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Posts Tagged ‘thriller’

(c) Harper Collins

Region Boston, 1954: Der US Marshal Teddy Daniels setzt für Ermittlungen mit seinem neuen Partner Chuck Aule auf eine Insel über, auf der sich ein Krankenhaus für geisteskranke Kriminelle befindet. Von dort ist eine Patientin verschwunden – keiner weiß, wie sie es geschafft haben soll, aus dem Krankenhaus, geschweige denn von der Insel zu fliehen. Was Teddy seinem Partner verschwiegen hat: In dem Krankenhaus hält sich auch der Mann auf, der für den Tod seiner Frau verantwortlich ist…

Wie ihr wisst, hab ich es nicht so mit Krimis und Thrillern. Manchmal mache ich eine Ausnahme, wenn ein Buch inhaltlich besonders vielversprechend klingt oder verspricht, sprachlich besonders gelungen zu sein. Letzteres hatte ich von Shutter Island erwartet, zu Beginn fand ich auch einige schöne Formulierungen, insgesamt muss ich jedoch festhalten, dass das Buch in dieser Hinsicht nicht wirklich heraussticht.

Ein wenig gestört hat mich, dass Patienten des Krankenhauses, die Morde begangen haben, manisch-depressiv sind, denn ich hatte noch im Hinterkopf, dass der von dieser Krankheit betroffene Stephen Fry in „Moab is My Washpot“ darauf hinweist, dass bipolare Menschen normalerweise nur eine Gefahr für sich selbst darstellen und nicht für andere.

Auch inhaltlich konnte mich der Großteil des Buches nicht sehr fesseln, aber schlecht fand ich es auch nicht und ich wusste, dass das Buch eine wirklich unerwartete Wendung enthalten sollte. Und die war dann tatsächlich großartig. Ich hatte einige Theorien aufgestellt und gehofft, dass keine davon zutrifft, tatsächlich wäre ich nie auf die Auflösung gekommen. Allein für diese Auflösung und die letzten Kapitel des Buches lohnt sich die Lektüre, sodass ich das Buch trotz der genannten Mängel definitiv empfehlen kann.

Ob ich weitere Bücher von Dennis Lehane lesen werde, weiß ich noch nicht, bei „Mystic River“  bin ich jedoch nicht abgeneigt.

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(c) Arrow Books

Deutscher Titel: Titan

Nach seiner Wahl zum Konsul, die im ersten Teil der Trilogie (Imperium) beschrieben wird, steht nun Ciceros Amtseinführung an. Doch sein Gegenspieler Catilina lässt ihm keine Ruhe – die Anzeichen für eine Verschwörung des Patriziers mehren sich. Kann Cicero mithilfe seines treuen Sekretärs Tiro seinen Feinden trotzen und sein Konsulat nicht nur erfolgreich bestreiten, sondern überhaupt überleben?

Wer nun glaubt „bah, Politik, langweilig!“ könnte sich nicht mehr täuschen. Wie ich schon öfters bemerkt habe, nichts ist spannender als Geschichten, die wirklich passiert sind, keine Intrigen so fies wie die realer Persönlichkeiten. Und wenn es um so einen außergewöhnlichen Mann wie Cicero geht, verspricht dies nicht nur eine Lektion in Geschichte, sondern auch äußerste Spannung. Erzählt wird Ciceros Geschichte erneut aus der Sicht seines Sekretärs Tiro, was dem Leser sicher auch das Herangehen an den Roman erleichert. Der geniale Politiker und Rhetoriker könnte als Erzähler eventuell einschüchternd wirken. Die Ereignisse rund um Ciceros Konsulat und der darauffolgende Austieg Caesars sowie die damit verbundenen Intrigen sind nicht weniger spannend als Ciceros geniale Schachzüge während des Wahlkampfs aus dem ersten Teil. In diesen zweiten Teil kommen jedoch auch die Schwächen des großen Cicero zum Vorschein, was ihn nur menschlicher macht. Bei mir selbst ist bei der Lektüre außerdem auch eine gewisse Melancholie aufgekommen, angesichts des sich abzeichnenden Sterbens der Römischen Republik, die auch Cicero nicht verhindern können wird. (Wie ihr wisst, liebe ich melancholische Stoffe.)

Harris‘ Schreibstil ist erneut sehr gut lesbar, lateinische Ausdrücke wie Namen von Ämtern werden am Ende des Buchs erläutert, außerdem gibt es eine Personenliste, sodass sich niemand vor zu vielen Namen oder schwer verständlichen Ausdrücken fürchten muss.

Das Ende des Buchs stellt einen veritablen Cliffhanger dar, der selbst dann seine Wirkung nicht verfehlt, wenn man schon aus der Geschichte weiß, wie es mit Cicero und seinen Mitstreitern und Widersachern weitergeht.

Der historische Politthriller ist ein Buch genau nach meinem Geschmack, das Highlight meines bisherigen Lesejahres. Ich kann das Erscheinen des abschließenden Teils der Trilogie im Herbst kaum erwarten!

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(c) Piper Verlag

(c) Piper Verlag

Verlag: Piper

Cyrille Blake ist eine junge, erfolgreiche Neuropsychiaterin und glücklich mit dem Nobelpreiskandidaten Benoit Blake verheiratet. Ihr Leben läuft in geordneten Bahnen – bis jener junge Patient auftaucht, der behauptet, sie zu kennen, und auch entsprechende Details aus ihrem Leben parat hat. Cyrille, ist schockiert, warum kann sie sich nicht erinnern, was ist mit ihr los? Bei der Suche nach der Antwort stößt sie auf Unglaubliches…

Vorab muss ich sagen, hätte ich gewusst, inwiefern sich die Probleme der Psychopathen in diesem Buch äußern, hätte ich es nicht gekauft, denn ich kann es auch in fiktiven Geschichten nicht ertragen, wenn Tieren Leid zugefügt wird. Ich weiß, dass ich da überempfindlich bin, aber ich hab mir gesagt, ok, die Stellen hast du jetzt hinter dir, lies weiter. Und ich hab es nicht bereut. Der Schreibstil der Autorin ist zunächst etwas ungelenk, wobei ich nicht weiß, ob das an der Übersetzung liegt. Da sich dies im Laufe des Buches jedoch gibt, vermute ich eher, dass die gestelzte Sprache am Anfang ein Stilmittel ist, um die Änderung der Situation der Hauptperson zu unterstreichen: Zunächst scheint in ihrem Leben alles perfekt, doch dann gerät alles immer mehr aus den Fugen. Aus demselben Grund konnte ich mit der Hauptperson Cyrille zunächst nicht recht warm werden, doch auch das bessert sich im Laufe des Buchs. Mit Nino und Tony schafft Sender außerdem noch nette Nebencharaktere, die die Geschichte etwas auflockern.

Das, was in dem Buch entschlüsselt wird, ist spannend und schlüssig, gegen Ende wird das Buch durchaus zum Pageturner, den man nur noch schwer aus der Hand legen kann. Welche Personen tatsächlich was auf dem Kerbholz haben, bleibt lange unklar. Schauplätze sind Paris und Thailand, vor allem die Beschreibungen von Thailand bzw. Bangkok scheinen authentisch, ich vermute, die Autorin kennt das Land tatsächlich ziemlich gut.

Ein unterhaltsamer, solider Medizinthriller.

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(c) Bloomsbury Publishing

Verlag: Bloomsbury Publishing

Die britische Psychologin Gabrielle ist in einen neuen Ort gezogen und hat einen neuen Job. Sie soll den Fall der jugendlichen Bethany Krall übernehmen, die 2 Jahre zuvor ihre Mutter brutal getötet hat. Bethany ist abweisend, ja feindselig und offenbar wirklich gefährlich. Doch schon bald entdeckt Gabrielle, dass Bethany eine unheimliche Fähigkeit hat, Naturkatastrophen vorherzusagen…

Die Geschichte um die Psychologin Gabrielle und ihre Patientin Bethany spielt in einer nahen Zukunft – die Klimaerwärmung ist weiter fortgeschritten, im Iran herrscht Krieg und es hat eine Welle religiösen Fanatismus in westlichen Welt gegeben. Wir erfahren bald, dass Gabrielle seit einem schrecklichen Unfall querschnittsgelähmt ist und die Ereignisse noch nicht wirklich verarbeitet hat. Erst im Laufe des Buches wird deutlich, was Gabrielle da alles widerfahren ist. Das Gefühlsleben einer nach einem Unfall gelähmten Person wird während des ganzen Buches aufgearbeitet, unter anderem auch das Thema Sexualität. Das andere wichtige Thema des Buchs ist die Klimakatastrophe und Naturkatastrophen wie Erdbeben, die Bethany präzise vorhersagt, unter anderem auch das lange erwartete große Erdbeben in Istanbul. Doch so schrecklich diese Katastrophen auch sind, sind sie nichts im Vergleich zu einem verheerenden Großereignis, das Bethany vorhersagt und das menschliche Leben auf dem ganzen Planeten betreffen könnte… Das sind Themen, die mich persönlich sehr beschäftigen, daher konnte das Buch mich wirklich fesseln. Die Theorien, die im Buch aufgestellt werden, wirken auf mich plausibel. Die Spannung bleibt ganz bis zum Schluss erhalten und das Ende fand ich überzeugend. Der Roman hat mir besonders in sprachlicher Hinsicht sehr gut gefallen, wirklich ein Genuss. Mein einziger Kritikpunkt ist das zeitweilig etwas paranoide Verhalten von Gabrielle, einige Passagen lang hat sie mich wirklich genervt. Das tut aber der Tatsache keinen Abbruch, dass Liz Jensen da einen überzeugenden und unterhaltsamen Öko-Thriller mit Tiefgang vorgelegt hat. Ich freue mich auf mehr von dieser Autorin.

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Deutscher Titel: Kind 44

Ich hatte das Buch schon eine Weile in meinem SUB-Regal liegen. Ich bin nicht so eine Krimi-/Thriller-Leserin, aber dieses Buch wurde so sehr gelobt, dass ich mich mal daran versuchen wollte. Auch, weil ich bisher glaube ich gar keine Bücher gelesen habe, die in der Sowjetunion spielen.

1953: Kalter Krieg. Es herrscht das Terrorregime unter Stalin. Der MGB-Agent Leo Demidov ist von seinem Land und vom Kommunismus und sogar von den brutalen Praktiken der Geheimpolizei überzeugt. Doch als er bei einem Verhör feststellt, dass der Beschuldigte tatsächlich unschuldig ist, beginnt er zweifeln. Zumal plötzlich jemand ins Visier des MGB gerät, der ihm nahesteht: seine eigene Frau. Parallel dazu stirbt der Sohn eines Kollegen unter dubiosen Umständen. Alles deutet auf Mord hin. Doch Verbrechen darf es in der Sowjetunion nicht geben, denn die kommunistische Theorie sagt, dass jedes Verbrechen durch die Gleichstellung eines jeden überflüssig wird. Leo stößt auf weitere, ähnliche Fälle und will ermitteln. Doch das kann der Staat nicht zulassen…

Was mich an diesem Buch am meisten beeindruckt hat, ist die Beschreibung der unglaublichen Ungerechtigkeit und Grausamkeit des kommunistischen Regimes. Ich hatte schon Berichte über den Terror unter Stalin gelesen, doch in diesem Buch wird das so anschaulich vermittelt, dass es mich bis ins Mark erschüttert hat. Jeder noch so kleine Verdacht konnte den Tod bedeuten. Ein Tierarzt, der den Hund eines ausländischen Diplomaten behandelt, muss ein Spion sein. Seine Nachbarn müssen gegen ihn aussagen und sich Vorwürfe ausdenken, tun sie es nicht, riskieren sie ihr eigenes Leben. Besteht einmal ein Verdacht, hast du keine Chance.

In der ersten Hälfte des Buchs geht es hauptsächlich um dieses Thema und darum, wie Leo langsam den Glauben an sein Regime verliert. In der zweiten Hälfte geht es dann um die schreckliche Mordserie, die ja eigentlich gar nicht sein darf, und ihre Aufklärung. Das Bild des Mörders ist angelehnt an den Massenmörder Andrei Tschikatilo, auch bekannt als der „Ripper von Rostov“. Die besondere Grausamkeit der Morde ist erschütternd. Leos Suche nach ihm gestaltet sich dann nach typischer Thriller-Manier, Verfolgungsjagden, knappes Entkommen usw. Und, das ist mein einziger Kritikpunkt an diesem Roman, da trägt Tom Rob Smith schon ganz schön dick auf. Wie Leo immer wieder entkommt, empfinde ich teilweise schon als etwas unglaubwürdig. Stellenweise musste ich dabei an MacGyver denken…  Das war also, wie so häufig bei Thrillern – wirklich nicht mein Ding. Dass Ridley Scott sich gleich die Filmrechte gesichert hat, kann ich gut verstehen, das Ganze schreit geradezu nach einer Verfilmung. Im Laufe der Ermittlung gibt es jedoch auch eine Enthüllung, die einem wirklich den Atem raubt, das ist wirklich genial gemacht. Und insgesamt hat Tom Rob Smith das ganze Lob für das Buch auch verdient. Deshalb gebe ich 4 von 5 Sternen.

Amazon-Link: http://www.amazon.de/Child-44-Tom-Rob-Smith/dp/1849834857/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1335016189&sr=8-1

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