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(c) Pan Macmillan

Achtung, Spoiler für alle möglich, die die beiden ersten Teile der Jahrhundertrilogie noch nicht gelesen haben!

Sprecher: John Lee

Dauer: 36 h, 55 min

Deutscher Titel: Kinder der Freiheit

Im dritten Teil von Ken Folletts Jahrhundertrilogie sind wir in den 60er Jahren angekommen. Die nächste Generation der lieb gewonnenen Familien kommt zum Zug. George Jakes, der Sohn von Greg Peshkov und Enkel von Lev Peshkov, arbeitet im Umfeld von John F. Kennedy. Dave und Evie Williams, die Kinder von Daisy Peshkov und Lloyd Williams, haben anderes im Sinn als in die Fußstapfen ihrer Politikereltern und -großeltern zu treten. In Russland haben die Zwillinge Dimitri und Tanya Dvorkin, Enkel von Grigori Peshkov, unterschiedliche Meinungen über den Kommunismus. Während Dimitri ein Apparatschick ist und für Chruschtschow arbeitet, engagiert sich Tanya für Dissidenten. Und in Deutschland müssen die Geschwister Rebecca Hoffmann und Lili und Walli Franck die Teilung ihrer Heimatstadt erleben.

Wie in den Vorgängerromanen bewegen sich Folletts Protagonisten natürlich wieder in höchsten Kreisen im Umfeld der wichtigsten Strippenzieher des Kalten Krieges, von den Kennedy-Brüdern bis Gorbatschow. Denis Scheck hat sich hierüber mit dem Begriff „Whale Watching“ mokiert. Aber mich stört das genauso wenig wie in den bisherigen Teilen, es ist doch faszinierend, anhand der persönlichen und manchmal dramatischen Erlebnisse lieb gewonnener fiktiver Charaktere Geschichte zu erleben. Der Kalte Krieg birgt vielleicht nicht ganz so viel Faszination wie die beiden Weltkriege, die im Zentrum der Vorgängerromane standen, vielleicht fanden deshalb manche Leser dieses Buch weniger gut als die anderen. Doch auch wenn der Krieg ein kalter war, stand zum ersten Mal das Überleben der gesamten Menschheit auf dem Spiel, ich glaube, viele jüngere Leute wissen heute gar nicht, wie haarscharf wir während der Kubakrise an der ultimativen Katastrophe vorbeigeschrammt sind. Dementsprechend viel Raum nimmt diese auch in dem Buch in Anspruch.

Worüber ich in diesem letzten Teil des Öfteren schmunzeln musste, waren die Karrieren von Dave und Walli, die ja doch ein bisschen sehr nahe an die einer gewissen legendären Band angelehnt ist. Die Charaktere fand ich nicht ganz so einnehmend wie in „Fall of Giants“ und „Edge of Eternity“. Ethel Williams wird immer meine Lieblingsheldin der Reihe bleiben.

Neben der Kubakrise erleben unsere Charaktere den Mauerbau, die Bürgerrechtsbewegung in den USA, die für mich besonders eindrücklich geschildert wird, die politischen Attentate der 60er Jahre, den Vietnamkrieg, den Watergate-Skandal und den Zusammenbruch der DDR.

 Der Roman ist vielleicht nicht ganz so mitreißend wie seine Vorgänger, bildet aber einen würdigen Abschluss der Jahrhunderttrilogie. Ken Follett hat ein für mich wirklich gelungenes Werk geschaffen, dass allen die Geschichte des letzten Jahrhunderts näher bringen kann.

Auch John Lee macht seinen Job wieder superb und wechselt mühelos zwischen allen verschiedenen Akzenten.

Diese Bücher haben mir sehr viel gebracht – Unterhaltung und Geschichte!

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(c) Macmillan Digital Audio

Achtung, Spoiler möglich für diejenigen, die den ersten Teil, „Fall of Giants“ noch nicht gelesen haben!

Deutscher Titel: Winter der Welt

Sprecher: John Lee

Dauer: 31 Std. 47 Min.

Die Handlung des zweiten Teils der Jahrhunderttrilogie setzt im Jahr 1933 ein. Warum, kennt ihr euch denken – der Reichtagsbrand ist eines der ersten zentralen Ereignisse, deren Zeuge Ken Follett seine Charaktere werden lässt. Die Charaktere, das sind überwiegend die Kinder der Charaktere aus dem ersten Teil, „Fall of Giants“. Die Elterngeneration kommt natürlich auch noch vor, doch der Schwerpunkt liegt auf Maud und Walters Tochter Carla, den Dewar-Söhnen Woody und Chuck, Lev Peshkovs Kindern Daisy und Greg, Ethel Leckwiths Sohn Lloyd und Grigori Peshkovs Sohn bzw. Neffe Volodya.

Wie bereits im ersten Teil lässt Ken Follett diese Familien Teil der wichtigsten Ereignisse des zweiten Weltkriegs werden, was für meine Begriffe ebenso wunderbar funktioniert wie im ersten Teil. Ich kann Denis Scheck nicht zustimmen, der die Tatsache, dass die Charaktere alle mit den wichtigsten Protagonisten der Weltpolitik zusammentreffen, für den dritten Teil „Edge of Eternity“ als „Whale Watching“ bezeichnete. Mir gefällt das Konzept, fiktive Romanfiguren auf historische Persönlichkeiten treffen zu lassen, sehr gut und ich kann mir vorstellen, noch einige weitere Bücher dieser Art zu lesen. Ich denke, mit solchen Büchern kann man auch weniger historisch interessierten Lesern Geschichte nahe bringen.

Auch für diesen zweiten Teil ist die Rechercheleistung Ken Folletts wieder erstklassig, ich habe wirklich den Eindruck, dass man sich diesbezüglich auf ihn verlassen kann. Die Geschehnisse, vor allem gegen Ende des Krieges in Deutschland, sind schon harte Kost, aber es ist ja kein Geheimnis, was damals alles passiert ist. Gefallen hat mir auch, dass Ken Follett Themen wie das Euthanasieprogramm der Nazis aufgreift.

Ich habe dieses Hörbuch ebenso gerne gehört wie Teil 1, auch der Sprecher John Lee hat mich wieder voll überzeugt. Viele kritisieren ja das Ausmaß an Sexszenen in den Büchern, aber ich finde das eigentlich nicht schlimm und hatte auch den Eindruck, dass es im zweiten Teil ein bisschen weniger ist.

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(c) Macmillan Digital Audio

Verlag: Macmillan Digital Audio

Sprecher: John Lee

Ungekürzt, 30 Stunden, 43 Minuten

Deutscher Titel: Sturz der Titanen

Am Vorabend des 1. Weltkrieges. Schauplätze und Charaktere aus Wales, London, Russland, Deutschland und den USA. In Wales der junge Billy Williams, der mit 13 Jahren zum ersten Mal in die Grube einfährt. Seine Schwester Ethel, hochintelligent, Hausmädchen auf dem Anwesen des Earls Fitzherbert, die den Fehler begeht, sich zu verlieben. Ebendieser Earl Fitzherbert und seine Frau, die russische Prinzessin Bea. Fitz‘ Schwester Maud, die für Frauenrechte kämpft. Der junge, deutsche Diplomat Walter von Ulrich, der alles dafür tut, den Krieg zu verhindern. Der junge Amerikaner Gus Dewar, ein Berater von Präsident Wilson. Grigori Peschkow, ein russischer Arbeiter, und sein immer in Scherereien verwickelter Bruder Lew, die unter dem Zarenregime zu leiden haben.

Um diese Charaktere webt Ken Follett seinen genialen Roman, der gleichzeitig eine Geschichtsstunde über den 1. Weltkrieg und über das Ende der Adelsära ist. Dies soll niemanden abschrecken, der sich vor Geschichte graust, das Buch ist höchst unterhaltsam und spannend, mit vielschichtigen, faszinierenden Charakteren, die man schnell liebgewinnt, mit denen man mitleidet oder sich über die man sich aufregt, die einen ob ihres Talents, sich in Schwierigkeiten zu bringen, verzweifeln lassen. Meine Lieblingsfigur: Ethel Williams, bei der man sich recht schnell denken kann, was ihr zu Beginn passieren wird, deren weitere Entwicklung jedoch völlig unvorhersehbar ist.

Ken Follett lässt seine Charaktere auf die Protagonisten des Weltgeschehens treffen, Winston Churchill, Edward Grey, David Lloyd George, Präsident Wilson, Lenin und sogar das britische Königspaar. So werden wir Zeuge dessen, was sich im Vorfeld des 1. Weltkrieges, der Julikrise, dem Krieg selbst und auch danach abgespielt hat. Folletts Interpretation des Krieges ist dabei höchst modern, die Kriegsschuld wird keineswegs nur den Deutschen und Österreichern zugetragen, wie es lange üblich war. Sehr gut finde ich auch Folletts Vorgehensweise, die realen Charaktere Dinge sagen zu lassen, die sie tatsächlich zu einem Zeitpunkt geäußert haben, nur eben in seine Romansituation eingebaut. Das macht das Buch umso überzeugender.

Das Buch ist das beste, was ich bisher von Ken Follett gelesen habe, eine absolute Empfehlung für alle! Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil, den ich mir schon heruntergeladen habe.

Zum Sprecher: John Lee vollbringt hier wirklich eine Meisterleistung. Nicht nur sprechen alle Hauptcharaktere mit dem spezifischen Akzent, der ihrer Herkunft entspricht (vor allem bei den Walisern seeehr nett :-)), er gibt bestimmten Personen auch eine ganz individuelle Note, sogar bei absoluten Nebencharakteren. So lässt er etwa Fitz‘ Anwalt absolut snobbish klingen. Auch das Lesetempo ist absolut angenehm. Für den Sprecher gehen ebenso alle Daumen hoch wie für das Buch selbst!

 

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– Sämtliche Fotos – mit Ausnahme der Coverabbildungen natürlich, die ich wie immer von der Verlagswebsite habe – wurden von mir entweder mit meiner Nikon oder meinem Samsung-Handy gemacht –

Ich hatte Glück – trotz des Bahnstreiks während der Nacht war mein Zug absolutlich pünktlich, sodass ich wie geplant um kurz nach 12 auf der Messe war.

Hallo Frankfurt!

Hallo Frankfurt!

Erst mal den Koffer loswerden und schnell auf der Agora was essen. Denn ich hatte den ersten Termin schon um 13 Uhr: Ken Follett sollte auf dem Blauen Sofa platz nehmen und über den Abschluss seiner Jahrhundert-Trilogie, „Kinder der Freiheit“ berichten. Als ich am Blauen Sofa ankam, wurde dort noch eine Autorin interviewt, die auf der Longlist des Deutschen Buchpreises zu finden war, Marlene Streeruwitz. Ich muss gestehen, dass ich von dem Interview nicht mehr allzu viel mitbekommen habe. Und dass ich, nachdem Denis Scheck in „Best of Druckfrisch“ aus einem ihrer Bücher vorgelesen hat, auch denke, dass das Buch nichts für mich ist. Obwohl es witzigerweise um den Deutschen Buchpreis geht 😉

Marlene Streeruwitz im Interview

Marlene Streeruwitz im Interview

(c) S. Fischer Verlage

Inzwischen war trotz des frühen Zeitpunkts am Buchmessenmittwoch eine ordentliche Menschenmenge erschienen, um Ken Follett zu sehen. Der kam dann auch wie gewohnt in edlem Zwirn und allgemein sehr gepflegtem Äußeren.

 

Ken Follett spricht das Publikum an

Ken Follett spricht das Publikum an

Der Medienprofi wandte sich bei der Beantwortung sämtlicher Fragen an sein Publikum. Was ich sehr interessant fand, war, dass Ken Follett im Gegensatz zu vielen anderen Autoren sich nicht Anfang und Ende seiner Geschichte zuerst überlegt, während der Mittelteil sich beim Schreiben ergibt. Vielmehr plant er das gesamte Buch durch, worauf er ca. 6 Monate aufwendet.

Im Anschluss an das Interview auf dem Blauen Sofa war ein zweites Interview einschließlich Lesung auf der Open Stage der Agora geplant, was ich mir natürlich auch nicht entgehen ließ. Ken Follets Interviewpartnerin war dieses Mal Margarethe von Schwarzkopf, die das Interview um ehrlich zu sein interessanter gestaltete als ihre Vorgängerin.

Ken Follett und Margarethe von Schwarzkopf

Ken Follett und Margarethe von Schwarzkopf

Unter anderem ging es um Folletts Recherchearbeit. Dabei greift er größtenteils auf Bücher zurück, aber auch auf Filme, Interviews mit Zeitzeugen und Karten. Seinen Entwurf zeigt er dann Experten, die sicherstellen, dass keine Fehler enthalten sind. Spannend auch die Frage, ob seine eigene Familiengeschichte die Jahrhunderttrilogie beeinflusst hat. Und tatsächlich: Der Großvater des walisischen Schrifststellers wurde ebenso wie ein Charakter aus „Sturz der Titanen“ bereits mit 14 Jahren Bergmann. Ken Follett las mit geübter Stimme eine Passage aus „Kinder der Freiheit“ vor, die beim Publikum sehr gut ankam, auch weil sie sehr lustig war. Die Jahrhundert-Saga habe ich selbst noch nicht gelesen, das will ich aber bald nachholen, eventuell sogar in Hörbuchform. Zum Schluss verkündete der sympathische Autor noch, dass er am selben Abend noch mit seiner Band in einem Club in Frankfurt spielen würde – er spielt Bass, sein Sohn Lead-Gitarre.

(c) Bastei Lübbe

Außerdem gibt es noch eine gute Nachricht für Fans von „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“: Es wird einen dritten Kingsbridge-Roman geben, der im 16. Jahrhundert spielt und sich mit Spionage befasst! 🙂

Anschließend signierte Ken Follett im Signierzelt und der Andrang war bei einem so beliebten und berühmten Schriftsteller natürlich entsprechend groß.

Auch mir hat Ken Follett ein Buch signiert, Meine alte Taschenbuchausgabe von „Die Säulen der Erde“. Als ich mich für die alte Ausgabe entschuldigte, meinte er, das mache gar nichts. „It looks well loved.“ 🙂

 

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Ken Folletts Unterschrift

 

Als Nächstes zog es mich zum Gastland dieses Jahres in den Finnland-Pavillion. Erst einmal gönnte ich mir im finnischen Restaurant ein finnisches Bierchen zu finnischen 4,50 Euro.

Finnisches Bierchen mit deutschem Glas

Finnisches Bierchen mit deutschem Glas

Den Finnland-Pavillion selbst fand ich gelungen gestaltet, ganz nach dem Motto „Finnland – Cool“

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Im Finnland-Pavillion

Ich wollte zur Lesung der schwedisch-finnischen Autorin Ulla-Lena Lundberg. Neben Ihren Romanen, darunter „Eis“, hat sie auch Sachbücher geschrieben. Interviewt wurde sie interessanterweise von ihrem deutschen Übersetzer, Karl-Ludwig Wetzig.

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Ulla-Lena Lundberg im Gespräch mit Karl-Ludwig Wetzig

Ulla-Lena Lundberg im Gespräch mit Karl-Ludwig Wetzig

„Eis“ spielt Mitte des vergangenen Jahrhunderts auf den Örar-Inseln, wo die Autorin auch aufgewachsen ist. Es geht um ein Pfarrersehepaar, das neu auf die Insel zieht. Karl-Ludwig Wetzig äußerte unter anderem, dass viele Rezensenten zwar einräumen, dass in dem Buch eigentlich gar nicht so viel passiere, gleichzeitig aber betonen, dass die Schönheit der Sprache und die Schilderungen des einfachen Lebens und der Landschaft wunderbar seien. Gegen Ende des Romans gibt es dann wohl aber auch dramatischere Ereignisse. Das hörte sich ganz nach einem Buch für mich an, weshalb ich es natürlich gekauft und von der Autorin habe signieren lassen 🙂

(c) mare Verlag. Was für ein hübscher Einband!

Ich verließ den Finnland-Pavillion anschließend, um einen ersten Blick auf Halle 3 zu werfen und anschließend zu meiner Schwester zu fahren. Am Zugang zu 3.1 traf ich auf eine Menschenmenge, die vor allem aus Fotografen und Security-Personal bestand. Offenbar sollte Helmut Kohl in wenigen Minuten eintreffen. Und tatsächlich kam dann der Fahrstuhl und Helmut Kohl wurde mit dem Rollstuhl in die Halle gefahren. Da sich die Fotografen gleich auf ihn stürzten, hatte ich natürlich keine Chance auf ein Foto. Aber ich bin auch ehrlich gesagt kein Fan des Altkanzlers.

In diesem Pulk befindet sich Helmut Kohl...

In diesem Pulk befindet sich Helmut Kohl…

Als ich am Stand der FAZ vorbeilief, wurde dort gerade ein Autor interviewt, von dem ich noch nichts kenne, da sein Genre so gar nicht meins ist: Wolf Haas.

Wolf Haas

Wolf Haas

Aber ich muss zugeben, ich liebe einen schönen österreichischen Akzent und bin stehen geblieben. Er las dann auch noch eine Stelle aus dem neuesten Roman, „Brennerova“ vor. Das war so lustig und sympathisch – der Autor ist wohl vor allem für lustige Wortkreationen wie „Frauentränenumfaller“ bekannt, die man dann direkt googeln kann – dass ich mir das Buch eventuell besorgen werde, auch wenn es zu einer Krimireihe gehört. Ich habe mir bei Hoffmann und Campe eine CD mit einer Hörprobe geholt, der Autor liest selbst. Falls das Hörbuch bei Audible verfügbar sein sollte, werde ich es mir eventuell herunterladen.

(c) Hoffman & Campe

 

Ich kam dann noch am Stand von Droemer-Knaur vorbei, wo „Manduchai“ von Tanja Kinkel eifrig beworben wurde.

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Nun war aber der erste Messetag endgültig für mich beendet und es ging mit der S-Bahn zu meiner Schwester.

Ach ja, hier noch meine Erständnisse des ersten Tages. Ja, ich bin Mumins-Fan! 🙂 (Wer ist das nicht?)

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