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Posts Tagged ‘kate grenville’

(c) Canongate

Deutscher Titel: Sarahs Traum

New South Wales, Australien, im 19. Jahrhundert. Sarah ist die jüngste Tochter des ehemaligen Sträflings William Thornfield und Protagonisten aus „The Secret River„. Die Familie lebt in einem bescheidenen Wohlstand, doch Sarah ahnt nicht, was ihr Vater getan hat, um diesen Wohlstand zu erreichen. Als Jugendliche verliebt sich Sarah in den Halb-Aborigine Jack, doch die junge Liebe steht unter schlechten Zeichen.

Ich hatte sehr befürchtet, dass diese Fortsetzung von „Secret River“, das mir gut gefallen hat, sich als kitschiger und überdramatisierter Liebesroman entpuppen würde. Doch glücklicherweise ist sie das nicht. Ja, es geht zunächst viel um die Liebe, doch der Schwerpunkt des Romans verlagert sich in seinem Verlauf. Mir gefiel nicht so sehr, dass dieser Roman sich sehr auf seine Protagonistin konzentriert, doch auch diesbezüglich ändert sich das Buch etwa ab der Hälfte – nun wird wie in „Secret River“ das Unrecht thematisiert, das den Aborigines angetan wurde. Kate Grenville gelingt dies allerdings weniger überzeugend als im ersten Roman, auch die Auflösung am Ende ließ mich eher kalt. Sarahs Jammereien um ihre frühere Liebe sind etwas nervig.

Am meisten interessiert haben mich an dem Buch die Beschreibungen von Australien im 19. Jahrhundert, die allerdings nicht so viel Platz einnehmen wie in Buch 1.

Das Buch liest sich sehr gut und schnell, die Sprache ist einfach. Sarah fungiert als Ich-Erzählerin, sie kann weder lesen noch schreiben und drückt sich auch sehr einfach aus. Dies ist ein weiterer Kritikpunkt, den ich habe, eine Erzählweise in der dritten Person mit einer etwas ausgefeilteren Sprache hätte dem Buch sicher gut getan. Den Dialekt bzw. die einfache Sprechweise hätte man immer noch in den Dialogen darstellen können.

Eine Fortsetzung, die sich gut liest, aber nicht an ihren Vorgänger heranreicht. Ganz nett, aber nicht mehr.

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(c) Canongate

Deutscher Titel: Der verborgene Fluss

Sydney, frühes 19. Jahrhundert. Der junge Londoner Fährmann William Thornhill wurde in London aufgrund bitterer Armut zum Dieb – und dabei erwischt. Auf Diebstahl stand die Todesstrafe, doch er hat es geschafft, dass sein Urteil abgemildert wurde. Es lautet nun: Deportation. Und so ist Thornhill mit seiner Frau Sal und den beiden Kindern, das jüngere noch auf dem Schiff geboren, in Sydney angekommen und hält es erst einmal für die Hölle. Wie wird es der Familie in dem so fremden Land ergehen?

Ich sage gleich vorweg: Wenn euch Auswandererromane interessieren und vielleicht auch Australien, dann ist das das richtige Buch. Hier wird nichts beschönigt, weder im ersten Teil, in dem Thornhills Jugend in bitterster Armut in London erzählt wird, noch in den weiteren Teilen, die dann in Sydney und Umgebung angesiedelt sind. Schon die Schilderungen des ursprünglichen Sydney treiben dem Leser Schauer über den Rücken, man kann sich die heute schillernde Stadt kaum noch so vorstellen. Schon in der ersten Zeit der Thornhills in Australien gibt es erste Konflikte mit den Aborigines, doch richtig ernst werden diese, als Thornhill ein Stück Land entdeckt und es unbedingt haben will. Schön dargestellt die unglaubliche Arroganz, mit der die Siedler davon ausgehen, dass Ihnen das Vorrecht gebührt: Die Aborigenes bebauen und nutzen das Land ja ohnehin nicht angemessen! Und sie haben ja noch den ganzen Rest Australiens! Dass diese Rechnung nicht aufgeht, so weit denken die Siedler natürlich nicht, auch nicht Thornhill, dessen Einstellung gegenüber den rechtmäßigen Bewohnern des Landes noch gemäßigt ist. Es kommt, wie es kommen muss, Gewalt bricht aus.

Ich habe das Buch über einen Kindle-Deal des Tages gekauft, zuvor hatte ich nichts davon gehört. Umso beeindruckter war ich vor allem von der eindringlichen Sprache Grenvilles. Das ist kein historischer Roman von vielen, sondern wirklich gute Literatur. Ich muss zugeben, dass mir der Beginn der Geschichte, der in London spielt, besonders gut gefallen hat, das liegt aber wohl daran, dass mich das London des 19. Jahrhunderts eben besonders fasziniert.

Das Buch ist eine absolute Empfehlung, ich habe auch die Fortsetzung auf dem Kindle und freue mich schon darauf!

 

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Guten Morgen zusammen!

Strahlende Sonne, aber klirrende -12°C! Da bleibt man doch lieber mit dem Kater in der warmen Stube und liest! Ok, heute Nachmittag werd ich mich wahrscheinlich schon raus wagen zum traditionellen Sektumtrunk bei meiner Schwester 😉

Diese Woche hab ich, nachdem ich mich im Januar so zurückgehalten habe, dreimal zugeschlagen.

1. Ein 1,09-Euro-Kindle-Angebot bei Amazon:

 

Hilary Spurling: Burying the Bones

Ich muss zugeben, dass ich da ziemlich schnell zugeschlagen habe, ohne mir das genau anzugucken, ich dachte eigentlich, das wäre eine Autobiografie. Ist es nicht, macht aber nix. Es geht um die Kindheit (in China) der amerikanischen Autorin und Missionarstochter Pearl S. Buck, die mit ihren in China basierten Romanen berühmt wurde. So etwas interessiert mich ja total. Ich habe zwar noch gar nichts von ihr gelesen, aber mein Vater war mal in einem Buchclub und hat eine ganze Palette ihrer Bücher im Regal stehen. Ich lese ja eigentlich englischsprachige Literatur nur im Original, aber da kann ich ja mal eine Ausnahme machen. Ich werde mir also in näherer Zukunft ein Buch von Pearl S. Buch vornehmen, bevor ich das hier lese. Frage: Kennt jemand von euch Pearl S. Buck? Die Bücher sind ja schon etwas älter. Wenn ja, mögt ihr die Bücher?

2.

Antonia Meiners: Wir haben wieder aufgebaut

Mein größtes Interesse gilt zwar der Vor- und Frühgeschichte, aber auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts, insbesondere der 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit, lässt mich nicht los. Das liegt natürlich auch daran, dass meine Eltern den Krieg noch als Kinder erlebt haben. Ich kann mir auch stundenlang diese Dokumentationen von Guido Knopp ansehen, in denen Zeitzeugen zu Wort kommen. Genau deren Erzählungen sind das, was mich am meisten daran interessiert, deswegen will ich dieses Buch schon haben, seit es erschienen ist, und jetzt habe ich es mir gegönnt. Heißt, der nette DHL-Mann sollte es mir morgen bringen 🙂

3.

Kate Grenville: The Secret River

Ja ja, Amazon hat mich heute morgen gleich wieder mit einem Kindle-Sonderangebot verführt. Ich kenne weder Autorin noch Titel, aber die Beschreibung hörte sich sooo interessant an. Es geht um einen englischen Hafenarbeiter im Jahr 1807, der als Strafe für ein Vergehen mit seiner Frau nach Australien verbannt wird. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen 🙂 Wen es auch interessiert, das eBook ist heute bei Amazon für 1,29 Euro zu haben.

So, jetzt muss ich unbedingt zurück zu meiner Deutschstunde 😉

Liebe Grüße von Anette

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