlich neue Kreaturen mit individuellen Eigenschaften. Darüber hinaus ist erfrischend, dass diese Fantasy-Welt wesentlich moderner anmutet als die meisten, die häufig eher mittelalterlich anmuten. Hier gibt es Flugzeuge – Aeroplane – auch wenn diese von Dämonen betrieben werden. (Terry Pratchett lässt grüßen.) Auch die Gesellschaft scheint um einiges moderner und multikultureller, auch wenn es Kriege gibt, leben in großen Städten viele verschiedene Völker mehr oder weniger friedlich zusammen. Damit habe ich auch gleich die größte Stärke dieses Buches herausgestellt: Das World-Building ist fantastisch! Jeder Fantasy-Fan sollte seine Freude daran haben. Die Hauptcharaktere sind sympathisch, wenn auch nicht restlos einnehmend. Ein Manko sehe ich im Plot, der in der ersten Hälfte etwas zusammenhangslos wirkt. Der Charakter ist hier der eines Abenteuerromans, in dem der Protagonist nacheinander verschiedene Herausforderungen meistern muss. Mit fortdauernder Länge gewinnt der rote Faden etwas an Stärke, das Geschehen hat nun etwas von einem spannenden Kriminalstück mit kleinen Plot-Twists. Auch bei der Auflösung setzt Pehov seine unglaubliche Fantasie sehr wirkungsvoll ein. Dennoch hatte das Buch für mich einige Längen, zwischenzeitlich ließ mein Interesse an der Geschichte stark nach, wuchs gegen Ende jedoch wieder an. Mit anderen Worten: Der Plot ist ausbaufähig. Da das Ende sich durchaus für eine Fortsetzung eignet, kann ich mir gut vorstellen, dass es auch eine geben wird. Und vor allem das World-Building hat mir so gut gefallen, dass ich eine eventuelle Reihe sicher weiter verfolgen werde. 3,5 Sterne.

Der Sprecher Oliver Siebick macht seinen Job gut, ich werde mir gerne mehr von ihm gelesene Hörbücher anhören.

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(c) Hodder

Deutscher Titel: Der Fall Jane Eyre

Wir schreiben das Jahr 1985 in einem etwas anderen London, in dem Literatur eine viel größere Rolle spielt als in unserer Welt und immer noch der Krimkrieg zwischen England und Russland andauert. Das Originalmanuskript von Dickens‘ „Martin Chuzzlewit“ wurde gestohlen. Die Literaturpolizei LiteraTec vermutet niemand anderen hinter dem Diebstahl als den genialen Gauner Acheron Hades. LiteraTec-Detective Thursday Next hat bei dem früheren Professor studiert und wird daher als Expertin für den Fall angeheuert. Als eine Nebenfigur aus „Martin Chuzzlewit“ verschwindet, ahnt sie, was Hades vorhat: Er hat eine Möglichkeit gefunden, in das Skript einzudringen und will den Staat unter Androhung der Ermordung der Hauptfigur erpressen… Nicht auszudenken, was aus dem Roman würde ohne seine Hauptfigur.

Jasper Ffordes Erstling ist vor allem aufgrund seiner Ansiedelung in einer Parallelwelt etwas ganz Besonderes. Jedem literaturaffinen Leser wird allein die Tatsache, dass Literatur und Kunst in dieser Parallelwelt immens wichtig sind, enormes Vergnügen bereiten. Es ist einfach herrlich, dass sich hier nicht Fußball-Hooligans bekriegen, sondern Raphaelisten und Neo-Surrealisten. Und so manches literarische Werk, etwa „Jane Eyre“, das wie der Titel schon sagt eine entscheidende Rolle spielt, oder „Love’s Labour’s Won“ (!) hat ein anderes Ende als bei uns…

Ich verneige mich vor Jasper Fforde. Die Konstruktion dieser Welt ist einfach genial und erlaubt ein Kriminalstück, wie es in einer „normalen“ Welt nicht denkbar wäre. Das auch mich fesseln kann, die herkömmliche Krimis (meistens) langweilig findet. Die ganzen literarischen Anspielungen machen einfach einen Riesenspaß. Auf Seite 286 gibt es beispielsweise einen Detective Inspector Oswald Mandias, was sicherlich auf das berühmte Gedicht „Ozymandias“ von Percy Bysshe Shelley anspielt. Ich muss auch mal im Internet nachforschen, was mir da wohl alles entgangen ist.

Auch Zeitreisen sind in diesem kuriosen Paralleluniversum möglich, was einige sehr komische Folgen hat. Wollt ihr zum Beispiel wissen, woher die Banane kommt? Dann müsst ihr dieses Buch lesen.

Thursday Next ist eine sympathische Heldin, der ich gerne in weitere Bücher folgen werde. Die restlichen Charaktere sind teilweise ein bisschen klischeehaft, etwa der geniale Bösewicht, was aber angesichts der ganzen Literaturbezüge nicht stört, sondern im Gegenteil nur konsequent ist.

Einen kleinen Abzug gibt es von mir für die Liebesgeschichte, die ist schon ein wenig kitschig und für mich stellenweise auch nervig (es geht mal wieder um Vergebung), aber sie drängt sich nicht in den Vordergrund und tut dem Vergnügen, das dieses Buch bereitet, keinen Abbruch.

Herrlich!

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(c) Diogenes

Bath, irgendwann im 19. Jahrhundert. Bartholomew Kettle und seine Schwester Hettie sind Mischlinge – ihr Vater ist ein Sídhe, ein Feenwesen, ihre Mutter ein Mensch. Sie leben mit ihrer menschlichen Mutter in einem heruntergekommenen Viertel von Bath, wo die meisten Feenwesen leben, sie stellen die Unterschicht der Gesellschaft dar. Doch Mischlinge werden von beiden Seiten angefeindet. So sehr, dass Bartholomew und Hettie, bei der ihre Feenherkunft besonderes offensichtlich ist, kaum vor die Tür gehen dürfen. „Die Seltsamen“ werden die Mischlinge genannt. Dann werden plötzlich Mischlingskinder sogar ermordet. Eine vornehme Dame in einem pflaumenfarbenen Kleid, die im Viertel auftaucht, scheint etwas damit zu tun zu haben. Unterdessen gerät der Parlamentsabgeordnete Arthur Jelliby in London ungewollt mit dem Justizminister, dem ersten Sídhe in einer solchen Position, aneinander. Auch er scheint irgendwie verwickelt zu sein.

Stefan Bachmann zählt C. S. Lewis und Charles Dickens zu seinen größten literarischen Einflüssen und hat außerdem eine Vorliebe für Steampunk. Alle drei Elemente sind in seinem Debütroman deutlich zu spüren, gleichzeitig hat er eine ganz eigene Welt erschaffen. Denn seine Feenwesen sind keine schönen, ätherischen Kreaturen, sie sind an die keltische Feenwelt angelehnt und ganz unterschiedlich, teilweise böse, und meistens eher hässlich. Sie haben die Welt der Menschen durch ein Portal betreten, das nun geschlossen ist, und es gab erst einmal auch einen Krieg mit den Menschen. Soweit der Fantasy-Aspekt. Die Feenwesen sind, wie bereits in der Kurzbeschreibung erwähnt, am unteren Rande der anschließend entstandenen Gesellschaft angesiedelt, sie leben oft in ärmsten Verhältnissen, so auch Bartholomew und seine Schwester, die ebenfalls offen als eher hässlich beschrieben werden und auch daher ungewöhnliche Helden sind. Darin ist Dickens‘ Einfluss deutlich zu spüren. Die Menschen haben sich außerdem alle möglichen mechanischen Apparaturen ausgedacht, die ihnen die Arbeit abnehmen, Kutschen werden etwa von mechanischen Pferden gezogen. Steampunk pur! Die Geschichte spielt dementsprechend auch im 19. Jahrhundert, aber die Welt ist eine ganz andere. So gibt es in Amerika etwa noch die britischen Kolonien. Das hat mich auch ein wenig an die Parallelwelt im ersten Teil der „His Dark Materials“-Trilogie von Philipp Pullman erinnert.

Gerade dieses Steampunk-Element, das etwas Neues für mich war, hat mich besonders fasziniert. Die Geschichte ist orginell, die Charaktere sind verschroben, aber liebenswürdig, und das Ganze läuft auf einen Showdown hinaus, der in einem teilweisen Cliffhanger endet. Auch sprachlich hat mich das Buch überzeugt, wobei ich immer wieder dachte, dass ich schon gern das Original gelesen hätte. Es hat mich doch ziemlich erstaunt, wie gekonnt Stefan Bachmann in einem so jungen Alter schreiben konnte. Bei der Lesung auf der Frankfurter Buchmesse betonte er, er sei eben kein „Wunderkind“, er habe sich seinen Schreibstil hart erarbeiten müssen. Er muss sehr früh angefangen haben, um dieses Niveau zu erreichen, wirklich toll.

Ich freu mich schon richtig auf den zweiten Teil und eine erneute Reise in diese spannende Welt!

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(c) Bantam Books

Achtung, Spoiler möglich für alle, die Band 3, „A Storm of Swords“ noch nicht gelesen haben! Auch Spoiler für Staffel 4 von Game of Thrones, da Staffel 3 nicht mit Band 3 deckungsgleich ist!

 

Nach dem Rundumschlag in „A Storm of Swords“ geht es nun für die überlebenden Charaktere erst mal etwas „normaler“ zu.

In King’s Landing hat Cersei die Macht übernommen. An der Mauer schickt Jon Samwell mit Gilly, ihrem Kind und dem alten Maester Aemon per Schiff Richtung Oldtown. Auf den Iron Islands wird ein neuer König gesucht. In Dorne intrigiert die Tochter des dortigen Herrschers. Arya gelangt mit einem Schiff nach Braavos. In Riverrun verschanzt sich Bryndon Tully vor den Truppen der Lannisters und Freys. Und Brienne ist in Jaimes Auftrag auf der Suche nach Sansa, die sich als Alayne im Eyrie aufhält.

Die  Handlung des vierten Teils von „A Song of Ice and Fire“ konzentriert sich auf die Ereignisse im Süden von Westeros. Es werden zunächst mal wieder einige neue Charaktere eingeführt, vornehmlich auf den Iron Islands und in Dorne. Ansonsten sind die Kapitel in bewährter Manier aus der Sicht jeweils einer Hauptperson verfasst. Die Entwicklung der Charaktere ist und bleibt dabei die größte Stärke von Martin – ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Jaime mögen würde, dass ich sogar mal stolz auf ihn bin 😉 Der Leser muss sich allerdings darauf einstellen, dass er auf einige Lieblingscharaktere (jedenfalls in meinem Fall) verzichten muss. Ich glaube, es ist kein Spoiler, wenn ich das verrate – Martin hat die Geschichten der verschiedenen Charaktere auf zwei Bücher aufgeteilt, daher treten einige in diesem Band überhaupt nicht in Erscheinung, was mich zunächst kolossal gestört hat. Doch andere Charaktere entwickeln sich wie schon angedeutet weiter, und gewinnen damit auch den Leser immer mehr für sich. Ich habe mir bisher zum Beispiel nicht allzu viel aus Brienne gemacht – in Band 4 wird sie zu einem Lieblingscharakter. Die traumatisierte Arya wirkt auf mich in Ihrer Düsternis und Zähigkeit regelrecht erschreckend. Und Cersei – Cersei überschätzt sich selbst maßlos. Gegen Ende wird es dann doch wieder so spannend, dass man es kaum aushält, und was macht George R. R. Martin? Er schafft gleich in mehreren Storylines gewaltige Cliffhanger, die durch die Tatsache, dass es im nächsten Band erst einmal um die übrigen Charaktere gehen wird, zu einem ungeheuren Monster-Cliffhanger werden. Arghhhhh!!!!! Ich will gleich wissen, wie es mit Brienne, Jaime, Cersei und Arya weitergeht! Lieber Herr Martin, bitte kommen Sie doch bitte bald mit Band 6 zu Potte, wenn Band 5 diesbezüglich schon keine Erleichterung bringen kann!

Zusammengefasst: Die zunächst etwas zähe Fortsetzung wird schließlich wieder zu einem höchst interessanten Schauspiel voller spannender Entwicklungen und ganz hervorragend ausgearbeiteter Charaktere. Mehr davon, mehr!!!

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(c) Corgi Books

Deutscher Titel: Das Erbe der Macht

Nach der Eroberung von Feinster und Eragons und Saphiras Kampf gegen Thorn und Murtagh befinden sich die Varden im Kampf um die nächste Stadt: Belatona. Eragon und auch sein Cousin Roran tragen immer mehr Verantwortung im Kampf gegen den üblen Herrscher Galbatorix. Letzten Endes werden sie sich diesem in Urubaen entgegenstellen müssen.

Ich hatte keine große Erwartungen an dieses Buch, da mir Band 2 und 3 nicht gefallen hatten. Ich fand Eragon und seine Ambitionen gegenüber Arya nervig, Roran und Katrina waren sowieso schon immer nervig (*schmalz tropf*) und Arya fand ich genervt. Umso überraschter war ich, dass ich das Buch eigentlich ganz gut fand. Eragon hat zwar stellenweise mal einen Rückfall (here we go again), aber ansonsten kam er wesentlich angenehmer rüber als bisher. (Er kann mittlerweile sogar mit Arya einen saufen statt sie anzuschmachten.) Roran spielt zwar schon als Kämpfer eine große Rolle, aber die Nervszenen zwischen ihm und Katrina halten sich erfreulicherweise in Grenzen. Meine Lieblingsfiguren Angela und Nasuada sind natürlich auch dabei, Nasuada muss allerdings einiges über sich ergehen lassen in diesem Band. Gut ist, dass am Anfang des Buches eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse steht, denn ich hätte sonst echt Schwierigkeiten gehabt, wieder reinzufinden. Ein paar Längen hat die Geschichte schon, aber insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

Das Buch hat dann sogar eine Romanze zu bieten, die ich wirklich schön fand und die weder was mit Eragon noch mit Roran zu tun hatte. Diesbezüglich fand ich das Ende des Buches nicht ganz zufriedenstellend, aber ansonsten fand ich die Auflösung durchaus gelungen und ansprechend. Von daher gebe ich  3,5 bis 4 Sterne und bin froh, dass ich drangeblieben bin.

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(c) Disney Hyperion

Deutscher Titel: Die Pforte des Magiers

Drei Jahre, nachdem der Golem in London sein Unwesen trieb, ist Dschinn Bartimäus nur noch ein Schatten seiner selbst, denn Nathaniel aka John Mandrake hat ihn seitdem unaufhörlich eingesetzt. John Mandrake ist inzwischen zu einem wichtigen Minister aufgestiegen und verfolgt seine Ziele wie immer unerbittlich. Widerstandskämpferin Kitty hat sich ihrerseits inkognito einiges Wissen zum Thema Zauberei angeeignet und verfolgt damit ein ganz bestimmtes Ziel. Ungemach droht dieses Mal von einer unerwarteten Seite. Bestimmte Zauberer haben eine neue Technik ausprobiert, deren Gefahr sie völlig unterschätzen…

Der finale Band der Bartimäus-Reihe beginnt weniger rasant als seine Vorgänger, und doch fühlt man sich als Leser direkt gut aufgehoben. Zunächst werden wir in die Vergangenheit entführt, ins alte Ägypten, in die Zeit, als Bartimäus dem jungen Ptolemäus diente. Immer wieder wird die aktuelle Handlung durch diese Rückblicke unterbrochen, und wir erfahren endlich mehr über jenen Ptolemäus, mit dem Bartimäus so viel zu verbinden scheint. Gerade diese Rückblicke haben mir sehr gut gefallen. In der Gegenwart kommt Nathanial vorerst mal wieder von seiner unsympathischen Seite rüber, obwohl der arme Bartimäus kaum noch kriechen kann, lässt er ihn weiter Aufträge erfüllen statt ihn an den anderen Ort (the other place, ich weiß leider nicht, wie dieser in der Übersetzung heißt) zu entlassen, wo er sich erholen könnte. Doch im Laufe der Geschichte muss Nathaniel seine Haltung immer mehr überdenken und darf sich schließlich von seiner starken Seite zeigen. Es kommt zu ungeahnten Bündnissen. Dies äußert sich unter anderem auch in den Fußnoten, mir sind Bartimäus-Fußnoten in Kapiteln aufgefallen, die eigentlich nicht aus seiner Sicht geschildert werden. Der Humor kommt trotz aller Gefahren natürlich wieder nicht zu kurz, es ist wieder ein Vergnügen, die herrlichen Fußnoten zu lesen und die Darstellung einiger Dämonen auf ungewohntem Terrain ist einfach herrlich. Der finale Showdown beginnt schon relativ früh, plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und Nathaniel, Bartimäus und Kitty müssen gegen übermächtige Gegner antreten. Das Ende ist stimmig. Viel mehr möchte ich darüber nicht sagen, da ich sonst zu viel verraten würde. Es war ist ein würdiger Abschluss einer wunderbaren Trilogie.

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