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(c) der Hörverlag

Sprecherin: Tanja Fornaro

Dauer: 13 h 51 min

Die Berliner Streifenpolizistin Sanela Beara wird zu einem Tatort in den Tierpark gerufen. Ein Mann ist dort auf grausame Weise zu Tode gekommen. Die vermeintliche Täterin ist schnell gefasst, Charlotte Rubin, genannt Charlie, die als Rattenzüchterin im Tierpark arbeitet und auch dort wohnt. Doch die Kinder, die die Leiche des Mannes gefunden haben, haben einen seltsamen Clown am Tatort beobachtet, was nicht in den Tathergang und zum Geständnis von Charlie passt. Sanela glaubt an einen Mittäter und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln.

Ihr wisst, wie schwer ich mich mit Krimis tue, und dieser hier war ein weiterer Versuch, mich mit dem Genre anzufreunden. Ich hatte mir eine Geschichte erhofft, die aus der Masse hervorsticht. Leider wurde ich erneut enttäuscht. Zwar entwickelt Herrmann ihre Charaktere sorgfältig, gibt ihnen einen Hintergrund und eine Geschichte, die Krimihandlung ist jedoch 08/15. Die Art, wie das Opfer zu Tode gekommen ist, ist besonders grausam und es bleibt über weite Teile des Buches offen, wer der Mit- oder auch Haupttäter nun ist, trotzdem kommt lange keine rechte Spannung auf. Das liegt auch daran, dass Herrmann lange keine richtigen Hinweise auf seine Identität gibt, klar ist nur, dass er aus dem Herkunftsdorf von Charlie, Wendisch Bruch, kommen muss. So kann der Leser über weite Strecken gar nicht miträtseln oder eigene Theorien entwickeln. Zwischenzeitlich bietet Elisabeth Herrmann eine psychologische interessante Tätermöglichkeit, die jedoch zugunsten einer weitaus weniger originellen, für meine Begriffe sogar langweiligen Lösung aufgegeben wird. Vielleicht, um den Leser zu überraschen (was nicht gelingt). Am Rande gibt es auch die unvermeidliche Liebesgeschichte, die leider hier besonders kitschig ausfällt, meine Augen sind zeitweise kaum aus dem Rollen herausgekommen. Einige Aspekte des Romans sind außerdem schlicht unglaubwürdig, etwa die Art und Weise, wie Sanela Beara sich über ihre Vorgesetzten hinwegsetzt. Der finale Showdown ist schließlich in meinen Augen völlig missraten, viel zu lang, viel zu klischeehaft und für kleine Krimihasserinnen wie mich einfach langweilig.

Den zweiten Stern gibt’s für die ansatzweise gut entwickelten Charaktere und das interessante aufgegebene Motiv, das zwischenzeitlich für Spannung sorgt. Ansonsten ist das Buch bei mir leider völlig durchgefallen.

Zum Hörbuch: Tanja Fornaro gibt sich Mühe und liest das Buch mit viel Ausdruck, was dieses jedoch nicht retten kann.

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(c) Hodder

Deutscher Titel: Grabesgrün

Ein Wald nahe einer Wohnsiedlung im Umland von Dublin in den 80er Jahren. Jamie, Peter und Adam sind dicke Freunde und verbringen in diesem heißen Sommer viel Zeit im Wald. Doch eines Tages kommt nur Adam aus dem Wald zurück, mit blutgetränkten Schuhen, Kratzspuren auf dem Rücken und ohne jede Erinnerung an das, was passiert ist. Jamie und Peter werden nie gefunden.

Zwanzig Jahre später nennt sich Adam nicht mehr Adam, sondern Rob, und er ist Mitglied der Dubliner Mordkommission. Als am alten Tatort die Leiche eines 12-jährigen Mädchens gefunden wird, will der Zufall, dass der Fall ihm und seiner Partnerin Cassie zugewiesen wird, die als einzige von Robs Vorgeschichte weiß. Hat der alte Fall etwas mit dem neuen zu tun? Wird Rob mit der Ermittlung klarkommen, an der als Befangener eigentlich gar nicht teilnehmen dürfte? Und was stimmt in der Familie des Mordopfers nicht?

Tana Frenchs Erstling liest sich nicht wie die meisten anderen Krimis. Sonst hätte er mir wahrscheinlich nicht gefallen, es ist ja kein Geheimnis, dass ich mit den meisten Krimis nichts anfangen kann. Doch hier haben die Charaktere eine solche Tiefe, dass das Buch eben viel mehr ist als ein Krimi. Selbst das Mordopfer wird so liebevoll beschrieben, dass man das Gefühl hat, sie zu kennen, und richtig traurig ist über ihren Tod. In den meisten Krimis bleibt das Mordopfer ja relativ anonym, weshalb es mich meistens auch nicht sonderlich interessiert, wer nun der Mörder war… Neben der Aufklärung des aktuellen Mordes geht es hauptsächlich um Robs Entwicklung, sein Trauma, seine Versuche, sich zu erinnern und mit der Vergangenheit abzuschließen. Ob ihm das gelingt, möchte ich hier nicht vorwegnehmen.

Was den Mordfall angeht, hatte ich etwa ab der Hälfte des Buches einen Verdacht, der sich teilweise bestätigt hat. Ich habe die Geschichte deshalb allerdings nicht als vorhersehbar empfunden, ich fand die Auflösung sehr gelungen und sehr interessant (hab hinterher mal wieder Wikipedia gewälzt).

Ein anderer Aspekt, der das Buch so herausstechen lässt aus der Fülle der Krimis, ist Tana Frenchs wunderbare, anspruchsvolle Sprache, es war wirklich ein Vergnügen, dieses Englisch zu lesen.

Ich kann es kaum erwarten, die Nachfolgebände zu lesen! Der Hauptermittler ist übrigens in jedem Buch ein anderer und wird im Vorgängerband nur als Nebenfigur eingeführt, was ich auch sehr erfrischend finde.

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(c) List Verlag

Verlag: List

Ich bin richtig froh, dass ich dieses Buch von Tinkerfairy anlässlich des Welttages des Buches 2012 geschenkt bekommen habe. Denn Krimis sind eigentlich nicht so mein Ding, und ich wäre wahrscheinlich nicht von selbst auf die Idee gekommen, dieses Buch zu lesen.

Tobias Sartorius hat zehn Jahre lang wegen Mordes an zwei Mädchen im Gefängnis gesessen. Nun wird er entlassen und kehrt in sein Heimatdorf zurück. Dort wird er gleich von beinahe sämtlichen Bewohnern angefeindet – den Mädchenmörder will man in Altenhain nicht mehr haben. Tobias selbst kann sich an die Geschehnisse jener Nacht vor 11 Jahren nicht erinnern und weiß selbst nicht, ob er die beiden Mädchen wirklich getötet hat. Dann wird Tobias‘ Mutter Opfer einer Gewalttat – und ein weiteres Mädchen verschwindet. Steckt wieder Tobias dahinter?

Bodenstein und Kirchhoff ermitteln… Dieser Krimi hat mir ausnehmend gut gefallen. Das was ich bei Kriminalromanen so häufig vermisse – den Tiefgang bei den Charakteren – ist hier sehr gut ausgearbeitet. Nicht nur die beiden Ermittler sind sympathische Figuren mit privaten Sorgen, die auch geschildert werden, auch viele Nebencharaktere sind sehr interessant – teilweise sympathisch, teilweise nicht. Allen voran fand ich Amelie ganz wunderbar, eine tolle Figur. Ansonsten möchte ich gar keinen Charakter herausstellen, da ich sie wirklich großteils sehr interessant fand. Auch die Story bietet einiges an Tiefgang, man beginnt beim Lesen, den oder die zu verdächtigen, aber das tatsächliche Ende ist dann überaus komplex und zu Beginn absolut nicht abzusehen. Sprachlich durchaus anspruchsvoll, liest sich das Buch doch sehr flüssig, ich hatte es für meine Verhältnisse wirklich sehr schnell gelesen.
Zusammengefasst: ein sehr würdiger Repräsentant seines Genres. Ich werde jetzt sicher auch noch die anderen Bücher von Nele Neuhaus lesen.

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