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Posts Tagged ‘frankfurter buchmesse 2014’

Der letzte Tag der Buchmesse war eher kurz für mich, da ich auch keine große Lust auf die Menschenmengen hatte. Nachdem ich meinen Koffer abgegeben hatte, ging ich schnurstracks zum Stand von C. Bertelsmann, denn ich wollte „Die neuen Leiden des alten M.“ kaufen, um es mir anschließend bei Harald Martensteins Morgenmesse signieren zu lassen. Deshalb ging es nun zum Zeit-Stand. Einige der Kolumnen hatte ich schon am Freitag gehört, doch schon aufgrund Martensteins herrlicher Art, die Kolumnen vorzulesen, macht es immer wieder Spaß. Und mein Autogramm habe ich natürlich auch bekommen 🙂

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Harald Martenstein signierte mir „Die neuen Leiden des alten M.“

Kleine Randnotiz: Ich habe inzwischen eine Rentenlotterie, die mich zwei Jahre lang 42 Euro pro Monat gekostet hat und gar nichts eingebracht hat, gekündigt und stattdessen die „Zeit“ abonniert…

Nach der Morgenmesse schaute ich mich in Halle 3 um, um zu sehen, ob es irgendwelche Rabatte gab. Außer bei den Kalendern (wo ich gleich ordentlich zugeschlagen habe), war da jedoch Fehlanzeige. Ich habe mir dann nur noch am Stand von Kiepenheuer & Witsch eine Ausgabe von „Pfaueninsel“ geholt und dabei noch eine signierte Ausgabe von Frank Schätzings „Der Schwarm“ entdeckt. Da ich das noch nicht hatte und es auch mal lesen wollte, habe ich zugeschlagen.

Meine signierte Ausgabe von "Der Schwarm"

Meine signierte Ausgabe von „Der Schwarm“

Ich ging dann noch rüber in Halle 4.0, um zu sehen, ob es bei der Papeterie vielleicht nette Angebote gab, war jedoch vom Angebot eher enttäuscht. Da ich inzwischen Heißhunger hatte, gönnte ich mir anschließend im finnischen Restaurant doch noch den überteuerten, aber leckeren Waldpilzkuchen. Das finnische Bier war aus 😉

Mein letzter Termin war dann noch mal eine Veranstaltung mit Harald Martenstein auf der ARD-Bühne, der auch noch einmal Spaß gemacht hat.

Harald Martenstein auf der ARD-Bühne

Harald Martenstein auf der ARD-Bühne

Ich bin dann noch mal zurück in Halle 3, wo Norbert Blüm an mir vorbeilief. Gleich mal getestet, ob ich größer bin als er, aber nö, so groß wie ich ist er dann doch 😉 Nachdem ich mich mit Anna-Lisa und Kathrin, mit denen ich nach Hause fahren wollte, kurzgeschlossen hatte, trafen wir uns noch auf einem Happen in einem der Selbstbedienungsrestaurants der Messe (ja, ich bin unersättlich). Da Anna-Lisa und Kathrin beide krank waren und ich auch nichts mehr vorhatte, gingen wir anschließend nur noch meinen Koffer holen und haben dann den Bus zum Parkhaus genommen.

Das war also meine Buchmesse 2014, es hat wieder unendlich viel Spaß gemacht und ich hoffe sehr, dass ich nächstes Jahr auch wieder dabei sein kann!

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Zuerst noch einmal der Hinweis: Alle Fotos wurden von mir aufgenommen, Coverabbildungen stammen wie immer von der Verlagswebsite und sind mit dieser verlinkt.

Am Buchmessensamstag freute ich mich ganz besonders auf eine meiner Lieblingsautorinnen – Tanja Kinkel. Wie schon im letzten Jahr sollte Margarete von Schwarzkopf ein Interview mit ihr am Droemer-Knaur-Stand führen.

Ich begab mich natürlich frühzeitig zum Stand, da ich einen Sitzplatz ergattern wollte. Es fand noch ein anderes Interview mit dem Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr statt. Als Krimimeistensverweigererin waren mir die beiden nicht bekannt, anderen offenbar jedoch schon, denn der Andrang war groß. Nach Ende dieses Interviews hatte ich jedoch keine Probleme, mir den gewünschten Sitzplatz zu erobern.

Auf dem Ankündigungsbildschirm wurde Malala Yousafzai gratuliert, die am Vortag gemeinsam mit Kaylash Satyarthi mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, eine Wahl, über die auch ich mich sehr gefreut hat. Eine bemerkenswerte junge Frau, die sicherlich noch viel bewegen wird.

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(c) Droemer-Knaur

 

Dr. Tanja Kinkel betrat den Stand in einem genauso hübschen Kleid wie letztes Jahr. Das Interview befasste sich natürlich mit ihrem neuen Bestseller „Manduchai“, den ich euch wärmstens ans Herz legen kann (hier meine Rezension). Tanja Kinkel erzählte unter anderem von ihrer Recherchearbeit, zu der auch eine mehrwöchige Reise in die Mongolei gehörte. Auf ihrem Facebook-Profil findet ihr unter „Fotos –> Alben“ auch ein paar Alben mit tollen Fotos von dieser Reise. Tanja Kinkel nannte auch Beispiele für Erfahrungen von dieser Reise, die direkt in das Buch eingeflossen sind, so etwa, dass die mongolischen Nomaden kleinen Kindern häufig Glöckchen in die Kleider einnähen, um sie vor Geiern zu schützen, ein wirklich schönes Detail.

Leider verriet die Autorin noch nicht, was das Thema ihres nächsten Buchs sein wird. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt! 🙂

Tanja Kinkel und Margarete von Schwarzkopf

Tanja Kinkel und Margarete von Schwarzkopf

(c) Droemer-Knaur

Natürlich wollte ich „Manduchai“ auch signieren lassen, dazu mussten wir an eine andere Stelle des Stands. Es gab eine echte Autogrammschlacht 😉

Meine Tanja-Kinkel-Autogrammausbeute

Meine Tanja-Kinkel-Autogrammausbeute

Anschließend traf ich mich auf der Agora mit Kathrin und Anna-Lisa, die am Samstagmorgen zur Buchmesse angereist waren, zum Essen. Wir holten uns etwas am asiatischen Stand, mein vegetarisches Nudelgericht war recht lecker, das von Kathrin und Anna-Lisa leider nicht. Nach dem Essen trennten wir uns wieder, da ich in Halle 4.1 auch bei dem zweiten Termin von Tanja Kinkel bei Dotbooks, ihrem E-Book-Verlag, dabei sein wollte, bei dem als nette Zugabe auch ein Glas Prosecco gab 🙂 Bei diesem Interview ging es natürlich um die Bücher von Tanja Kinkel, die bisher bei Dotbooks erschienen sind oder demnächst erscheinen, darunter mein Lieblingsbuch von ihr, „Die Söhne der Wölfin„. Im Rahmen ihrer Unterstützung des E-Book-Verlags hat Tanja Kinkel auch ein Genre wiederbelebt, das heute kaum noch eine Rolle spielt: das der Novelle. Drei Novellen von ihr sind bisher bei Dotbooks erschienen, „Der Meister von Caravaggio“, „Reise für Zwei“ und „Feueratem“, was zugleich das erste Fantasy-Werk der Autorin ist. Ich finde das sehr interessant und werde diese Werke natürlich auch lesen, das erste hab ich bereits auf meinem E-Reader.

Am Stand von Dotbooks gab es auch hübsche Postkarten und ich nutzte die Gelegenheit, mir eine „Söhne der Wölfin“-Postkarte signieren zu lassen 🙂

Tanja Kinkel bei Dotbooks

Tanja Kinkel bei Dotbooks

Nach diesem Termin wollte ich mir das Bloggertreffen von Lovelybooks anschauen, doch das sah leider nicht besonders interessant aus, es schien nur aus einer langen Schlange von Bloggern zu bestehen, die für irgendwelche Giveaways anstanden. Nö, danke. Ein paar Stände weiter im Paschen Literatursalon sollte jedoch eine Lesung mit der amerikanischen Autorin Libba Bray stattfinden, deren neues Buch „Diviners“ mich wirklich interessiert. Ich hatte diesen Termin gar nicht auf dem Plan, nutzte aber die Gelgenheit, da noch ein Sitzplatz in der ersten Reihe frei war. Ich war zu diesem Zeitpunkt zugegebenermaßen schon so müde, dass ich mich gar nicht richtig auf die Lesung konzentrieren konnte, Libba Bray war im Interview jedoch sehr sympathisch und ich möchte das Buch auf jeden Fall lesen. Ich überlegte, ob ich das Buch kaufen und signieren lassen soll, entschied aber, dass ich es doch lieber im Original lesen möchte.

Libba Bray im Gespräch

Libba Bray im Gespräch

(c) dtv

Da ich sehr müde war und keine wichtigen Termine mehr auf dem Plan hatte, fuhr ich anschließend gleich zurück zu meiner Schwester, um mich ein bisschen hinzulegen und mich für den letzten Tag der Buchmesse auszuruhen.

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Zuerst noch einmal der Hinweis: Alle Fotos wurden von mir aufgenommen, Coverabbildungen stammen wie immer von der Verlagswebsite und sind mit dieser verlinkt.

Nach dem anstrengenden Donnerstag ließ ich den Freitag etwas ruhiger angehen. Gegen 10 fand ich mich wieder beim Zeit-Stand ein, um auf Martensteins Morgenmesse zu warten. Diese gehörte schon im Vorjahr zu meinen Messehighlights. Nur, dass ich dieses Jahr noch mehr lachen musste 😉 Der Mann hat so einen wunderbaren Humor und hält uns den Spiegel vor, wie dies früher nur Loriot konnte, wenn auch auf andere Art und Weise. Vor allem seine Kolumne über das „Prokrastinieren“ ist einfach herrlich!

Harald Martenstein hält die Morgenmesse

Harald Martenstein hält die Morgenmesse

 

Als Nächstes ging ich zum Stand des Deutschlandradios, um mir die Aufzeichnung der Sendung „Büchermarkt“ mit Denis Scheck, Hajo Steinert und Hubert Winkels anzusehen. Dort ging es höchst intellektuell zu 😉 Die Sprache kam unter anderem auf den Tage vorher (an meinem Geburtstag!) verstorbenen Siegfried Lenz. Denis Scheck überraschte mich mit seiner Aussage zu „Deutschstunde“: In den 60er Jahren hätte man doch nicht mehr so langweilig schreiben dürfen! Das grenzt ja an Majestätsbeleidigung! Wobei ich zugeben muss, ähm, so toll und wichtig ich das Thema, den Konflikt und die Aussage des Buchs fand, ein büschen langweilig war es stellenweise tatsächlich (weshalb ich damals auch nur 4 von 5 Sternen vergeben habe). Da hat er schon nicht ganz unrecht. Er betonte aber zugleich, dass andere Werke von Siegfried Lenz in dieser Beziehung besser seien. Das ermutigt mich, mich mal an weitere Siegfried Lenz-Bücher zu wagen. Die Lyrik war auch ein Thema. Ich muss gestehen, dass die moderne Lyrik nicht so mein Ding ist. Sorry. Zu diesem Thema kann ich daher auch nicht wirklich etwas sagen.

"Büchermarkt" mit dem "Kölner Literaturdreigestirn"

„Büchermarkt“ mit dem „Kölner Literaturdreigestirn“

Eine kleine Überraschung gab es dann noch: Unter dem Publikum befand sich auch der diesjährige Preisträger des Georg-Büchner-Preises, Jürgen Becker.

Jürgen Becker

Jürgen Becker

 

Nach Ende dieser Veranstaltung wechselte ich in Halle 4.1, wo im Paschen Literatursalon eine weitere Lesung mit Thomas Hettche stattfinden sollte. Ich wollte dort vor allem hin, weil ich das Buch gern gekauft und signieren lassen hätte. Es hat sich durchaus gelohnt, denn die Lesung war länger als die bei der Zeit und schlug mich noch mehr in den Bann. Leider wurde ich dann jedoch enttäuscht: Thomas Hettche signierte zwar, aber es gab das Buch nicht zu kaufen 😦 Menno, KiWi, hättet ihr das nicht organisieren können? Schade drum, aber was solls.

Thomas Hettche im Paschen Literatursalon

Thomas Hettche im Paschen Literatursalon

Nun kam ein Termin, auf den ich mich besonders freute: Herbert Feuerstein sollte bei der Süddeutschen seine Autobiografie „Die neun Leben des Herrn F.“ vorstellen. Und ganz pünktlich ging es dann auch los. Herbert Feuerstein zeigte sich, wie wir ihn kennen: witzig und schlagfertig von der ersten Sekunde an. Er erzählte von seiner Arbeit als Redakteur für Todesanzeigen in New York, seiner Zeit beim MAD Magazin und natürlich auch seinen Erlebnissen bei der Zusammenarbeit mit Harald Schmidt. Was mich wirklich interessieren würde, sind seine gesammelten Antworten auf Leserbriefe des MAD Magazin, die müssen legendär sein. Mal sehen, ob die sich irgendwo finden lassen (falls das jemand weiß?). Die Autobiografie kommt auf jeden Fall auch auf meine Wunschliste!

Herbert Feuerstein bei der Süddeutschen

Herbert Feuerstein bei der Süddeutschen

 

(c) Ullstein Buchverlage

Damit war mein Programm für diesen Tag durch. Ich bin noch ein wenig durch die Hallen geschlendert, unter anderem auch durch die Gourmet Gallery, wo es dann noch eine nette Überraschung gab. Ich bekam zwei Ausgaben des „Super Schoppen Shopper“ von Cordula Eich geschenkt. Inzwischen habe ich zwar festgestellt, dass es sich um die Vorjahresausgabe handelt (;-)), aber ich kann trotzdem noch was damit anfangen: Meine Schwester, der ich das zweite Exemplar vermacht habe, war gleich samstags damit einkaufen und hat einen superleckeren Wein für 5 Euro gekauft, der darin empfohlen wurde. Ich habe diese Woche auch zwei Flaschen eines Weins aus dem Buch gekauft, bin mal gespannt.

Das war mein Messefreitag, morgen geht’s weiter mit dem Samstag!

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Zuerst noch einmal der Hinweis: Alle Fotos wurden von mir aufgenommen, Coverabbildungen stammen wie immer von der Verlagswebsite und sind mit dieser verlinkt.

Ich habe im letzten Artikel gelogen! Ich bin ja mittwochs gar nicht von 3.1 direkt zu meiner Schwester, sondern noch mal zurück in den Finnland-Pavillon zur Happy Hour! Hatte ich total vergessen. Vielleicht ist der Alkohol schuld. Dort gab es nämlich 3 Getränke zum Probieren, einmal finnischen Gin mit Grapefruit, lecker, finnischen Wodka, der war für Wodka-Verhältnisse auch lecker, dann finnischen Wodka mit Lakritze, nicht so lecker.

Aber jetzt zum Donnerstag. Morgens zog es mich gleich wieder in den Finnland-Pavillon. Dort stand ein „Kalevala-Frühstück“ an. Mir war nicht ganz klar, was das sein würde, nur, dass die Kalevala das finnische Nationalepos ist. Aber es klang nach einer guten Gelegenheit, Anette und Ina von Katze mit Buch zu treffen. Ich hab mich gefreut, die beiden wiederzusehen! Es stellte sich heraus, dass die Veranstaltung von zwei Designerinnen abgehalten wurde, die neue Wege, die Kalevala darzustellen, erforschten. Eine tat dies in Zeitungs- bzw. Magazinform, die andere in Form einer Data Visualization, was ich besonders interessant fand. Sie hatte für jeden Charakter aus dem Epos negative und positive Textstellen in einer Art Diagramm mit Ausschlägen nach links und nach rechts dargestellt und ein 3-D-Modell daraus erschaffen. Sehr ungewöhnlich, aber auch sehr originell.

Die beiden Designerinnen mit einer Abbildung aus der Kalevala

Die beiden Designerinnen mit einer Abbildung aus der Kalevala

Das Data-Visualization-Modell der Kalevala

Das Data-Visualization-Modell der Kalevala

Wir trennten uns anschließend, da ich mir nun ausgiebig Halle 3.0 anschauen wollte. Die meisten Verlage waren an derselben Stelle zu finden wie im Vorjahr. Ich finde es etwas ärgerlich, dass das Konzept nächstes Jahr geändert wird, jetzt hab ich mich grad gut ausgekannt! Menno!

Wie auch im Vorjahr gab es Verluste unter den Autoren zu beklagen, natürlich ganz aktuell Siegfried Lenz oder eben auch Peter Scholl-Latour

Wie auch im Vorjahr gab es Verluste unter den Autoren zu beklagen, natürlich ganz aktuell Siegfried Lenz oder eben auch Peter Scholl-Latour

Um halb 12 ging es zur ARD-Bühne, wo Denis Scheck mit „Best of Druckfrisch“ auftrat. Ich habe Denis Scheck bisher noch nicht live erlebt, hatte aber einige Vorbehalte, da ich schon gelesen hatte, dass er doch sehr auf hohe Literatur schaut, die mir manchmal ehrlich gesagt zu viel ist. Doch er präsentierte sich sehr lustig und sympathisch und ich war überrascht, dass er äußerte, er sei aufgrund der Brisanz des Themas sehr froh, dass sich „Der Circle“ von Dave Eggers in den Bestsellerlisten finde, auch wenn es keine sprachlich gute Literatur sei. Für Heiterkeit sorgte Scheck, indem er eine Passage aus einem Buch von Ruth-Maria Kubitscheck vorlas, ach herrje… Ich möchte mich hier nicht darüber auslassen, aber es war wirklich peinlich-komisch.

Denis Scheck

Denis Scheck

Ach ja, vor dem Auftritt von Denis Scheck bekam ich noch etwa die Hälfte des Interviews mit dem Schauspieler Adnan Maral (bekannt aus „Türkisch für Anfänger“) mit, der auch ein Buch geschrieben hat. Ich bin es ja eigentlich leid, dass offenbar alle meinen, sie müssten Bücher schreiben (Jeannette Biedermann?! Im Ernst?!). Aber ich muss zugeben, das klang recht interessant. Muss ich mir mal genauer anschauen.

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Adnan Maral im Interview

(c) Blanvalet

 

Nun zog es mich ins Lesezelt, wo Stefan Bachmann aus seinem Buch „Die Wedernoch“ lesen sollte. Ich habe noch nichts von ihm gelesen, hatte den ersten Teil der Reihe, „Die Seltsamen“ jedoch schon eine Weile auf dem Schirm. Interessant auch, dass ein so junger Autor mit einem Fantasy-Roman bei Diogenes erscheint!

Der 21-Jährige Amerikaner lebt schon längere Zeit in Zürich, wo er am Konservatorium Orgel und Komposition studiert. Er hat außerdem nie eine normale Schule besucht, sondern wurde per „Homeschooling“ zusammen mit seinen vier Geschwistern von der Mutter unterrichtet. Was für ein ungewöhnlicher Werdegang!

Da er fließend Deutsch spricht, las er auch in Deutsch, was ihm nicht ganz leicht viel, aber dennoch problemlos funktionierte. Die Passage, die er las, hat mich wirklich neugierig gemacht!

Stefan Bachmann im Gespräch

Stefan Bachmann im Gespräch

Auf die Frage, was er von dem Begriff „Wunderkind“ halte, antwortete er ganz bestimmt. Wunderkinder seien etwas ganz anderes als er. Er habe sich das Schreiben auch erst einmal erarbeiten müssen, die ersten Versuche seien furchtbar gewesen 😉 Ein bescheidener, sympathischer junger Mann. Obwohl ich die Bücher eigentlich im Original lesen wollte, konnte ich nicht widerstehen und hab mir „Die Wedernoch“ gekauft und signieren lassen.

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(c) Diogenes

Ich machte mich nun auf zum Blauen Sofa, denn dort stand ein Termin an, auf den ich mich sehr gefreut hatte: Hape Kerkeling sollte sein neues Buch „Der Junge muss an die frische Luft“ vorstellen. Ich sicherte mir einen guten Platz, von dem aus man gut fotografieren konnte. Doch dann die erste Enttäuschung der Messe: Hape Kerkeling hatte kurzfristig abgesagt 😦 Wie schade! Ich nehme ihm das natürlich nicht übel, wahrscheinlich hatte er gute Gründe. Etwas geärgert habe ich mich jedoch, dass er später noch am Piper-Stand war, was im Veranstaltungskalender nicht angekündigt war, weshalb ich natürlich auch nicht dort war. Nun ja, das Buch werde ich natürlich trotzdem lesen.

(c) Piper

Da dieser Termin nun also flachfiel, begab ich mich schleunigst zum Stand der Süddeutschen Zeitung, wo Reinhold Messner seinerseits sein neues Buch vorstellte. Ich war ein bisschen überrascht von dem Interview, Messner zeigte sich recht versöhnlich und betonte, dass er keineswegs dagegen sei, dass viele Menschen Mount Everest und co. besteigen. Dies sei nur eben kein Alpinismus mehr, sondern Tourismus. Ich selbst störe mich da ja ehrlich gesagt schon dran. Ich käme nie auf die Idee, einen solchen Berg besteigen zu müssen. Hey, ich war im Sommer auf der 2002 m hohen Krinnenspitze, das war super und reicht vollkommen! Ich mag jedoch Messners Einsatz für den Umweltschutz und finde auch sein Museumskonzept sehr interessant. Er gab sich im Interview sympathisch und humorvoll.

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Reinhold Messner bei der Süddeutschen

(c) Malik

Zu diesem Zeitpunkt, gegen 14.30 Uhr, wurde mir bewusst, dass inzwischen der diesjährige Literaturnobelpreisträger bekannt gegeben worden sein müsste. Dummerweise streikte meine Internetverbindung, sodass ich es erst abends auf der Beltz-Party rausfand: Patrick Modiano. Äh, wer? Sorry, Bildungslücke, ich kannte ihn leider gar nicht. Das sollte sich aber ändern! Komischerweise war am Stand seines deutschen Verlags Hanser kein Buch von ihm zu finden. Oder ich war zu blind. Jedenfalls entdeckte ich dann doch noch Bücher von ihm beim dtv. Das Thema seiner Bücher ist ja der Zweite Weltkrieg, daher für mich definitiv interessant. Solange er nicht schreibt wie Claude Simon, ein anderer französischer Nobelpreisträger. Ich habe mir ein paar Bücher angesehen und werde mir dieses hier auf die Liste setzen:

(c) dtv

Ich war nun ziemlich platt, wollte aber unbedingt bis 18.30 Uhr bleiben, weil ich auf der Beltz-Party Anette, Julia und Ina von Katze mit Buch noch einmal treffen wollte. Was tut man in einer solchen Situation? Man setzt sich an den Zeit-Stand und hört sich Interviews an. Dort kriegt man dann auch noch was zu trinken, ich habe auf Nachfrage, nachdem meine Tischnachbarin dasselbe getan hatte, sogar einen Prosecco bekommen 😉

Das erste Interview, das ich mir ansah, war mit Karen Köhler, deren Debüt „Wir haben Raketen geangelt“, eine Sammlung von Erzählungen, in Literaturkreisen für Aufsehen gesorgt hat. Die junge Autorin kam sehr sympathisch rüber und war ständig am Lachen 🙂 Sie las dann auch eine der Erzählungen vor. Ich dachte zuerst, oje, das ist nichts für mich, dann hat mich aber die Geschichte, als sie sich mir erschloss, doch sehr berührt. Ich lese an sich nicht so gerne Erzählungen oder Kurzgeschichten, und der Stil ist mir auch etwas zu lyrisch. Mal sehen, aber ich bin schon versucht, das Buch trotzdem mal zu lesen. Ganz nette Randnotiz: Karen Köhler war als Schauspielerin am Saarländischen Staatstheater engagiert.

Karen Köhner liest aus "Wir haben Raketen geangelt"

Karen Köhler liest aus „Wir haben Raketen geangelt“

(c) Hanser Verlag

Anschließend stand die Lesung bzw. das Interview mit Thomas Hettche an, dessen Buch „Pfaueninsel“ für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Da das Buch ein historisches Thema hat, das Leben einer kleinwüchsigen Frau zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf der Pfaueninsel in Berlin und der Wandel der Zeit, dessen Zeuge sie wurde, interessiert mich dieses Buch von denen auf der Shortlist mit Abstand am meisten. Und als Thomas Hettche dann begann, aus seinem Werk zu lesen, wurde mir klar, warum es nominiert war: wegen seiner einzigartig schönen Sprache! Natürlich nicht nur, aber das Buch ist wirklich so schön geschrieben! (Ich habe inzwischen angefangen, es zu lesen.) Das könnte einer meiner Lieblinge des Jahres werden. Übrigens, Kiepenheuer & Witsch hat einen unglaublich hübschen Netzauftritt für das Buch geschaffen, solltet ihr euch mal ansehen: http://www.pfaueninsel-roman.de/ Wie überhaupt auch die Aufmachung des Buches äußerst gelungen ist.

Thomas Hettche liest aus "Pfaueninsel"

Thomas Hettche liest aus „Pfaueninsel“

(c) Kiepenheuer & Witsch

Inzwischen war es 17 Uhr und beinahe Zeit für die Beltz-Party. Dort traf ich dann wie schon erwähnt die drei Mädels von Katze mit Buch und es gab natürlich Getränke und leckere Schnittchen. Leider hab ich dabei irgendwie das Fotografieren versäumt, es waren aber auch alle nach dem langen Messetag schon etwas müde. Die Party war ein gelungener Abschluss für einen wunderbaren Messetag!

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– Sämtliche Fotos – mit Ausnahme der Coverabbildungen natürlich, die ich wie immer von der Verlagswebsite habe – wurden von mir entweder mit meiner Nikon oder meinem Samsung-Handy gemacht –

Ich hatte Glück – trotz des Bahnstreiks während der Nacht war mein Zug absolutlich pünktlich, sodass ich wie geplant um kurz nach 12 auf der Messe war.

Hallo Frankfurt!

Hallo Frankfurt!

Erst mal den Koffer loswerden und schnell auf der Agora was essen. Denn ich hatte den ersten Termin schon um 13 Uhr: Ken Follett sollte auf dem Blauen Sofa platz nehmen und über den Abschluss seiner Jahrhundert-Trilogie, „Kinder der Freiheit“ berichten. Als ich am Blauen Sofa ankam, wurde dort noch eine Autorin interviewt, die auf der Longlist des Deutschen Buchpreises zu finden war, Marlene Streeruwitz. Ich muss gestehen, dass ich von dem Interview nicht mehr allzu viel mitbekommen habe. Und dass ich, nachdem Denis Scheck in „Best of Druckfrisch“ aus einem ihrer Bücher vorgelesen hat, auch denke, dass das Buch nichts für mich ist. Obwohl es witzigerweise um den Deutschen Buchpreis geht 😉

Marlene Streeruwitz im Interview

Marlene Streeruwitz im Interview

(c) S. Fischer Verlage

Inzwischen war trotz des frühen Zeitpunkts am Buchmessenmittwoch eine ordentliche Menschenmenge erschienen, um Ken Follett zu sehen. Der kam dann auch wie gewohnt in edlem Zwirn und allgemein sehr gepflegtem Äußeren.

 

Ken Follett spricht das Publikum an

Ken Follett spricht das Publikum an

Der Medienprofi wandte sich bei der Beantwortung sämtlicher Fragen an sein Publikum. Was ich sehr interessant fand, war, dass Ken Follett im Gegensatz zu vielen anderen Autoren sich nicht Anfang und Ende seiner Geschichte zuerst überlegt, während der Mittelteil sich beim Schreiben ergibt. Vielmehr plant er das gesamte Buch durch, worauf er ca. 6 Monate aufwendet.

Im Anschluss an das Interview auf dem Blauen Sofa war ein zweites Interview einschließlich Lesung auf der Open Stage der Agora geplant, was ich mir natürlich auch nicht entgehen ließ. Ken Follets Interviewpartnerin war dieses Mal Margarethe von Schwarzkopf, die das Interview um ehrlich zu sein interessanter gestaltete als ihre Vorgängerin.

Ken Follett und Margarethe von Schwarzkopf

Ken Follett und Margarethe von Schwarzkopf

Unter anderem ging es um Folletts Recherchearbeit. Dabei greift er größtenteils auf Bücher zurück, aber auch auf Filme, Interviews mit Zeitzeugen und Karten. Seinen Entwurf zeigt er dann Experten, die sicherstellen, dass keine Fehler enthalten sind. Spannend auch die Frage, ob seine eigene Familiengeschichte die Jahrhunderttrilogie beeinflusst hat. Und tatsächlich: Der Großvater des walisischen Schrifststellers wurde ebenso wie ein Charakter aus „Sturz der Titanen“ bereits mit 14 Jahren Bergmann. Ken Follett las mit geübter Stimme eine Passage aus „Kinder der Freiheit“ vor, die beim Publikum sehr gut ankam, auch weil sie sehr lustig war. Die Jahrhundert-Saga habe ich selbst noch nicht gelesen, das will ich aber bald nachholen, eventuell sogar in Hörbuchform. Zum Schluss verkündete der sympathische Autor noch, dass er am selben Abend noch mit seiner Band in einem Club in Frankfurt spielen würde – er spielt Bass, sein Sohn Lead-Gitarre.

(c) Bastei Lübbe

Außerdem gibt es noch eine gute Nachricht für Fans von „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“: Es wird einen dritten Kingsbridge-Roman geben, der im 16. Jahrhundert spielt und sich mit Spionage befasst! 🙂

Anschließend signierte Ken Follett im Signierzelt und der Andrang war bei einem so beliebten und berühmten Schriftsteller natürlich entsprechend groß.

Auch mir hat Ken Follett ein Buch signiert, Meine alte Taschenbuchausgabe von „Die Säulen der Erde“. Als ich mich für die alte Ausgabe entschuldigte, meinte er, das mache gar nichts. „It looks well loved.“ 🙂

 

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Ken Folletts Unterschrift

 

Als Nächstes zog es mich zum Gastland dieses Jahres in den Finnland-Pavillion. Erst einmal gönnte ich mir im finnischen Restaurant ein finnisches Bierchen zu finnischen 4,50 Euro.

Finnisches Bierchen mit deutschem Glas

Finnisches Bierchen mit deutschem Glas

Den Finnland-Pavillion selbst fand ich gelungen gestaltet, ganz nach dem Motto „Finnland – Cool“

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Im Finnland-Pavillion

Ich wollte zur Lesung der schwedisch-finnischen Autorin Ulla-Lena Lundberg. Neben Ihren Romanen, darunter „Eis“, hat sie auch Sachbücher geschrieben. Interviewt wurde sie interessanterweise von ihrem deutschen Übersetzer, Karl-Ludwig Wetzig.

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Ulla-Lena Lundberg im Gespräch mit Karl-Ludwig Wetzig

Ulla-Lena Lundberg im Gespräch mit Karl-Ludwig Wetzig

„Eis“ spielt Mitte des vergangenen Jahrhunderts auf den Örar-Inseln, wo die Autorin auch aufgewachsen ist. Es geht um ein Pfarrersehepaar, das neu auf die Insel zieht. Karl-Ludwig Wetzig äußerte unter anderem, dass viele Rezensenten zwar einräumen, dass in dem Buch eigentlich gar nicht so viel passiere, gleichzeitig aber betonen, dass die Schönheit der Sprache und die Schilderungen des einfachen Lebens und der Landschaft wunderbar seien. Gegen Ende des Romans gibt es dann wohl aber auch dramatischere Ereignisse. Das hörte sich ganz nach einem Buch für mich an, weshalb ich es natürlich gekauft und von der Autorin habe signieren lassen 🙂

(c) mare Verlag. Was für ein hübscher Einband!

Ich verließ den Finnland-Pavillion anschließend, um einen ersten Blick auf Halle 3 zu werfen und anschließend zu meiner Schwester zu fahren. Am Zugang zu 3.1 traf ich auf eine Menschenmenge, die vor allem aus Fotografen und Security-Personal bestand. Offenbar sollte Helmut Kohl in wenigen Minuten eintreffen. Und tatsächlich kam dann der Fahrstuhl und Helmut Kohl wurde mit dem Rollstuhl in die Halle gefahren. Da sich die Fotografen gleich auf ihn stürzten, hatte ich natürlich keine Chance auf ein Foto. Aber ich bin auch ehrlich gesagt kein Fan des Altkanzlers.

In diesem Pulk befindet sich Helmut Kohl...

In diesem Pulk befindet sich Helmut Kohl…

Als ich am Stand der FAZ vorbeilief, wurde dort gerade ein Autor interviewt, von dem ich noch nichts kenne, da sein Genre so gar nicht meins ist: Wolf Haas.

Wolf Haas

Wolf Haas

Aber ich muss zugeben, ich liebe einen schönen österreichischen Akzent und bin stehen geblieben. Er las dann auch noch eine Stelle aus dem neuesten Roman, „Brennerova“ vor. Das war so lustig und sympathisch – der Autor ist wohl vor allem für lustige Wortkreationen wie „Frauentränenumfaller“ bekannt, die man dann direkt googeln kann – dass ich mir das Buch eventuell besorgen werde, auch wenn es zu einer Krimireihe gehört. Ich habe mir bei Hoffmann und Campe eine CD mit einer Hörprobe geholt, der Autor liest selbst. Falls das Hörbuch bei Audible verfügbar sein sollte, werde ich es mir eventuell herunterladen.

(c) Hoffman & Campe

 

Ich kam dann noch am Stand von Droemer-Knaur vorbei, wo „Manduchai“ von Tanja Kinkel eifrig beworben wurde.

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Nun war aber der erste Messetag endgültig für mich beendet und es ging mit der S-Bahn zu meiner Schwester.

Ach ja, hier noch meine Erständnisse des ersten Tages. Ja, ich bin Mumins-Fan! 🙂 (Wer ist das nicht?)

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