Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘tanja kinkel’

(c) Droemer

Angesichts der gestrigen Ereignisse fällt es mir nicht leicht, heute diese Rezension zu schreiben. Ich habe Bedenken, ob ich die richtigen Worte finde. Doch ich hatte die Rezension für den heutigen Tag geplant und das Buch ist leider seid gestern noch relevanter für die aktuelle Weltsituation geworden.

Deutschland, 1998. Nach der Selbstauflösung der Rote Armee Fraktion (RAF) wird die Terroristin Martina Müller begnadigt. Ihre Tochter, die lange keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter hatte, steht nun vor einer schwierigen Aufgabe: Sie soll ihre entfremdete Mutter, deren Taten für sie selbst unbegreiflich sind, bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft unterstützen. Auch die Hinterbliebenen der Opfer eines Anschlags, an dem Martina beteiligt war, erfahren von der bevorstehenden Entlassung. Wie werden die Beteiligten damit umgehen? Wie wird Martina sich verhalten? Und ist eine Annäherung an eine Mutter möglich, die zur Mörderin wurde?

Als Zweijährige habe ich den Deutschen Herbst natürlich nicht bewusst erlebt, doch ich kann mich gut an die allgegenwärtigen Fahndungsplakate in den Ladengeschäften meiner Kindheit erinnern. Es ist mir heute ein Rätsel, wieso ich mich später so wenig mit dem Thema RAF befasst habe und warum auch nach meiner Erinnerung das Thema auch im Schulunterricht nicht sehr ausgiebig behandelt wurde. Die RAF war eine der ersten Erscheinungsformen dieser neuen Art der Kriegsführung, des Terrorismus. (Tanja Kinkel hat es wie immer geschafft, dass ich schon während der Lektüre Wikipedia gewälzt habe, und auch „Der Baader-Meinhoff-Komplex“ von Stefan Aust habe ich schon bestellt.)

Tanja Kinkels Roman wechselt zwischen zwei Zeitebenen: erstens der Zeit, als Martina als Jugendliche erste Erfahrungen mit der Staatsgewalt machte, als Studentin in Kontakt mit Widerständlern und späteren RAF-Terroristen kam und schließlich selbst zur Terroristin wurde. Zweitens mit dem Zeitpunkt ihrer Entlassung aus der Haft.

Martina ist eine idealistische Jugendliche, die zufällig bei einer Klassenfahrt Zeugin der Demonstration anlässlich des Staatsbesuchs des persischen Schahs wird, bei der der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen wurde. Der Vorfall schlägt sich entscheidend auf ihr Weltbild nieder. Tanja Kinkel schildert eindringlich, wie weitere Ereignisse, die Durchsetzung der bundesrepublikanischen Justiz mit Altnazionalsozialisten und die Haftbedingungen für die gefassten RAF-Mitglieder Martina immer mehr zur RAF treiben, zunächst nur als Sympathisantin, schließlich als aktive Terroristin. Ihre beste Freundin Renate hingegen besteht auf Gewaltlosigkeit und wird später Mitglied der Grünen. Die Sorge um ihre Tochter, die Martina nach einem One-Night-Stand als junge Studentin bekommen hat, verzögert die Entwicklung zur Terroristin, kann sie jedoch nicht verhindern. Konfrontiert mit der Frage, ob sie weiterhin Teil des vermeintlichen „Problems“ oder Teil der vermeintlichen „Lösung“ sein will, trifft sie ihre Entscheidung. Die Denkweise der Terroristen, die Martina nun übernimmt, ist gekennzeichnet von der Entmenschlichung ihrer Opfer, diese sind keine Menschen, sondern „Schweine“, die die Missstände des Staates in Kauf nehmen und das System unterstützen.

Die zweite Zeitebene ist einerseits geprägt durch den Mutter-Tochter-Konflikt, andererseits durch die schwierige Situation, in die Martinas Entlassung die Hinterbliebenen der Opfer bringt. Dabei steht auch die Frage im Raum, ob Personenschützer Steffen, der den Anschlag überlebt hatte, durch seine Verletzungen jedoch keine Erinnerung daran hat, der RAF möglicherweise einen Tipp gegeben hat, denn es ist nicht zu erklären, wie die Terroristen von der Änderung der geplanten Fahrtroute erfahren haben. Diese Möglichkeit quält Steffen seitdem.

Schließlich kommt es zum Aufeinandertreffen von Martina mit dem Sohn eines der Opfer, das anders verläuft, als dieser es erwartet hatte. Auch die Frage nach dem vermeintlichen Tippgeber wird geklärt.

Tanja Kinkel erzählt in gewohnt gut lesbarer Sprache die Geschichte einer fiktiven RAF-Terroristin und zeigt uns an ihrem Beispiel, wie ein idealistischer Mensch zum Terroristen werden kann. Deutlich werden dabei vor allem zwei Dinge:

  • Eine „Vergebung“ durch die Gesellschaft ist nicht möglich, nur eine Begnadigung. Nur die Hinterbliebenen der Opfer können vergeben, aber dies kann nicht von ihnen erwartet werden.
  • Es gibt keine Rechtfertigungen für Terrorismus, nur Erklärungen.
    Gewalt und Terror sind nie die Lösung!

Ich empfehle „Schlaf der Vernunft“ allen, jedoch insbesondere als Einstieg in das Thema RAF für diejenigen, die sich bisher nicht viel damit befasst haben.

Advertisements

Read Full Post »

Vorbemerkung: Die Bilder sind mit Ausnahme der Cover meine eigenen. Durch Klicken auf die Buchcover gelangt ihr zur jeweiligen Verlagsseite.

Ich kann vorwegnehmen, dass der Freitag mein Highlight-Tag der Buchmesse war 🙂

Zuerst schaute ich mir ein wenig Halle 3.1 an, begab mich aber schon mal in die Nähe des Droemer-Knaur-Standes, wo um 11 Uhr Tanja Kinkel im Gespräch mit Margarete von Schwarzkopf ihr neues Buch „Schlaf der Vernunft“ vorstellen sollte.

„Schlaf der Vernunft“ ist der zweite Gegenwartsroman der Autorin und beschäftigt sich mit der Frage, wie eine junge Frau durch die RAF radikalisiert und zur Mörderin werden konnte und wie ihre Tochter damit umgehen kann. Tanja Kinkel wurde in ihrer Kindheit mit dem Thema RAF konfrontiert, denn ein Freund ihres Vaters war Staatssekretär des Justizministeriums und konnte ohne Personenschutz nicht einmal ihre Familie besuchen. Sie erzählte einiges über ihre Recherchen und die Hintergründe, die Funktion des historischen Romans, die Aufarbeitung der Geschichte und konnte mir das Buch so richtig schmackhaft machen. Terrorismus ist ja leider in unserer Gegenwart wieder ein wichtiges Thema.

DSC_0543 (640x428)

Tanja Kinkel im Gespräch mit Margarete von Schwarzkopf

Zu meiner Freude konnte ich das Buch dann auch gleich kaufen, obwohl es erst am 2. November erscheint. Natürlich habe ich es auch signieren lassen 🙂

Tanja Kinkel

Tanja Kinkel

(c) Droemer

20151019_165936 (640x569)

Im Anschluss ging es zum Stand des Spiegel, wo Klaus von Dohnanyi über das Buch „Mir hat Gott keinen Panzer ums Herz gegeben“: Briefe aus Militärgefängnis und Gestapohaft 1943-1945″ berichten sollte. Die Texte stammen von Dohnanyis Vater Hans von Dohnanyi, der als Widerstandskämpfer im KZ Sachsenhausen ermordet wurde. Klaus von Dohnanyi erklärte unter anderem, warum er so lange mit der Veröffentlichung dieser Briefe gewartet habe. Sein Vater sei nämlich in diesen Briefen gar nicht so sehr in seiner Eigenschaft als Widerstandskämpfer zu erkennen. Das liegt natürlich daran, dass die Briefe zensiert wurden. Dennoch sind sie mit Sicherheit ein wichtiges Zeitzeugnis eines Mannes, der für uns heute ein Held ist. Ich sage „für uns heute“, denn von Dohnanyi erzählte auch, dass dies in der Nachkriegszeit und darüber hinaus gar nicht so selbstverständlich war, sein Vater sei von vielen als Verräter angesehen worden. Das ist aus heutiger Sicht natürlich empörend. Hierdurch wird einem wieder mal bewusst, wie lange der Nationalsozialismus noch in der Gesellschaft nachwirkte, was nun wiederum einen Zusammenhang zu Tanja Kinkels Buch herstellt, denn die mangelnde Aufarbeitung der Nazizeit war natürlich ein Thema der 68er-Generation.

Klaus von Dohnanyi im Gespräch mit Martin Doerry

Klaus von Dohnanyi im Gespräch mit Martin Doerry

(c) Deutsche Verlagsanstalt

Zum Abschluss des Gesprächs stellte Martin Doerry noch das von ihm und Spiegel-Kollegin Susanne Beyer herausgegebene Buch „“Mich hat Auschwitz nie verlassen“: Überlebende des Konzentrationslagers berichten„“ vor, dessen Titel selbsterklärend ist. Ich finde es sehr wichtig, dass die Erinnerungen der letzten noch lebenden Überlebenden in Buchform festgehalten werden, denn bald wird es keine lebenden Zeitzeugen mehr geben.

(c) Deutsche Verlagsanstalt

Ich ging nun zuerst etwas essen und dann zum Stand von Carlsen, wo Wolf-Rüdiger Marunde, mein Lieblingscartoonist, signierte. Ich konnte dort auch sein neuestes Buch kaufen. Die Schlange war nicht lange, aber es dauerte trotzdem, denn Marunde nahm sich richtig viel Zeit für die einzelnen Fans, was ich ganz klasse fand. Und auch ich habe meine eigene Marunde-Zeichnung bekommen! 🙂

Wolf-Rüdiger Marunde beim Signieren

Wolf-Rüdiger Marunde beim Signieren

20151019_170201 (480x640)

(c) Carlsen/Wolf-Rüdiger Marunde

Als Nächstes machte ich mich auf Richtung Halle 4.1., wo im Orbanism Space zwei Bloggertreffen nacheinander stattfinden sollten. Dort hatte ich mich mit Ulrike von Literatur im Internet verabredet, die im Übrigen ein sehr interessantes Interview mit Norman Ohler, dem Autor des Sachbuchs „Der totale Rausch“, geführt hatte. In dem Buch geht es um das unglaubliche Ausmaß des Drogenkonsums unter Hitler und durch Hitler selbst. Das Buch klingt sehr spannend und ist prompt auf meiner Wunschliste gelandet. Ulrikes Interview findet ihr hier. Es war richtig klasse, mal die Person hinter dem Blog kennenzulernen 🙂 Auch andere bekannte Gesichter habe ich gesehen, z. B. die Tintenelfe. Ich könnte mich im Nachhinein in den Allerwertesten beißen, dass ich meine Schüchternheit nicht besser überwunden und nicht mehr Leute angesprochen habe… Ich hoffe auf nächstes Jahr 😉 Während das erste Treffen von der Bloggerin Simone Dalbert mitorganisiert wurde, wurde das zweite Bloggertreffen von Suhrkamp, Hanser und S. Fischer ausgerichtet. Vertreter der Verlage diskutierten über Literaturblogs. Ich muss gestehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt mein Nachmittagstief hatte und der recht theoretischen Diskussion nicht mehr ganz folgen konnte, deshalb bin ich nicht bis zum Ende geblieben. Ich freue mich aber riesig, dass so viele zu beiden Treffen gekommen sind und dass Bücherblogs inzwischen ernster genommen werden.

Treffen der Literaturblogger im Organism Space

Treffen der Literaturblogger im Organism Space

Zum Abschluss des Tages wollte ich mir endlich den Indonesien-Pavillon genauer ansehen, außerdem sollte dort um 17 Uhr eine Happy Hour stattfinden. Ich fand die Gestaltung des Ehrengast-Pavillons einfach wunderschön, es war zwar wie im Vorjahr etwas dunkel, doch sehr atmosphärisch.

Im Indonesien-Pavillion

Im Indonesien-Pavillon

Auf dem Büchertisch vor dem Pavillon entdeckte ich dann gleich das Buch, das ich mir als „Ehrengastbuch“ ausgesucht hatte, „Die Regenbogentruppe“ von Andrea Hirata. In dem Buch geht es um die Dorfjugend auf einer kleinen Insel und ihre ideologische Lehrerin. Ich hab also gleich zugeschlagen.

(c) Fischer

Anhand von Körben mit Figuren des indonesischen Schattenspiels und Bamus-Schlaginstrumenten konnte der Besucher sich diese Aspekte der indonesischen Kultur veranschaulichen.

Figuren des traditionellen Schattenspiels

Figuren des traditionellen Schattenspiels

Bambusinstrumente

Bambusinstrumente

Außerdem hatte der Ehrengast schmale Tische mit allerlei Gewürzen der indonesischen Küche aufgestellt, an denen man schnuppern konnte.

Gewürze!

Gewürze!

Zum Schnuppern! (nur nicht am Sternanis, igitt!)

Zum Schnuppern! (nur nicht am Sternanis, igitt!)

Schließlich trat noch eine indonesische Musikgruppe auf, die auf traditionellen Musikinstrumenten spielte, was mir so gut gefiel, dass ich mir gleich die CD gekauft habe. Nun begann auch die Happy Hour und ich traf mich mit Anette, Julia und Ina von Katze mit Buch. Nachdem die drei weitermussten zur Verleihung des Jugendbuchpreises ließ ich mir noch ein Glas Wein einschenken und blieb bis zum Ende der Musikaufführung. Das war ein perfekter Abschluss für einen rundum gelungenen Tag auf der Buchmesse!

Happy Hour im Indonesien-Pavillion

Happy Hour im Indonesien-Pavillon

Musikgruppe Talago Buni

Musikgruppe Talago Buni

Read Full Post »

Zuerst noch einmal der Hinweis: Alle Fotos wurden von mir aufgenommen, Coverabbildungen stammen wie immer von der Verlagswebsite und sind mit dieser verlinkt.

Am Buchmessensamstag freute ich mich ganz besonders auf eine meiner Lieblingsautorinnen – Tanja Kinkel. Wie schon im letzten Jahr sollte Margarete von Schwarzkopf ein Interview mit ihr am Droemer-Knaur-Stand führen.

Ich begab mich natürlich frühzeitig zum Stand, da ich einen Sitzplatz ergattern wollte. Es fand noch ein anderes Interview mit dem Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr statt. Als Krimimeistensverweigererin waren mir die beiden nicht bekannt, anderen offenbar jedoch schon, denn der Andrang war groß. Nach Ende dieses Interviews hatte ich jedoch keine Probleme, mir den gewünschten Sitzplatz zu erobern.

Auf dem Ankündigungsbildschirm wurde Malala Yousafzai gratuliert, die am Vortag gemeinsam mit Kaylash Satyarthi mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, eine Wahl, über die auch ich mich sehr gefreut hat. Eine bemerkenswerte junge Frau, die sicherlich noch viel bewegen wird.

DSC_0374 (640x428)

(c) Droemer-Knaur

 

Dr. Tanja Kinkel betrat den Stand in einem genauso hübschen Kleid wie letztes Jahr. Das Interview befasste sich natürlich mit ihrem neuen Bestseller „Manduchai“, den ich euch wärmstens ans Herz legen kann (hier meine Rezension). Tanja Kinkel erzählte unter anderem von ihrer Recherchearbeit, zu der auch eine mehrwöchige Reise in die Mongolei gehörte. Auf ihrem Facebook-Profil findet ihr unter „Fotos –> Alben“ auch ein paar Alben mit tollen Fotos von dieser Reise. Tanja Kinkel nannte auch Beispiele für Erfahrungen von dieser Reise, die direkt in das Buch eingeflossen sind, so etwa, dass die mongolischen Nomaden kleinen Kindern häufig Glöckchen in die Kleider einnähen, um sie vor Geiern zu schützen, ein wirklich schönes Detail.

Leider verriet die Autorin noch nicht, was das Thema ihres nächsten Buchs sein wird. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt! 🙂

Tanja Kinkel und Margarete von Schwarzkopf

Tanja Kinkel und Margarete von Schwarzkopf

(c) Droemer-Knaur

Natürlich wollte ich „Manduchai“ auch signieren lassen, dazu mussten wir an eine andere Stelle des Stands. Es gab eine echte Autogrammschlacht 😉

Meine Tanja-Kinkel-Autogrammausbeute

Meine Tanja-Kinkel-Autogrammausbeute

Anschließend traf ich mich auf der Agora mit Kathrin und Anna-Lisa, die am Samstagmorgen zur Buchmesse angereist waren, zum Essen. Wir holten uns etwas am asiatischen Stand, mein vegetarisches Nudelgericht war recht lecker, das von Kathrin und Anna-Lisa leider nicht. Nach dem Essen trennten wir uns wieder, da ich in Halle 4.1 auch bei dem zweiten Termin von Tanja Kinkel bei Dotbooks, ihrem E-Book-Verlag, dabei sein wollte, bei dem als nette Zugabe auch ein Glas Prosecco gab 🙂 Bei diesem Interview ging es natürlich um die Bücher von Tanja Kinkel, die bisher bei Dotbooks erschienen sind oder demnächst erscheinen, darunter mein Lieblingsbuch von ihr, „Die Söhne der Wölfin„. Im Rahmen ihrer Unterstützung des E-Book-Verlags hat Tanja Kinkel auch ein Genre wiederbelebt, das heute kaum noch eine Rolle spielt: das der Novelle. Drei Novellen von ihr sind bisher bei Dotbooks erschienen, „Der Meister von Caravaggio“, „Reise für Zwei“ und „Feueratem“, was zugleich das erste Fantasy-Werk der Autorin ist. Ich finde das sehr interessant und werde diese Werke natürlich auch lesen, das erste hab ich bereits auf meinem E-Reader.

Am Stand von Dotbooks gab es auch hübsche Postkarten und ich nutzte die Gelegenheit, mir eine „Söhne der Wölfin“-Postkarte signieren zu lassen 🙂

Tanja Kinkel bei Dotbooks

Tanja Kinkel bei Dotbooks

Nach diesem Termin wollte ich mir das Bloggertreffen von Lovelybooks anschauen, doch das sah leider nicht besonders interessant aus, es schien nur aus einer langen Schlange von Bloggern zu bestehen, die für irgendwelche Giveaways anstanden. Nö, danke. Ein paar Stände weiter im Paschen Literatursalon sollte jedoch eine Lesung mit der amerikanischen Autorin Libba Bray stattfinden, deren neues Buch „Diviners“ mich wirklich interessiert. Ich hatte diesen Termin gar nicht auf dem Plan, nutzte aber die Gelgenheit, da noch ein Sitzplatz in der ersten Reihe frei war. Ich war zu diesem Zeitpunkt zugegebenermaßen schon so müde, dass ich mich gar nicht richtig auf die Lesung konzentrieren konnte, Libba Bray war im Interview jedoch sehr sympathisch und ich möchte das Buch auf jeden Fall lesen. Ich überlegte, ob ich das Buch kaufen und signieren lassen soll, entschied aber, dass ich es doch lieber im Original lesen möchte.

Libba Bray im Gespräch

Libba Bray im Gespräch

(c) dtv

Da ich sehr müde war und keine wichtigen Termine mehr auf dem Plan hatte, fuhr ich anschließend gleich zurück zu meiner Schwester, um mich ein bisschen hinzulegen und mich für den letzten Tag der Buchmesse auszuruhen.

Read Full Post »

(c) Droemer

Manduchai wird 1448 in der Mongolei als Tochter eines einflussreichen, aber besonnenen Mannes geboren. So wird ihr Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein schon in die Wiege gelegt. Ihre engste Bezugsperson ist neben ihren Eltern der chinesische Eunuch Ma Jing, der von ihrem Vater in einer Schlacht gefangen genommen, verschont und mit der Betreuung seiner Tochter beauftragt wurde. Wie alle Mongolinnen lernt Manduchai auch den Umgang mit Waffen. Schon als Kind gelangt sie einmal in die Verbotene Stadt, wo die Erzieherin des Kaisersohnes Wan alles versucht, um dafür zu sorgen, dass ihr Schützling und nicht der Sohn des Thronrivalen der nächste Kaiser wird. Als Manduchai 16 ist, wird sie mit dem Khan verheiratet. Dieser ist jedoch einigermaßen machtlos und Manduchai muss bald feststellen, dass mit ihm kaum eine Chance besteht, die Mongolen erneut wie unter Dschingis zu einen. Wird sie ihren Einfluss trotzdem geltend machen können? Wird es wieder Krieg mit den Chinesen geben und kann Manduchai Ma Jing wirklich trauen?

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, da mich das Thema sehr interessiert, auch wenn bei einem historischen Roman, der in einer uns so fremden Kultur angesiedelt ist, immer die Gefahr besteht, dass man nicht recht in das Geschehen abtauchen kann. Doch Tanja Kinkel gelingt es mühelos, den Leser in die mongolische Steppe und die Verbotene Stadt hineinzuversetzen – ich war von Anfang an gefesselt.

Die beiden Protagonistinnen, Manduchai und die kaiserliche Erzieherin und spätere Konkubine Wan, haben viele Gemeinsamkeiten, ganz abgesehen davon, dass sie beide starke Frauenfiguren sind.

Es gibt eine Diskussion darüber, ob Manduchai machtbesessen oder selbstlos ist. Ich würde sie nicht mit den Worten „machtbesessen“ oder „machthungrig“ beschreiben, sie ist vielmehr ein „natural leader“, eine geborene Anführerin, die sich dessen absolut bewusst ist und es als ihre Pflicht sieht, ihr Volk zu einen. Und ja, dabei ist sie selbstlos, in einem Maße, wie ich es denke ich nicht sein könnte, und von ihrem Vater hat sie gelernt, besonnen zu handeln. Daher ist sie auch eine sympathische Hauptfigur, ja, sie will die Macht, aber aus den richtigen Motiven.

Wan wiederum ist für mich mehr eine „Überlebende“, sie sichert die Zukunft ihres Schützlings und damit ihre eigene, wodurch auch sie in eine Machtposition katapultiert wird, die sie dann freilich auch nicht mehr hergeben möchte.

Es gibt weitere Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Frauen, die sich aber erst im Laufe des Romans erschließen, sodass ich nicht vorweggreifen möchte.

Kaum hatte ich das Buch beendet, war ich auch schon bei Wikipedia. Ich habe es schon einmal gesagt, ich halte es für eine Auszeichnung für eine Autorin historischer Romane, wenn der Leser nach der Lektüre gleich weiterrecherchieren möchte. Das ist hier definitiv so, Tanja Kinkel hat wieder einmal einen unterhaltsamen, aber kitsch- und klischeefreien historischen Roman vorgelegt, den ich wärmstens weiterempfehlen kann.

Read Full Post »

(c) Droemer Knaur

Rom, um Christi Geburt. Die Tage der alten Republik sind vorbei, Augustus ist der Alleinherrscher. Die junge, kleinwüchsige Tertia wird von Ihren Eltern in die Sklaverei verkauft. Das ist ihr gar nicht einmal so unrecht, denn sie sieht dies als einzigen Weg, dem Elend der zwar freien, aber völlig mittelosen Bauern zu entkommen. In der Hauptstadt wird sie zunächst an einen Freigelassenen verkauft, der sie in einer Gauklertruppe einsetzt. Doch es dauert nicht lange und Tertia, die sich nun Andromeda nennt, erregt die Aufmerksamkeit von Julilla, der Enkelin von Augustus…

Tanja Kinkel entführt uns in diesem historischen Roman in ein Zeitalter, das, wie ihr wisst, zu meinen Favoriten zählt – in die beginnende Kaiserzeit. Mir ist aufgefallen, dass das Buch auf den gängigen Portalen etwas schlechter bewertet wird als die anderen Bücher von Tanja Kinkel. Ich glaube, ich weiß auch, woran das liegt: Die Handlung spielt sich größtenteils auf der Gesprächs- und Gedankenebene ab. Wer also temporeiche Action erwartet, ist bei diesem Buch falsch. Allerdings muss man feststellen, dass das Thema etwas anderes auch gar nicht zulässt – und dass es auch Leser wie mich gibt, die das gar nicht brauchen oder möchten. Der Roman ist mehr ein Kammerspiel und hat mich durchaus öfter an die BBC-Serie „I, Claudius“ denken lassen, obwohl diese natürlich aus einer komplett unterschiedlichen Perspektive erzählt wird. Die Geschichte der Julier – Augustus‘ Familie – ist ein Gespinst von Intrigen und Verrat. Tanja Kinkel hat sich die Ereignisse um Augustus‘ Enkelin Julilla herausgegriffen und erzählt sie uns aus der Perspektive ihrer kleinwüchsigen Sklavin Andromeda, einer ungewöhnlichen, aber sehr gewitzten Protagonistin, die schnell erkennt, welche Gefahr die politische Situation um Julilla, ihre Mutter Julia und ihren Bruder Postumus (die beide in der Verbannung leben) für sie selbst und den gesamten restlichen Haushalt birgt: Wenn Julilla sich nicht brav aus der Politik heraushalten und wie ihre Mutter unter einem Vorwand angeklagt werden sollte, würde das bedeuten, dass alle Sklaven gefoltert würden, denn – so grausam war das Alte Rom – die Aussage eines Sklaven war nur gültig, wenn er zuvor gefoltert wurde. Und hochrangige Personen wie Julilla nehmen auf diese Tatsache bei ihren Aktionen natürlich keine Rücksicht.

Auch wenn ich wusste, welches Schicksal Julilla erwartet, war ich sehr gespannt darauf, was Andromeda unternehmen würde, um sich und die anderen Sklaven, darunter den zwielichtigen Conopas, der andere kleinwüchsige Sklave Julillas, vor dem befürchteten Schicksal zu retten, und ob ihr das gelingen würde. Eingebaut ist die Handlung in ein buntes Panorama des alten Rom, das mich völlig in die Stadt und die Zeit abtauchen ließ, sämtliche Schilderungen der Bräuche, etwa des Thermen- oder Zirkusbesuchs haben mich völlig überzeugt, die Auflösung ist schlüssig, die Charaktere, insbesondere natürlich Andromeda, vielschichtig, das Leben der Sklaven ungeschönt. Kurz, das Buch ist nicht unbedingt mein Lieblingsbuch von Tanja Kinkel (das ist immer noch „Die Söhne der Wölfin“!), aber es hat mir sehr gut gefallen und ich habe es mit Genuss gelesen.

Read Full Post »

(c) Droemer-Knaur

Italien im 18. Jahrhundert, zur Zeit des Rokoko. Während in Venedig der junge Giacomo Casanova heranwächst, lebt das Mädchen Angiola Calori mit ihren Eltern in Bologna. Der Vater stirbt früh und die Mutter nimmt als Untermieter einen der größten Kastratensänger auf, Appianino. Angiola ist schnell fasziniert von ihm und beginnt bei ihm mit dem Studium der Gesangskunst. Doch sie weiß, dass ihre Mutter sie verheiraten will. Angiola flüchtet und unternimmt einen gewagten Schritt, um auch im Kirchenstaat, zu dem unter anderem auch Bologna gehört, auf der Bühne singen zu können: Sie gibt sich als Kastrat aus…

Tanja Kinkels neuester historischer Roman dreht sich um zwei Personen, die wirklich gelebt haben: einmal Giacomo Casanova, den wir alle als berühmtesten Liebhaber aller Zeiten und vieles mehr kennen, und die Sängerin Angiola Calori, die eine für die damalige Zeit beispiellose Karriere machte. Der größte Teil des Buches spielt im Jahr 1744, als die beiden sich auf Reisen kennenlernten, eine Begegnung, die in Casanovas Memoiren eine Rolle spielt. Sogleich besteht eine gegenseitige Faszination und es kommt zu einem fulminanten Schlagabtausch, bevor Calori und Casanova endlich zum Liebespaar werden. Tatsächlich ist Angiola Calori eine der wenigen Frauen, denen Casanova einen Heiratsantrag machte. Bei zwei so charismatischen Protagonisten sind Wortduelle vorprogrammiert, wer sich vor vielen und langen Dialogen scheut, ist bei diesem Buch falsch. Nicht nur dieses Aufeinanderprallen zweier ebenbürtiger Vertreter der Verführungskunst, sondern auch der wie in allen Büchern von Tanja Kinkel hervorragend recherchierte Hintergrund sind es, die das Buch so spannend machen. Tanja Kinkel verwebt die bekannten Fakten mit ihren eigenen Interpretationen zu einer faszinierenden Geschichte, die auch ein Sittengemälde des Rokoko ist. Kastraten waren im 18. Jahrhundert ein gängiges Phänomen, viele Eltern ließen ihre Söhne kastrieren, damit er sie im Alter mit seinem Verdienst als Opernsänger versorgen konnte. Doch tatsächlich starben viele der tausenden von Kindern schon während der Operation und nur wenige schafften es wirklich bis zum Opernsänger. Tanja Kinkel sagte während der Buchmesse sinngemäß, dass sie ihre Werke für gelungen hält, wenn es den Leser motiviert, sich näher mit einem Thema zu beschäftigen. Ich habe schon während der Lektüre Wikipedia gewälzt, unter anderem habe ich mir dabei Aufnahmen von Radu Marian angehört, die mich absolut umgehauen haben (findet ihr auf YouTube), und auch über Casanova möchte ich jetzt mehr lesen. Das zeigt, wie gelungen Tanja Kinkels Roman tatsächlich ist. Gewürzt mit einigen Intrigen einer fiktiven Contessa ist die Lektüre des Buchs vor allem für historisch interessierte Leser ein Vergnügen.

Einmal wieder hat Tanja Kinkel mir bewiesen, warum sie mittlerweile meine Lieblingsautorin ist: weil sie genau die Bücher schreibt, die ich lesen möchte!

Read Full Post »

Am Samstag fuhr ich wieder ziemlich früh zur Messe, da die Busse und S-Bahnen am Wochenende etwas seltener unterwegs sind. Erst einmal stattete ich Halle 4.1 einen Besuch ab, um noch bei den Verlagen vorbeizuschauen, die nicht in Halle 3 untergebracht waren.

Quo vadis, Suhrkamp?

Quo vadis, Suhrkamp?

Nachdem ich es immerhin am letzten Tag geschafft habe herauszufinden, wo es die Plastikhüllen mit Sicherheitsnadel für den Presseausweis gibt (im Pressezentrum!), kämpfte ich mich vor Richtung Halle 3. Wobei ich sagen muss, dass ich den Ansturm am ersten Publikumstag gar nicht so schlimm fand wie erwartet. Mir fielen natürlich direkt die ganzen Manga-Fans auf, die sich teilweise wirklich meisterlich verkleidet hatten.

Die beiden waren so nett, sich fotografieren zu lassen.

Die beiden waren so nett, sich fotografieren zu lassen.

Ich war zu früh dran zur Veranstaltung mit Tanja Kinkel, machte mich aber dennoch schon mal auf den Weg zum Droemer-Knaur-Stand. Dort hatten sich inzwischen viele Fans von Iny Lorentz eingefunden. Das Autorenpaar wurde gerade zusammen mit einer weiteren Autorin historischer Romane, Carla Federico, interviewt.

Iny und Elmar Lorentz stellten ihr aktuelles Buch „Flammen des Himmels“ vor, in dem es um eine – natürlich – weibliche Hauptfigur zur Zeit der Wiedertäufer in Münster geht. In Carla Federicos Roman „Die Rosen von Montevideo“ geht es ähnlich wie in „Abschied von Sansibar“ von Lukas Hartmann um eine Auswanderin nach Deutschland, hier allerdings aus Uruguay.

Elmar und Iny Lorentz und Carla Federico

Elmar und Iny Lorentz und Carla Federico

"Iny Lorentz" beim Signieren

„Iny Lorentz“ beim Signieren

Zunächst drehte sich das Gespräch vorrangig um Iny Lorentz. Ich muss gestehen, dass ich bisher kein Buch der beiden gelesen habe. Ich hatte da gewisse Vorurteile, an denen vor allem Fotos aus der Verfilmung der berühmten „Wanderhure“ schuld waren. Ich meine, mich da an eine schwertschwingende Frau im Mittelalter zu erinnern… Umso mehr war ich beeindruckt über das historische Hintergrundwissen, das das Paar an den Tag legte. Mir wurde schnell klar: Auch Autoren, die vermeintliche Massenware produzieren, können anständig recherchieren. Dass die Bücher einfach geschrieben seien, sei gewollt, betonten die Lorentz‘. So werde ich wohl einmal meinen Büchersnobbismus überwinden und das genannte Werk einmal lesen. Die beiden kamen außerdem so sympathisch und vor allem bodenständig rüber, dass ich mir sogar ein Autogramm habe geben lassen.

Carla Federico wurde unter anderem auf ihren Namen angesprochen, der ein Pseudonym ist. Sie erklärte, dass sie neben historischen Romanen auch noch andere Bücher schreibe, diese unter einem anderen Namen. Pseudonyme sind in diesem Fall einfach sinnvoll, da Leser von einem Namen eventuell ein bestimmtes Genre erwarten und enttäuscht sein könnten, wenn dann ein Buch plötzlich ganz anders wäre.

Carla Federico im Gespräch

Carla Federico im Gespräch

Carla Federico ist studierte Historikerin und hat als solche natürlich ein immenses historisches Wissen. Sie erläuterte den Hintergrund ihres Buches und kam dabei auf Aspekte zu sprechen, die mir trotz meines großen Interesses an Geschichte völlig unbekannt waren, etwa den Tripel-Allianz-Krieg in Südamerika. Ihre freundliche Art und ihre Fachkenntnis haben mich überzeugt, sodass ich auch dieses Buch ganz bestimmt lesen werde. Und ja, auch von ihr habe ich ein Autogramm bekommen 🙂

(c) Droemer-Knaur

(c) Droemer-Knaur

Schon während der Signierzeit der drei Autoren hatte ich den allerbesten Platz auf dem Sofa erobert und würde somit beinahe direkt neben Tanja Kinkel sitzen würde. Wahnsinn, hätte nie gedacht, dass mir das bei den Menschenmassen auf der Messe gelingt 🙂

Tanja Kinkel

Tanja Kinkel

Als Tanja Kinkel sich dann auf das Sofa setzte, war ich erst mal neidisch: auf ihr Kleid, ihre Handtasche und ihre Figur. Wow! (Jaja, Frauen halt.) Dann begann auch schon das Interview, in dem es natürlich um Tanja Kinkels neuesten Roman „Verführung“ ging. Protagonisten in diesem Roman sind der junge Giacomo Casanova (ja, genau, DER Casanova) und Angiola Calori, eine junge Sängerin, die sich als Kastrat ausgab, um im (damals natürlich wesentlich größeren) Kirchenstaat auftreten zu können (was Frauen verboten war). Ich will jetzt nicht zu genau darauf eingehen, ihr könnte demnächst in meiner Rezension mehr darüber lesen.

Tanja Kinkel kann nicht nur großartig schreiben, sie kann auch fantastisch erzählen. Das Gespräch drehte sich vornehmlich um das Thema „Kastraten“, d. h. die wenigen, die auch tatsächlich Opernsänger werden konnten und nicht als Bettler endeten. Sofern sie nicht schon bei der „Operation“ gestorben waren. Die Zeit verging für meinen Geschmack zu schnell, ich fand das Thema hochinteressant. Anschließend signierte Tanja Kinkel, ich ließ sie natürlich auch unterschreiben und sagte ihr bei der Gelegenheit noch, wie gespannt ich auf ihr nächstes Buch bin. Ich weiß schon, worum es geht, darüber hat sie nämlich auch gesprochen. So viel sei verraten: Es wird in der Mongolei spielen.

Tanja Kinkel im Gespräch

DSC_0234 (640x441)

(c) Droemer-Knaur

Ich war jetzt schon absolut zufrieden mit meinem dritten Messetag, aber ich wollte dennoch mal nachsehen, ob ich noch, eine Chance hatte, die Veranstaltung mit Jonathan Stroud in Halle 3.0 mitzubekommen. Ich hatte ja mit großem Andrang gerechnet, aber so groß!? Es gibt also doch noch sehr viele Jugendliche, die Bücher lesen 🙂 Ich konnte leider nichts sehen (das Bild unten hab ich über Kopf gemacht), aber zusammen mit ein paar Kindern aus dem Publikum wurde demonstriert, wie man sich gegen Geister wehrt, wenn man in der Welt von Strouds neuem Roman, „Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe“ (Band 1 seiner neuen Reihe) lebt.

DSC_0205 (640x428)

Jonathan Stroud

Das hat mir sehr gut gefallen und ich kann es gar nicht erwarten, das Buch zu lesen. (Erst lese ich aber noch den dritten „Bartimäus“.) Das Publikum durfte natürlich auch Fragen stellen, und so kam die unvermeidliche Frage nach einem neuen Bartimäus-Band. Und zu meiner Überraschung sagte er, es sei durch aus möglich, dass er noch mal einen schreiben würde, wenn die Lockwood-Reihe fertig ist 🙂 Die Schlange, die sich anschließend zum Signieren bildete, war wohl die längste, die ich auf der Messe gesehen habe. Ich habe eine ganze Weile gewartet, habe dann aber mein Autogramm in meine Ausgabe von „Ptolemy’s Gate“ doch bekommen.

Jonathan Stroud beim Signieren

Jonathan Stroud beim Signieren

DSC_0227 (640x580)

(c) cbj

Er war etwas erstaunt über das amerikanische Exemplar, ich erklärte ihm dann, dass ich englische Bücher fast immer im Original lese. Er meinte, es sei ja toll, Bücher in mehreren Sprachen lesen zu können. Ich hätte ihm ja gern noch gesagt, dass ich seine Bücher gern von Tim Burton verfilmt hätte und dass Johnny Depp den Honorius spielen muss, aber angesichts der Schlange hinter mir habe ich mal darauf verzichtet 🙂

Rundum zufrieden habe ich in einem der Messecafés noch etwas Kleines gegessen und mich dann von meiner ersten Frankfurter Buchmesse verabschiedet, denn meine Schwester und ich wollten nachmittags ins Saarland fahren.

Es war eine ganz tolle Messe, die meine Erwartungen übertroffen hat, und ich kann kaum auf die nächste warten!

Read Full Post »

Older Posts »