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Posts Tagged ‘jugendliteratur’

(c) Quirk

Deutscher Titel: Die Insel der besonderen Kinder

Florida, Jetztzeit. Der siebzehnjährige Jacob hatte immer schon ein besseres Verhältnis zu seinem Großvater als sein Vater. Darum kümmert er sich auch mehr um Großvater Abe, der in letzter Zeit einige Altersmacken entwickelt hat. Schon immer hat er Jacob Schwarzweißfotos von seltsamen Kindern gezeigt, und zwar aus der Zeit, als Abe als jüdischer Flüchtling im Teenageralter während des zweiten Weltkrieges in einem Kinderheim auf einer Insel in Wales lebte. Als Kind hielt Jacob diese Fotos für echt, mittlerweile ist er sich sicher, dass es sich um Fälschungen handelt. Doch dann wird der Großvater überfallen, spricht von einem Monster – und Jacob sieht dieses Monster nach dem Überfall im Garten seines Großvaters mit eigenen Augen. Vor seinem Tod gibt der Großvater Jacob noch scheinbar verschlüsselte Aufgaben – und er soll sich auf die Insel der besonderen Kinder begeben, dort sei er sicher.

Ransom Riggs‘ Romandebüt macht schon rein optisch was her, mit der merkwürdigen Schwarzweißfotografie eines schwebenden Mädchens auf dem Cover. Dies setzt sich im Buch selber mit zahlreichen stimmungsvollen Fotografien fort, die tatsächlich auch die Grundlage des Romans bildeten: Ransom Riggs hat seine Geschichte anhand dieser Bilder entwickelt.

Auch die Idee ist originell: Kinder mit besonderen Begabungen, die fernab der Gesellschaft leben und die auch besonderen Gefahren ausgesetzt sind. In Kombination mit Zeitreisen und düsteren Gestalten ein vielversprechendes Rezept für einen Jugendroman. Die Geschichte liest sich flüssig – trotz der vielen Fotos, die keineswegs stören, sondern für die richtige Atmosphäre sorgen. Auch für genügend Spannung ist gesorgt, sodass das Buch zu einem echten Pageturner wird. Erzählerisch offenbart Ransom Riggs jedoch ein paar Schwächen, mir sind während der Lektüre einige Logiklücken aufgefallen, die auch im weitere Verlauf des Buchs nicht erklärt werden. Schon allein, dass Jacob weder vor seiner Reise zur Insel noch nach der Ankunft dort nach den Bewohnern des gesuchten Hauses fragt, sondern nur nach dem Haus selbst, scheint unglaubwürdig. Und alle Häuser dort haben Satellitenschüsseln, aber kein Telefon, obwohl eine Leitung existiert (zum Pub), ernsthaft? Das sind zwei Beispiele, mehrere möchte ich aufgrund von Spoilergefahr nicht nennen.

Eine kleine Romanze ist natürlich unvermeidlich, wobei ich wirklich der Meinung bin, man hätte in diesem Buch darauf verzichten können.

Schön ist auch noch, dass Riggs einige interessante Motive einbringt, etwa das Konzept des „vererbten Kriegstraumas“ und den Meteoritenabsturz von Tunguska.

Der ganze Showdown zum Ende hin ist mir etwas zu sehr auf die Fortsetzung ausgelegt und vermittelt ein leichtes Gefühl von „Unfertigkeit“, damit hätte Ransom Riggs besser umgehen können.

Alles in allem ein schöner, spannender, aber nicht großartiger Jugendroman.

Auf die Verfilmung durch Tim Burton dürfen wir gespannt sein.

Halt, noch weiterlesen!

Aufgrund eines Missverständnis habe ich dieses Buch doppelt, einmal in der Originalausgabe, die mir meine liebe Instagram-Freundin Barbara geschenkt hat, und einmal in der deutschen Ausgabe, die als Rezensionsexemplar gedacht war. Aus diesem Grund möchte ich die deutsche Ausgabe gerne an eine(n) von euch verlosen. Kommentiert dazu einfach bis nächsten Sonntag, 24 Uhr, unter diesem Beitrag. Es entscheidet dann random.org. Es gelten die üblichen Bedingungen, ihr müsst über 18 sein oder die Erlaubnis eurer Eltern zur Teilnahme haben.  Viele haben das Buch bestimmt schon, ich hoffe, es finden sich trotzdem noch Interessenten 🙂

Ich danke Frau Koch von Droemer Knaur ganz herzlich für die Zurverfügungstellung des Verlosungsexemplars.

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(c) Katherine Tegen Books

Deutscher Titel: Die Bestimmung

Beatrice lebt in einem Chicago der Zukunft. Die Gesellschaft ist in sogenannte „Factions“ aufgeteilt, die sich jeweils durch bestimmte Charaktereigenschaften auszeichnen. Geboren wurde Beatrice in die Faction „Abnegation“, deren Mitglieder besonders selbstlos sind. Im Alter von 16 Jahren wird in einem Test ermittelt, zu welcher Faction die Jugendlichen gehören sollten, sie können sich aber im entsprechenden Ritual auch anders entscheiden. Doch der Test von Beatrice fällt anders aus  – sie könnte zu drei verschiedenen Factions gehören und ist damit „Divergent“, das heißt „abweichend“. Und das ist ein gefährliches Schicksal…

Ich hatte wegen des Hypes um dieses Buch besonders hohe Erwartungen an diese Dystopie – und ich liebe Dystopien, wenn sie gut geschrieben sind. Die Welt, die Veronica Roth in ihrem Roman schafft, konnte meine Erwartungen jedoch nicht ganz erfüllen. Versteht mich nicht falsch, ich fand das Buch gut, aber einfach nicht soooo toll, wie ich von vielen Seiten gehört hatte. Die Unterteilung in die verschiedenen Factions fand ich nicht so sehr interessant, ich kann nicht ganz erklären, warum. Da sehe ich die Schwäche des Buchs, im „Worldbuilding“, die hat mir in den Dystopien, die ich bisher gelesen habe, doch besser gefallen. Außerdem hätte ich mal gerne wieder mehr darüber erfahren, wie es denn zur Aufteilung der Gesellschaft in die Factions gekommen ist. Und was ist außerhalb von Chicago? Ich hoffe, die beiden nächsten Teile werden da noch ein bisschen konkreter, befürchte aber, dass wir wie bei den meisten Dystopien nichts darüber erfahren.

Was die Charaktere angeht, ich mag Beatrice bzw. „Tris“ durchaus, aber ganz in sie hineinversetzen kann ich mich nicht, wahrscheinlich, weil ich nie und nimmer dieselbe Faction gewählt hätte wie sie. (Ich finde nämlich, dass das ganz schöne Angeber sind und sehe keinen Sinn in vielem, was sie tun.) Aber das ist natürlich eine ganz persönliche Meinung, die Personen und auch die Hauptperson Tris sind schon tiefgründig gezeichnet. Die Romantikkomponente, naja, sie hat mich zumindest nicht gestört 😉

Während es im größten Teil des Buchs darum geht, wie Tris sich in ihrer neuen Faction bewährt, wird es gegen Ende höchst dramatisch. Im Verlauf des Buchs kommt immer wieder zur Sprache, dass es Reibereien zwischen zwei bestimmten Factions gibt, und diese Situation droht schließlich zu eskalieren. Dabei überschlagen sich wirklich die Ereignisse und es wird richtig spannend. Das Ende ist in meinen Augen kein Cliffhanger, doch man ist als Leser auf jeden Fall sehr gespannt, wie die Geschichte sich in Band 2 weiterentwickeln wird.

Eine schöne Dystopie, die ich gerne in Band 2 und 3 weiterlesen werde.

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(c) Arena Verlag

Achtung, Spoiler für diejenigen möglich, die „Rubinrot“ noch nicht gelesen haben!

Ein bisschen kurz wird meine Rezension zu diesem Buch ausfallen. Und das nicht, weil es mir nicht gefallen hätte oder es nichts darüber zu sagen gäbe, es ist nur einfach so, dass ich den Eindruck habe, die Trilogie müsste eigentlich ein Buch sein. Denn wie schon Rubinrot endet auch Saphirblau irgendwie mittendrin. Aber ich will ja nicht zu viel verraten. Ich bin wohl einfach seitenstärkere Bücher gewohnt und dann einfach überrascht, wenn nach 400 Seiten schon wieder Schluss ist, obwohl die Geschichte ja noch nicht zu Ende ist 😉

Ich verzichte daher auch auf eine Zusammenfassung des Inhalts, die Geschichte geht genau da weiter, wo Rubinrot aufgehört hat. In lockerleichten, vergnüglichen Schreibstil erfahren wir, wie es mit Gwendolyn und Gideon weitergeht. Das spannendste sind dabei natürlich die Zeitreisen, die wirklich Spaß machen, umso mehr, als Gwendolyn ja gänzlich unvorbereitet ist auf ihre Aufgabe. Für eine weitere Portion Humor sorgt der Wasserspeicher Xemerius, oder besser gesagt dessen Geist, den als solcher natürlich nur Gwendolyn sieht und hört. Das Buch hält, was der Vorgänger verspricht, und hinterlässt große Lust bei mir, den Abschluss der Trilogie, „Smaragdgrün“, auch so schnell wie möglich zu lesen.

Ein schönes Stück humorvoller Jugendliteratur, das wirklich ganz viel Spaß macht.

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(c) Harper Collins

(Deutscher Titel: Das Graveyard-Buch)

Ich wollte schon lange mal ein Buch von Neil Gaiman lesen, der mir hauptsächlich deswegen bekannt war, weil er schon mit meinem Lieblingsautor Terry Pratchett zusammengearbeitet hat. Dann gab es dieses E-Book im Angebot und ich habe zugeschlagen.

Ein Junge, der von Toten adoptiert wird und auf dem Friedhof aufwächst? Ein sehr ungewöhnlicher Ansatz. Die Geschichte beginnt damit, dass ein Mann, der immer nur als „the man Jack“ bezeichnet wird, eine ganze Familie auslöscht, fast, denn der kleine Junge im Toddler-Alter hat sich durch die geöffnete Tür aus dem Staub gemacht und ist ausgerechnet auf dem Friedhof gelandet. Dort wird er von einem im 19. Jahrhunderten verstorbenen Ehepaar aufgelesen – und nach Beratschlagung mit den übrigen Toten des Friedhofs, darunter ein seit 2000 Jahren toter Römer, adoptiert. Fortan schützen die Toten und der Friedhof ihn vor dem Mann Jack, der sein Werk weiterhin vollenden möchte…

Die Idee des lebendigen Jungen, der von Toten umgeben auf dem Friedhof aufwächst, mag morbide klingen, ist aber tatsächlich originell, mal was ganz anderes. Es hat fast etwas Tröstliches, wie die Toten auf dem alten Friedhof leben, wie es der Name schon sagt, in Frieden, und durchaus auch mal vergnügt. Es handelt sich ja um ein Jugendbuch und es ist ja kein Geheimnis, dass Kinder unverkrampfter mit dem Thema Tod umgehen, als Erwachsene (mich selbst eingeschlossen). Ich habe die Charaktere des Buchs als sympathisch, allerdings nicht besonders tiefgründig empfunden. Am interessantesten fand ich Silas, den Beschützer des jungen Bod, und den Bösewicht Jack. In sprachlicher Hinsicht ist das Buch top, der Stil von Neil Gaiman gefällt mir wirklich gut. Bei der Geschichte selbst dachte ich ab und an, dass man mehr hätte daraus machen können, sie ist gefällig, aber nicht überwältigend. Ein bisschen enttäuscht war ich von der Auflösung, wer hinter den Morden an Bods Familie steckt, das fand ich ein bisschen banal. Das Ende hat mir dann wieder gut gefallen, schön melancholisch.

Ein schönes, wenn auch nicht großartiges Buch, und es wird sicher nicht mein letztes von Neil Gaiman sein.

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